KC-Blätter
- Journal
- KC-Blätter
- Volume
- 1912-1913
- Issue
- Heft 4 (1.1.1913)
- Date
- 1913-01-01
- Page
- Seite 95 (sequence 19)
- Language
- German
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05 der wissenschastlichen Stiftung unb der wissenschaftlichen Institute zwanzig Professoren zur Berfttgung. Nett berusen sollen werden sechs Professoren und zivar für klassische Philologie, Archäologie, Deutsch und Naturgeschichte, Malhernatik, und »veiter je ein selbständiger Dozent für alte beschichte, Nationalökonomie, allgemeine und indogermanische Lprachlvissenschast, Mathematik uub phnsikalische Chemie. <V»iv die juristische Fakultät ist jetzt nur ein Professor für öffentliches Necht vorhanden. Als erforderlich werden bezeichnet fünf Professoren für die noch nicht vertretenen Fächer und drei weitere ständige Dozenten. Den eigentliche»» M»*vit der Universität soll die kolv»»ial»vissenschastliche Fakultät bilde»», die die Vehrtätigkeil des bislierigen KolonialinstitnlS zu übernehmen und zugleich die Kolonialivissenschasten iin Nahmen der Universität selbständig und de»» anderen -Fakultäten in jeder Beziehung gleichberechtigt zu vertreten hat. Diese Fakllllüt soll auch insofern eine Neuerung bede»rten, als ihre Mitglieder überiviegend auch Mitglieder der anderen Fakultäten sein rverde»». Die einzel»»en Mitglieder der kvlvniallvissenschaftlichen Fakultät iverden also meiste»»S gleichzeitig z»vei Fakultäten angehören. Sie iverden zusammen i»» der koloniallvissenschastliche»»Jak»lltöt einen die koloniale oder überseeische Seile ihrer Wissenszweige verkörpernden-^resalntaliss»ch»»d der Universität bilde»», z»»gleich aber in einer der drei Fakultäten ihre Fächer nach allen Nichtnngen hin zn vertreten haben. An der Spitze der Universität soll ein Nektvr und der Senat stehe»», deren letzterer in Beibehaltung der jetzige»» Organisation den Namen Professorenrat führen soll. Diesen» sollen «»»gehören der Nektvr, der Prorektor, die Dekane der vier Fakultäten und nngerdem vier geivählte Mitglieder, davon zivei ordentliche, ein aiigervrdentlicher und ein Honorarprofessor. Der die Stelle eines UniversitütSrichters einnehinende Fnstitiar, der nur im Nebenamte tätig sein sott, erhält i»n Prvfessorenrat beratende »Stimme. Die st »tätliche Aufsicht bleibt dein Senat Vorbehalten. Dieser ernennt auf Borschlag der Fakultäten die Professoren. Die atlch bei der Crrichtnng des Kvlonialinnitnts vorgesehene Beteiligung der Kansnrannschaft »vird durch den kanfinüitnischen Beirat, dessen Mitgliederzal,! von N a»tf 7 erhöht »vird, sichergestellr. Dieser "Beirat soll aber vv»i irgendeine»»» Cinslus; aus die Vehrtätigkeit der Universität u»»d aus die Beruf,r»lg von Professoren gänzlich anSgeschlvssen sein. Die bisherigen Professoren des BorlesnngSivesens und der Hambnrgische»» Wissenschaftlichen Stiftung »verden von de»»» Senat säiiuliä) ordentliche»» Professoren ernannt und der gegenivärtige Direktor der .Muitftlinlle und der Veiter des Fnstitms für Schiffs- »l»»d Tropenkrankheiter» rr»,d der Zentralstelle des Kolonialinstitnto zu ordentlichen beziv. Honvrarprvsefsvren der Ha,nb»rrger Universität berufen. Die Zentralstelle des KoloriialinstitutS soll unter dem Namen „Kolol»iali»istitut" »veiler beibehalten iverden. Die Universität »vird die bisherige Lehrtätigkeit des allgemeinen Borlesnngsrvesens fvrtsetzer» u»»d, svrveit erforderlich, anSzngestalten haben. Und zwar »vird sie, irn Gegensatz zn den übrigen Universitäte»», diese allgemeiuen Börlesnngen in ihr eigentliches Programm allfnehmen. Dabei sollen nach der bisherigen Gepflogenheit a»»ch einzelne Gastkurse a»lS»värtiger irnd ansländifcher Hochschullehrer beibehalten »verdei», dagegen rverden Borträge für Arbeiter nicl)t von der Universität als solcher veranstaltet iverden, doch soll der Patriotischen Gesellschaft für solche über die verschiedenen Gegenden der Stadt dezentralisierten Borträge ein jährlicher Staatszuschlltz von 5000 Mark bewilligt werden. Die Professoren des jetzigen Borles»t»»gSivese,lS sind bereits der Bortragskommission für diese Borträge beiaelreten. Neu inö Lebe»» gerufen wird eine besvlldere Ko »»»Mission für die wissenschaftlichen Anstalter», der »»eben der Universität auch die übrigen wissenschaftlichen Anstalten unterstehen sollen. Diese Konrmission setzt sich zusanituen ans dem Tenatskvmminar für die Universität, einem weiteren Senatsmitgliede, einem Jinanzdepiltierten, nier voi» der Bürgerschaft gervahlten Mitgliedern, de»»» Nektvr der Universität, eine»»* von den Direktoren der lvissenschaftlichen Ansralien au» ihrer Mitte z»» ivühlenden Mitglied»', zivei Mitgliedern des Kuratoriums der Hamburgischei» Wissenichnftlichen Stiftung, aus einen» mit beratender Stimme ausgestatteten Mitglieds des kaufmännische,» Beirats des KolonialinstittUs. Die Universität soll d»'n Doktor d»r Philosophie, der Naturwissenschaften, der Kviouin!»vi»se»»schaft unb der Nechtsivisjenschaft verleihen. Als Studierende mit dem gleichen Nechte »vie die Mänin r iverden a»»ch Frauen zngelasfe»». Die Kollegiengelder sollen »in vollen Umfänge den betreffenden Professoren, Dozenten u»»d Lektoren zilfalleu. Die «Behälter der ordentlichen Professoren rverden ans Hooo bis 11 ooo Mark, die der außerordentlicher» auf 5000 bis ihmh» .biark bernessc»». Daileben sind vo»» vornherein persörilrche Z»»lagen vorgesehen. Diese iverden a»»s drnMittel»» de» Harnb»»rgischen Wissenschaftlichen Stiftung bestritten rverden, der zu diesem Zlvecke auch jetzt »vieder ein gröjpres Kapital zur Bersügung gestellt »vorder» ist, unter der Bedingung der baldigen Crrichtung der Universität. Der Nektar soll eine F»n»ftiv»»sznlage von 0«>00 Mark erholter», »vährend ihn» im Gegensatz zu der» anderer» lliiioerfitäten die Inunatrikttlationsgebühren nicht znflienen solle»». Die a»»s dem jetziger» Borlefungsroeser» für die -stveäe der künftige»» llniversität.zur Berfüglmg stehenden Mittel belansen sich ans 275 000 Mark jährlich. Die oben »nitgeteilte tkrrveiterung erfordert jährlich:J7si<KJ0 Mark. Fr» der Denkschrift »vird aber erklärt, daß es »vülischenSlvert »mb zum Teil arich nvtrvendig sei»» rverde, irn Laufe von etlva 50 Jahren einen »veireren Ausbau vorzrlnehrrreu, dessen jährliche Kosten ans 200000 Mark berechnet rverden, »nid zivar sind hieisiir in Aussicht geuomrnen ordentliche Profesioren für Slavistik, alte b-ieschichte, Sernitistik, Kunstgeschichte, Fndologie und ein Ordinarius für die rechtsrvijserischnftliche Fakultät, ser»»er Crtravrdinariate für klassische Philologie, Nationalökvnvmie, Mineralogie, Geogrnphi»', Cheniie, Koloniale Geschichte u»»d Pslanzenbar» und Pflanzen Produkte. Einen köstlichen Reinfall haben soeben die „Akademischen Blätter", das L)rga»» des B.D.St., erlebt. Fm ziveileri Novemberheft schrieb Herr Magma»»»» in einer "Besprechung des „Hel,,»nt Harririga" von l)c. Hermann M. Popert: „... So kämpft „Helrnut Harringa" ans nationalen Olrttliden gegerr der» Alkoholismus. Bei ihr»» wird dieser Kampf gegen den Alkohol zn einer kerndeutschen Be»veg»»r»g, die arrsgegariger» ist vor» einer»» unserer reinsten Stämme, den Friesen, die getragen »vird von einem sicheren »rnd stolzen gernrani.ichen Rassegefühl und die ihr letztes Biel sieht in der Gesund- und Neinerhaltnng dieser Nage. Gerade dieser ausgeprägte Zug »vird den» „Harringa" bei vielen eine freundliche Aufnahme sichern, die sonst der antialkoholischen Bervegung schon wegen ihres oft aufdringlich betonten internationalen Charakters »nitztrauifch oder ablehnertd gege»»überftanden." Der Berfaffer bezeichnet es als eine»» der „schönsten Züge des Buches", daß es „»vunderbar geeignet ist, ein gesundes »mb ftolzeS germa»»isches Naffenbe- »vuhtfein zn »vecken — sicherlich eine nute Tat in unserer Beit der snste »natischen N nssenue r,»»engnng und der Mischrasse »»Produktion". Derselbe Herr Dr. Popert, der hier als ein Vorkämpfer der Rässenreinheit hi,»gestellt »vird in dem bösen Zeitalter der „Rassenvermengung" und „Mifchraffen-