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KC-Blätter · 1912-12-01 · Heft 3 (1.12.1912) · p. Seite 73

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Journal
KC-Blätter
Volume
1912-1913
Issue
Heft 3 (1.12.1912)
Date
1912-12-01
Page
Seite 73 (sequence 21)
Language
German
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73 Beziehungen Livischen uns und der Philisterschaft herzntfclleii. silier batifciiöiocrtcu (Siulnömifl der Gesellschaft „(yil)olmu;" ,i» einem «Viitnftlcvabeitb leisteten wir flerue t'yoljte. iviu besonderer 0>euufj aber war »NS vor allem eil» Vortrag »»sreS t. Kb. Rvseutlial (Licariae) über Heine, dessen Lebensbild und dichterische Bedentung der mit dem Staff bestens vertrante Diebncr in ballen Farben malte, wabei der Abwehr der gegen Heine gerichteten antisemitischen Angriffe ein weiter ilianm gewidmet war. Wir haben beschlassen, die tt-tägigen wissenschaftliche,» Abende lvnsegnent zn betreiben, um auch auf diese Weise den Wünschen des Darmstädter 4f. E.-Tages nachznkvmmen. Der nengegrnndeten Ortsgruppe Heidelberg des Zentralvereins deutscher Staatsbürger jüdischen (Klaubens traten wir karpvrativ bei. Die definitive» b'hargeinvahlen hatten folgendes Er- Lndlvig Schvenholz X S. W. 1. (5. W.. V. i. A. Eurt Engelmann X < F. W. .Trip Mauer - F. m. f. T.. A. W. Mar Iarecki I-. M. f. E. sprich Ferse st. W.. 2. (5. W. (*. 'H. (y.'){. V. Schoenhvlz, Engelmann, Zasfö, Feese, Mar Schaenhal.;, Hirschmann. iraud. cam. Hans Weichmann aus Whslowitz O S. trat der.(torpvratian als O. V. (4. bei. siml. IUI Ranis trat aus dem O. V. (K.-Berhältttis ans. (hidi AUoitljcim schied durch Rat zum Austritt ans der Korporation. F. Äll. KriVurgka-Künigsöerg. Die d.finitiven Euargenw'hlen batten folgendes Ergebnis: Bloch X Jy. W. ii. i, (i. W> (4loser . >v- W. n. a. Schindler < Z W Lehmann S- W- Itzig W (Henschestr. 9 p.) Lainer F M- Der innere Berbindnngsbetricb ist gemüilich und er« solgreich. .xrnrzlich referierte Bbr. Bloch über das Thema: Die Juden in der Ostmark. Er machte die Haltung der preußischen Regiernng (.Unterstützung deS Äenossenschaftsweieiis, Erhaltung der Sozietätsschnlen ans politischen ttzrüiidcii. Znrücksetzuilg der Juden bei der Besetzung von Ehrenämtern usw ) für die Abwanderung der Juden und damit die Schwächung des Dentschtnnis verantwortlich. Dir lebhafte Diskussion ergab teils Zustimmung zu seinen Ausfuhr» nge». tei s Ablehnung. In nächster Zeit wird Herr Robb. Dr. Bogelsteiu bei uns über „Jüdische Sitlenlehre" sprechen, ferner besuchen wir die Vortragsabende des jüdischen Zugendvereins. Neu trat in die Verbindung ein: stuU. inoU. Benno Rosenkranz ans Posen. Ztheno-Sikella. Die rheinische (Kemütlichkeit. die Bonn zu einer >o beliebten Universität macht, verfehlte auch in diesem Semester nicht ihre Wirkung auf die BundeSbrüder, die zilin ersteumale hier weilten. Alle fühlten sich schnell bei uns beintisch, und ein jeder trug seinen Teil dazu bei, daS Verbindnttgslcben sv gemütlich tvie möglich zu gestalten. Bei allen Freuden des «tudentenlebeno wird aber der Ernst des Studiums keineswegs vernachlässigt. Der Verbindungsbetrieb wird in der üblichen Weise gepflegt. Iteben dem stramm durchgesührten Fechtdvden haben wir jetzt noch eine wöchentliche Turnstunde eingerichtet. Von besonderer Bedeutung war der Bortrag, den Herr Dr Kalischer über das Thema: «Die Errichtung eines Lehrstuhles für die Wissenschaft des IndentnmS an der Universität Bonn" am 12. November ans unserer Kneipe hielt. Der Bvrtrag findet demnächst noch eine eingehende Würdigung. Einen vorzüglichen Verlaus nahm unsere Antrittskneipe am 9. November, zu der sich in großer Zahl unsere Alten Herren und Kartellbrüder sowie die Bonner Philister eingefunden hatten. Sie zeigte wieder so recht, ein wie festes Band die Attivitas mit ihren Alten Herren und ihren Kartell brudern verknüpft, wie sie sich alle als Glieder fühlen einer einzigen großen Familie. des tf. E. Im Einzelnen ihren Verlauf zu schildern, ist hier nicht der Platz: nur einige Bilder mögen herausgegriüen werden. Rach der Begrünung des Erstchargierten galt die erste Rede uuferm Kaiser. Sie ging aus von dem (Krdunten. daß die <4ründcr des K. (!»., lim das Vaterland als ihr höchstes Ideal zu kennzeichnen, die (4eftalt der (4ermania in ihr Wappen anfgenommen hatten. Trotz der Opfer, die die deutsche Judenheit in Krieg und Frieden gebracht hat, hat man ihnen das Recht, sich Deutsche zn nennen, abgesprochcn. Auch heute seien die Stimmen derer, die uns das Vaterland streitig machen wollen, noch nicht verstummt. Wir aber ivissen, das; wir ebensogut Deutsrtie sind wie sie: und wir fühlen auch, das; wir mit jeder Fai'er unseres Herzens an unser Vaterland gekettet und. darum werden wir uns niemals in unseren deutschen (Kennnungen beirren lassen. Die Tendenzrede hielt unser A. H. Dr. Bier. Er ging davon aus, das; sich infolge der antisemitischen Bewegung in de» letzten Jahrzehnten innerhalb der deutschen Juden drei verschiedene Richtungen gebildet hatten. Tie einen suchten durch den llebertritt zur Staatsreligion allen lht> annehmlichkeiten. die man ihnen -Ir-r Zugehörigkeit zum Judentum wegen bereite, zu cntg>-h■•». Tie anderen, die plötzlich in nch nationale Eigenarten entdeckten, die sie von ihren andersglänbige» Landsleuten unterscheiden sollten, wollten außerhalb^ Deutschlands »ich eine neue Heimat suchen, oder, soweit das aus praktischen <4ründeu nicht möglich sei. sich doch wenigstens banahen. durch Schaffung einer eigenen Rationalität sich ein neues geistiges (4hetto zu schaffen, in dem sie sich gegen tre e Einslnsic abschlies'.en tonnten. In der Mitte aber standei: fut*. die sich als Deutsche und Inden suhlen, teins von i-euien verleugnen. Sie hätten mit aller Energie den Kamv' um die vollständige Emanzipation ausgenommen, ein xampt. der zum Siege führen müsse, da er ein Kamps ums Recht sei. Die'e dritte Richtung entspreche unserm Wesen. Wenn wir ivahrhast sein wollen, mühten wir Deutschtum und Judentum vereinen. Trum sei auch mmr Standpunkt: ..(4ut deutsch und gut jüdisch alleweg". Ein urkrüstiger Salamander und das Bundeslied folgten der begeistert ansgeiivminenen Rede. Run kam.'» in bunter Reihe Reden und Lieder. Es wll nur »och der Worte gedacht iverden, die Herr Dr. nalifcher der Verbindung widmete. Er zollte der Verbindung für ihre Tätigkeit ein warmes Lob: in den 1" Jahren, in denen er den Antritt-Kneipen beiwohne und ihre Entwicklung verfolgt habe, habe er ein stäiidin.-s Wachsen der Korporation seststellen können: ein Wo h'cn nach innen, ein Wachsen nach anhen. Erhoffe, dah auch in dem kommen den Semester die Entwicklung in oemselben Masre wie bisher fortschreite, damit das Walt.!, des K. E. auch fernerhin für die^dentsche Indenlieit die 'W nsten Erfolge zeitigen möge. Schnell ging es iintt ans d:e Iidnlität zn; in der fröhlichsten Stimmung hielt sie nns noch bis zum frühen Acorgen zusammen. Ter glanzende Verlauf der Kneipe tvird uns ein gutes O men kein für den Erfolg des Semesters. Der folgende Tag vereinte uns mit den Alten Herren, die in Bonn geblieben marin, zu einem vergnügten Rheinansflng. der mit einer Bowle in Plittersdorf feinen Abschluß fand. Tie definitiven Ehargenwahlen hatten folgendes Ergebnis : Levens X, 1. 3. W.. 1. E z!6. F. W. Altmann <. K. W.. 2. E. W. Löwenthal XXX. 2. S. W. Alexander F. M.. B. i. A. tKuttmann 1. Z. W.. Leiter des Säbelbodens. Fritz Blank, 2. Z. W. Weinberg. Sch. W.. T. W.

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