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KC-Blätter · 1912-12-01 · Heft 3 (1.12.1912) · p. Seite 72

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Journal
KC-Blätter
Volume
1912-1913
Issue
Heft 3 (1.12.1912)
Date
1912-12-01
Page
Seite 72 (sequence 20)
Language
German
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daß nach tausende van Jahren dahingehelt können und werden, bis die Welt wirklich von Gerechtigkeit und Liebe erfüllt ist. Das Judentum wird bleiben und siegen, weil die. van ihm vertrelenen Jdeale mit denen der absalnten wahren Religion identisch sind. Wer das Judentum verläßt und zum Ebristentum übergeht, wird — wenn er es ans anderen als Gründen seiner Ueberzengung getan hat — van jedem anständigen Inden und Christen verachtet. iveil er unsittlich handelt, mit der Religion Schacher treibt, feige dem alten, meineidig dem neuen Glauben gegenüber sich erweist. Unsere Verachtung aber bekommt dadurch eine Vertiefung uuö Bedeutung, die weit über die politischen Tageskämpfe hinansgehen. wenn wir bedenken, daß nüt jedem Abtrünnigen zugleich ein Kämpfer verloren geht für ein unendlich hohes Ideal. Veit voller Absicht Habelt wir uns darauf beschränkt, dasjenige hervorznheben, ivas den G l a n b elt s inhalt des Jlldentnllts ansmacht. Es ist schon wiederholt erwähnt worden, daß wir daneben auch eine Konfession siltd, llnd daß es demgemäß einerseits charakteristische Ausprägungen "der religiösen Ideen in Symbolen und Jeremonieen geben ntnß, daß anderseits das Jndenrnm iit seilten Sitten und Gebräuchen weder seinen palästinensischen Ursprung noch 'seilten Weg durch die Völker verleugnen kann. In Bezug auf die konfessionellen Aeußerlichkeiteu herrscht altch Streit im Judentum; cs haben sich Parteien gebildet, die mit einem recht überflüssigen Anfwande an Kraft unb dlnsdaner ihre Londeranschannng für das wahre, echte. „alleinseligmachende" Jlldentnm ansgeben, tmd in die schart gefährdete uitb verworrene jüdische Lage deit Mi'ßtan der Zwietracht tragen. Eins aber können wir mit Stolz feststellen: In diesen Känipfeit spielt der innere .Kern, das eigentlich Religiöse gar keine Ralle, ttub wie auch immer der eilizelne sich zu den konfessionellen fragen stellelt lnag, ob er den Entioicklllngsstandpitnkl leugnet, ob er bcm L i b e r a l i s m u s, ab er dern Radikalismus huldigt, immer ist für alle, die sich sebstbewllßt z>nn Jndeittum bekennen^ die Grundlage eine gemeinsame: Der Glaube an den einig-einzigen Gott, die Hingabe an seine ethischen Gebote, die Hoffnung auf seinen Sieg! Und wenn voll fanatisch verblendeter Seite das furchtbare Wort aitsgesprochen worden ist, es gebe zwei „Iudentümcr", zwei jüdische Konfessionen, zwischen delien der Unterschied größer sei als zwischen katholischen! lmd evangelischem Ehrijlcn tum, so ist es nicht der all siri, begreifliche Wunsch, deiit schwer bedrängten Juoentnm die äußere Einigkeit zu erhalten, der uns zum ganz energischen Widerspruch gegen solche Anschauungen treibt. Es ist vielmehr da - aus der ltzeschichte unserer Gemeinschaft geschupfte Bewußtsein, daß das Wort von den „zwei Jndentümern" objektiv eine frivole und s ch ä u b I i d) e U n lv ahrheil ist Von der höheren Warte der Menschheitsgeschichte wie van der subjektiven unseres (Gefühles ans gesehen gibt es llllr e i n Jttdeulum: D i e Re l i g i o n des sittlichen Joctschritts der Menschheit. die Religion der Kultur! (Schluß folgt.» W evü a n 8 s N ach er ch r e n. Infolge der Verlegung der Redaktion ist eine kleine V e r z ö g e r u n g der R e d a k t i o n s - geschä-te eingetreten, sodaß die Zeitschrift diesmal leider erst verspätet zum Versand k o m m e n k o n n t e. * * * Durch eine anüerordentlichc Nachfrage na ch E x e m v I a r e tt de r ')i o ü e in b e r tun» tu e r ist dieAuf - läge vollständig vergriffen. Infolgedessen ersuchen wir alle diejenigen, die e i n E r e m - plar entbehren töinten, uns dasselbe zur Verfügung zn stellen Wir sind gerne bereit, die Kosten zu vergüten '* * * Bavaria. Das gemütliche Heidelberger Semester ist wieder in seine Rechte getreten. Hatte ün Sommer die schone Statur unsrer Universitätsstadt die Hauptrolle gespielt bei den Bestrebungen, unfern Mitgliedern Heidelberg lieb und wert zu machen, io traten für das Wintersemester fröhliche Bierabende mid Kneipen, Tanzkränzchen. wissenschaftliche Abende nnd tampsessrohe Panltage au ihre Stelle nnd erfüllen ihren .'.werk. Dazu kam bereits eine Anzahl größerer «Testlichteiten, an denen wir. für derartige Angelegenheiten stete, empfänglich, freudig teil* nahineit. Sv wohnten wir bom K. l5.-Tag-Kvnt»icrs in Darmstadt und den Vergniigungen des folgenden Tages offiziell bei nnd nehtuen auch an dieser Stelle gern Gelegenheit, nusrer l. Al. V. Vindtina für ihre liebenswürdige Anfttahme bestens zu danken. Untere Antrittskneipe, die von Vertretern der Münte c schuft sowohl als von nnserit l. A. H. A. H. und Nb. nv. zahlreich besucht war. nahm einen änüerst anregenden verlaus, wozu nicht znm mindesten die kernigen Worte untres l. A. H. ttander beitrugen. Von den Herren ans der hiesigen Philistertchaft wurde an diesem Abend wiederlwlt ans die Freundschaft hingewiescn, die sie für unsere Korporation hegten. Ties zeigte auch die freudige Aufnahme, toelche die in diesem Jahre an Stelle der Tanzstunden eingeführten Tanzkränzchen fanden, die den Zweck haben, immer engere

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