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KC-Blätter · 1913-01-01 · Heft 4 (1.1.1913) · p. Seite 80

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Journal
KC-Blätter
Volume
1912-1913
Issue
Heft 4 (1.1.1913)
Date
1913-01-01
Page
Seite 80 (sequence 4)
Language
German
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80 man nur von der AuSwicklung einmal fleflcjbencr Anlagen, rvahrscheinlich durch die Sprache irregeleitet, redet. Wahre Entwicklung beruht, wie Herbert Spencer gezeigt hat, auf dem Hmzutritt prinzipiell neuer Mmueute, die die verborgenen, über die Keimplasmeu aller Ateuschenrasjen zerstrellteu Anlagen wecken, ordnen lwd bilden. Ill diese Richtung führt auch die Erscheinung der sogenannten Mutation, die neuerdings im GebietederPstauzett-undTierbivlogienachgeiviksen worden ist, und in ihren Folgerungen selbst die glänzendsten Argluueute deS alten DarwiniSnms zu Erklärmlgspriuzipien 2. und 3. RaugeS gemacht hat. Bkau versteht darunter den Uebergang von Art zu Art, von Rasse zu Rasse, nicht durch die langen Umwege der unbewußten Variation, sondern durch eine Art von Stoß, d. h. durch einen eigenen, in bestimmter Richtung beharrlich abweichenden Bilduugstrieb. Es ist hier nicht der Ort, auf die Forschungen der neolamarckistischeu Schllle einzugehen, eines Th. Eimer, Kassowitz, Gustav Wolfs, Driesch n. a. Rur von De Bries, der der Erscheinung den Flamen „Mutation" gab, sei angeführt, daß er den Beweis für mutierende Entstehung neuer Arten ans älteren im Verlaufe eines einzigen Meuscheulebens, ja vor mlsern Augen glänzend erbracht hat. Dr. Mi'up hält es für ausgeschlossen, das; dadurch eine Annäherung von Individuen verschiedener Abstammung ermöglicht würdemuft aber doch zugestehen, das; in der Mtltation der Faktor gegeben sei, der die Arten vorwärts stös;t, der die. fortschreitende Anpassung mit der Umwelt ermöglicht. Er nennt die Mutation richtig „die Wiege der Rasse", verwahrt sich aber dagegen, das; die Mutation, unb sei es in Jahrtausenden, das Keimplasma berühre, oder verändere. Da ist seine Schranke. Er nennt z. B. die Assimilation der Engländer und Hilden in Amerika an einen sogenannten amerikanischen Tgp eine parallele Reaktion der Keimplasmen, bei der der amerikanische Jude dem amerikanischen Christ um keinen Schritt näher komme. Die äußere Aehnlichkeit nennt er darwinistisch Mimikry. Es kommt ihvt nicht der Gedanke, das; in eitlem höheren Tvp die alten Rassenunterschiede der christlichen und jüdischen Amerikaner (nur reden nicht von den Einwanderern der lebten lOIahre) ansgehoben seien,und ans einer weitgehenden (nicht absoluten) Assimilation der größte Nutzen für das Staatswohl entspringen künilte. Er bleibt eben Blutfanatiker. Indessen macht die Milientheorie Fortschritte. Rudolf Eisler im Wörterbuch Philosoph. Begriffe unter „Rasse" läßt erkennen, daß Gobiueau und H. St. Ehamberlain bald isoliert dastehen tverden. Driesmans sagt (a. a. O.): „Rasse ist nicht etwas Stabiles - es gibt keine Rasse an sich, sondern nur eine rassebildende .Kraft, tvelche tätig war, so lange eS Meuscheuweseu und Völker gab, aus der alle sogen, metmnorphen Rassen hervorgegangen sind, und rvelche immer neue blassen aus dem Wege glücklich überstandeller Btntmsektion in die Erscheinung ruft. Wie Rasie von Milieu abhängig ist lllld gezüchtet wird, so schasst sie sich auch selbst ein ihr günstiges Milieu." Bon hier nnö ist auch Werner Sombarrs Theorie vom Rasseniustiilkl des Kapitalismus (!) ans dem Sattel zu heben. Er redet von vier subjektiven Rasseeigeuschasteu der Inden, vor denen jeder gllte Delltsche mit r'lbscheu und Entlegen sich ablvenden muß. Sie heißen: 1. Tie überragende Geistigkeit, der „Intellektualismus"; 2. die nie schlummernde Iweckbedachtheit, die immer fragt: warum V wozu? was trägt's? was niivt's? 3. die zähe, halsstarrige, nie ablassende Zielstrebigkeit- 4. die unglaubliche Beweglichkeit. Aber derselbe Svmbart läßt auch die objektiven Milieuverhältuisse gelten, die jüdisches Wesen schllseil, z. B. die /,erstreuu>ig, die Fremdheit, das .Halbbürgertum, das die Juden von vielen (bewerben, sowie voll der Verwaltung des Staates lmd öffentlichen Aemteru ausschloß. (Er nenm hier auch dell notorischen eich tumdoch hätte er besser davon geschlviegen, denn die nackte Armut der ungeheuren Iudeumassen des Ostens schreit lauter, als das Wahlen nmtcrlat au§ einigen deutschen Industrieunb rtteutnerstädten.l Tollten nun die Mitieuverhälliiisse nicht vollkommen genügen, jüdisches Wesen zu erklären? .Heißt es nicht, zuviel Ulld dadurch gar nichts beweisen, wenn lllml krampfhaft nach Rasseinstinkten bei den Urgroßvätern voll Abrahalll, Isaak und Jakob sucht. Hütte Sombart auch mir einige Bibelkapitel mit der Absicht größter Vorurteilslosigkeit und Selbstständigkeit gelesen, statt ans 2. unb 3. Hand zu nehmen, lvaü ihlll gerade paßte, er wäre zu andern Ergebnissen gelangt. Das Buch von Dr. M. Hossmann: „Indentnm und Kapitalismus"/) das dringelld zum Studiurn empfohlen sei, weil es jeden entzaubert, der noch iu SombartS Banne steckt, überhebt uns jeder lveiteren Bemerkung. IV. Herr Or.Keup glaubt endlich, uns warnen zu müssen, daß wir den 3{nffeumftinft der Völker nicht unterschätzen solltenlvir könnten sonst üble Bekanntschaft mit ihm machen. Wir danken für die Warnunglvir brauchen sie heute nicht mehr. Da haben wir z. B. unsere K. C.-Verbindungen, die Alaun für Mann dem Rassenantisemitismns gegenüber en vedctte stehen. Auch sorgen unsere Zionisten dafür, daß der Stolz auf unsere „Rass^ *) Druck u. Verlag v. H. 'ßtzkoncky, Berlin, Augustastraße 6». 1913. Preis M. 3.L0.

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