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KC-Blätter · 1913-03-01 · Heft 6 (1.3.1913) · p. Seite 123

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Journal
KC-Blätter
Volume
1912-1913
Issue
Heft 6 (1.3.1913)
Date
1913-03-01
Page
Seite 123 (sequence 7)
Language
German
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123 hat, stellte sich Lm Sommersemester 1907 auf 3766 und erreichte im Sommersemester 1912 die Höhe von 4824. Während deS letzten QninquenniumS (S.-S. 1907—S.-S. 1912) hielt die Zunahme der Ausländer mit dem Anwachsen der Zahl der deutschen Studenten an den Universitäten gleichen Schritt, wie nachstehende Tabelle zeigt: vlesnmtzahl Reichsdeutsche Ausländer S.-S. 1907 46 655 42889 3766 W.-S. 1912 59484 54660 4824 Abfol.Zun. l 2 829 11171 1058 Proz. Zu». 27,52»/,, 27,45»/. 28,10«/.. Im Verhältnis zur Gesamtzahl der Studierenden au den deutschen Universitäten betrug der Anteil der Ausländer im S.-S. 1907 8,07 % im S.-S. 1912 8,10 % Sowohl die Tatsache, daß die Zahl der Ausländer gegenüber der Gesamtzahl der Studierenden nicht besonders hoch ist, als auch die Tatsache, das; die Zunahme der Ausländer sich in den letzten Jahren verhältnismässig in dem gleichen Rahmen bewegte, wie die Zunahme der deutschen Studenten, können keine Erklärung dafür geben, daß wegen der Zunahme der Ausländer eine „Ausländersrage" entstehen konnte. Die Ausländerbelvegung wird erst erklärlich, wenn man der Gliederrrng der Gesamtzahl der Ausländer nach Nationalitäten, Fakultäten und Universitäten und den durch diese Gliederung für den Unterrichtsbetrieb und für das akademische Leben sich ergebenden Verhältnissen nachgeht. Die Gliederung der Ausländer nach ihrer Nationalität bezw. Staatsangehörigkeit im Sommersemester 1912 ist aus folgender Zusammenstellung ersichtlich: A. Außereuropäische Länder: Amerika.272 Asien (überwiegend Japaner).166 Afrika. 19 Australien. 1 B. Europa. Rußland.•.2218 Oesterreich-Ungarn.843 Balkanstaaten: Rumänien.157 Bulgarien.148 Griechenland.97 Serbien . ..85 Montenegro. 2 489 Schweiz.. . 309 Großbritannien..148 Türkei. 66 lletoerrm$. . 4531 Uebertrag. . 4531 Niederlande ............ 57 Luxemburg .. 58 Frankreich. 38 Schweden. 34 Italien. 32 Spanien. .32 Belgien. 25 Norwegen. 13 Dänemark. 8 Portugal.. . 6 4824 Von sämtlichen Ausländern (1824) beträgt der Anteil der Russen — (2218) hiernach: 45,97%. Dabei ist eine nicht unbeachtliche Tatsache zu konstatieren: während wie oben gezeigt, in den letzten 5 Jahren im allgemeinen die Gesamtzahl der Ausländer in gleichem Schritt mit der Zahl der deutschen Studenten zugenommen hat, ist die Zunahme seitens der russischen Studenten eine verhältnismässig erheblich größere, die Zunahme der nichtrussischcn Studenten eine verhältnismäßig geringere gewesen. ES erhellt dies aus nachstehenden Ziffern, die eine Ergänzung der zu Anfang der vorigen Spalte gegebenen Tabelle bilden sollen: S.-S. W.-S. Ab'ol. Proz. 1907 1912 Zumchme Zunahme Russen 1600 2218 618 38,06 Nichtrussen 2166 2606 440 20,32 Es ist ohne weiteres begreiflich, daß die Aufmerksamkeit der einheimischen Studenten und Universitätsbehörden sich, auf die Erscheinung, daß aus einem einzigen Auslandsstaate eine derartige Anzahl junger Leute die einheimischen Universitäten besucht, richten mußte. Allerdings ist nicht zu verwundern, daß Rußland ein großes Kontingent von Studierenden an deutschen Universitäten stellt, da eS geographisch unmittelbarer Nachbar ist, und selbst au Universitäten (11 an Zahl) außerordentlichen Mangel hat, der noch dadurch vergrößert wird, daß infolge politischer Unruhen nicht selten einzelne Universitäten auf längere Zeit den Unterrichtsbetrieb einstellen. Ein Hauptmoment für die große Frequenz russischer Studenten an deutschen Universitäten bildet aber die Behandlung, welche der russische Staat seinen Untertanen jüdischer Konfession angedeihen läßt. Rußland, das über 5 Millionen Juden besitzt, hat die große Masse seiner Juden durch Ansiedelungsvorschriften von der freien Niederlassung ausgeschlossen und sie aus den sogenannten „Änsiedelungsrayon^ (Littauen und Südrußland) zvsamwengedrcmat. Wtm für Pplr« zzhsx tiefe ÄrrsieLeLrnrgsovrschriften nicht. Irr cü*xr andere«

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