KC-Blätter
- Journal
- KC-Blätter
- Volume
- 1912-1913
- Issue
- Heft 5 (1.2.1913)
- Date
- 1913-02-01
- Page
- Seite 114 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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Die Tendenzen dieses Verbandes sind, wie jedem ansfallen wird, denen unserer Vereine recht ähnlich, und eS »vird nicht zu verkennen sein, das; nn einer grotzen Universität tvie Leipzig, wo so ivie so schon eilte gewisse Abneigung besteht, ei»,er Korporation beiziltreten, es für manche besonders verlockend erscheinen mach sich einem Verbände anznschlietzen, der tvie ivir, national anstlärend »utd erziehend lvirken ivill, und doch seine Angehörigen sollst in keiner Weise bindet. Der V D.St. wird dieses Hervvrtreten einer antisemitischen Belvegnng in der Ltudentenschast also aufmerksan» z» verfolgen haben, denn es lassen sich anS der Lebenssähigkeit des zn gründenden Verbanden leicht Rückschlüsse ans unser Verhalten ill dieser Frage ziehen. Die geivlilidene Aelltzerrmg kann lilnn doch kalnn anders ansfassen, als das; sich der V. D. St. in seinem künftigen Verhalten von dern Erfolge der Belveglmg leiten lasse»» ivill. Derartige OpportunitätS-Erwägungen kann man bei politischen Parteien verständlich si»»den. Wenn z. V. die Urenzzeitnng vor etwa 2 Fahren das Tivvliprogramm als nicht mehr gerechtfertigt erklärte und sich trotzdem heule ivieder damit nbfindel, so können wir das ans parteitattischen Gründen begreiflich siilden Von ei»»en» slndeittischen Verband »»ützten »vir aber unbedingte ^isenheit, nnziveidentigeS Eintreten für die als richtig erkannten Grundsätze verlangen können. jedenfalls lehren lti»S diese Vorgänge, das; luir ernste Seiten, neue schlvere .Kampfe an unseren Hochschulen zll erivarten haben. Wir sehen ilplen mit der alten, wohlgemuten >lau»pfeslnft entgegen, denn ivir »visfen, das; es der .stampf des Rechts ist gegen das Unrecht, da kann »n,s der Lieg »licht fehlen. Cs ist jetzt dringende Pflicht, alles daran z»t sehen, »»»>« unsere Organisation zll stärken und NllSzllbnllen. Den»» nur eine organisierte Ablvehr vernlag den, nnrnerisch weit überlegenen Gegner etlvaS allhaben. Ps licht ei ries jeden jüdischen Studenten ist es aber,zu Helsen in diesen, Kampfe, nicht znrückzusleheu, wo eS gilt, unser Recht, unsere Ehre zu verteidigen. .St. V. Breslau. Die VreSlaner Studentenschaft will im Anschlus; an die Feier deS Regierungsjnbilänms des Kaisers vorn 15. bis 18. Juni die Jahrhundertfeier der Befreinngskriege begehen. Cie lädt alle Akademiker Deutschlands, »nsbefondere die Alten Herren der llniversität "Vreslan sowie die gesamte delltsche Slndeutenschast der Universitäten und Technischeil Hochschulen in» gleiche »md in Oesterreich zn dieser Feier ein. Sin Konfltft in der Berliner Studentenschaft. Zur Besprechung der Beteiligung anlützlich des UaiserjubiläumS und der Fahrhundertfier der Befreiungskriege, luden die freien farbelitragenden Storporattoncu in Berlill sämtliche Berliner Korporationen zu einer grotzen Versamullinig ein, nachdel» sie sich vorher mit den» Rektor in Verbindung gesetzt hatten. Fn dieser Versammlung »vurde der Beschllts; gesagt, zur Vorbereitnng von Fackelziigen und Kommerseil zu beiden Fubiläen einen gemeinsamen Ausschutz von 14 Vertretern zu ivühlen, in fcciii die schlvarzen Skorporatiolien 7 und die farbentragende»» 7 Ctimmen erhielten. Von den farbentragenden Korporationen »vurden 5. Stimmen der „?vsen Vereiriignllg" ,S. E., A. D. E und V. (5.), die 21 Korporationen repräsentieren, zugestanden, lvährend die freien farbentragenden Verbindlmgen, ungefähr 40 nn der Zahl, sich mit 4 Vertretern begnügten. Auf Grund dieses Beschlusses verlietzen die Mitglieder der „Vosen Bereinigung" de»nonstrativ die Versammlung, da ihnen eine derartige Vertretung nicht genügte, und auch ihr Wunsch, daß der Vorsitz des AllSschllffes von vornherein der „V. V." übergeben würde, nicht erfüllt lvurde. Die „V. V." hat illzivifchen die Beieilignngen den zukiinstige», studentischen Feiern endgültig abgelehnt. Das Rektorat hat sich gegen das partiktllariftische Verhalten der „Vosen Vereillignng" erklärt. Ans Wunsch des Rektorats wurde eine Vertretung der Richtinkorporierten itt den Ausschutz ausgenommen. ES ist bedauerlich, das; einzelne Verbände selbst bei so allgemeinen nationalen Feiern es nicht über sich z»l bringen vermögen, ihre Conderbündeleicn auszuheben. 8.). Lund Aionismus. ."Bisher hatte der B. F. E. in der Dessenllichkeit stets bestritten, eine zionistische Organisation zn sein. Es ist daher wohl von Fnteresse, das; nltnmehr das Präsidinm des B. F. C. selbst in einer ossiziellel» Erklärung in der.Vvlnischen Zeitung, 9lr. 23 vom 7. Fanuar zliln Ausdruck bringt, das; sich der Verband als Sriud des Zionismus sichle. Es heitzt dort: „Der üjlund jüdischer Korporationen ist seinen» Programm nach ,der Calnrnelpunkt aller jüdischen Studenten, die sich bewntzl als F»»den fühlen und an derEntivickltltlg eines lebendig'',, Fndentums Mitarbeiten »vollem. Er fühlt sich, ohne hiernach parteipolilisch festgelegt zn sein, als Bind der grotze» jüdischen Renaissaneebeu'egnng des .Honiömus, welche den Stolz auf die Vergangenheit und die nie ganz erloschene Hvssnung auf eine würdige Zukunft des jüdischen Volkes »nieder allfrichle»» null/' Die Aerzte in Dentfchland. Die Zahl der Aerzte in Detttschland beträgt im Fahre H»t2 nach dem von Geheimrat Schwalbe heralisgegebelien „Reichsmedizinal kalender für Demschland ans das Fahr 1012". lVeipzig. G. Thiemej 3-1527. Rach dem Statistischen Fahrbnch für das Deutsche Reich für 1012 war die Einwohnerzahl Deutschlands in der Mitte vieles Fahres 6<»:i«»30<so, so mit kommen auf 10000 Eiiuoohner -5.00 Aerzte. Von der Llunme der Aerzte kvmrnen etlva 100 Aerzte in Abzug, die tut Sommer in Badeorten, im Winter in änderet» Städten die ärztliche tzraris ansüben und daher doppelt gezählt sind. Die 0 ntwickiung der Zahl der Aerzte in Deutschland gibt die folgende Zusammenstell,nrg: Zahl der Aerzte Zunabme gegen das Vorjahr Aerzte auf 10000 Einw. 1001 27978 — 4,92 1002 2h 800 882 5,00 1905 29079 19 5,00 1904 50071 592 5,06 1905 50055 s.3i : 5,08 1900 50951 276 5,06 1907 51416 ,85 5,07 1908 51 CIO 224 5,01 1909 51 909 5.29 5,02 1910 52449 •ISO 5,03 1011 32855 5.82 5/)2 1912 35527 092 5/6 Die Zahl der medizinischen Approbationen war im Fahre 1010 bis 1011 beträchtlich höher als im Vorjahr. Sie betrug. 1905-1906 815 1908-1909 912 1906—1907 555. 1009—1910 945 1907-1908 829 1910-1911 1017 Die mediziilischen Vorprüfungen haben in den letzten Fahren an Zahl sehr rnsUi zngcnommen; während diese IOwO - 1907 103s betrug, ist sie 1M7—1008 nuf 1335, 19,8-lnOO auf 1401, .1000—1010 auf 1713 und 1010- 1011 auf 1858 angestiegerl. Die Zahl der Medizinnudierenden ist immer noch in Zunahme begriffen. Sie war