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KC-Blätter · 1912-12-01 · Heft 3 (1.12.1912) · p. Seite 63

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Journal
KC-Blätter
Volume
1912-1913
Issue
Heft 3 (1.12.1912)
Date
1912-12-01
Page
Seite 63 (sequence 11)
Language
German
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.63 dichte. Alan könnte etma in Ilmkehr eines bekannten politischen Sprichworts sagen : Wer soll' mit taten, darf anch mit raten. Um dieser sehr beachtenswerten Vorzüge willen ist anch eine beträchtliche Zahl jnristischer Professoren wohl von fast allen deutschen Universitäten denl Unternehmen von vornherein empfehlend und unterstützend zur Seite getreten. Der Fragebogen ist nach den Ratschlägen dieser Antontäten mehrfach überarbeitet ivorden, ehe er das Kicht der Oesfentlichkeit erblickt hat. So haben sich, lim nur einige Flamen au nennen, Geheimrat Hellwig in Berlin, der Borsitzende des Ansbildtingsansschnsses in dem bekannten juristischen Beforulverein „Siecht u»td Wirtschaft", ferner Geheimrat Zitelänann in Bonn, der die heutige Stndienreformbewegnng durch seine Broschine in Schwung gebracht hat, deni Aufruf empfehlend augeschlossen. Auch die Verteilung des Aufrufs dürfte an allen llniversitüten unter ausdrücklicher Billigung seitens der juristischen Fakultäten erfolgen. Das Unternehmen ist also in jeder Beziehung gut vorbereitet. Ul. Ein wirkliches Gelingen hängt aber natürlich von einer freundlichen Aufnahme der Allgelegenheit in der Studentenschaft selber ab. Ich uiöchte deshalb all die jlnlgerl Kommilitonen die driligeilde Bitte richten, den Versuch, der hier gemacht wird, vor aUcm ernst zu nehmen llnd deshalb amt) tatkräftig zu unterstützen. Zunächst einmal ist natürlich'ein kleines Mast voll Arbeit auf die Beantwortung zu verwenden. Da aber ein ganzes Semester zur Verfügung steht, so ivird sich wohl bei jedem einnlal ein ruhiges Ständlein finden. Es ist lvie bei der Ausübung des Wahlrechts. Wenn nicht jeder einzelne sich änstert, rverdeil die Ergebnisse illehr oder minder schief. Darum vlöchte ich es als Ehrellsache der .Kommilitonen bezeichnen, da st sie sich möglichst vollzählig beteiligen. Wir Kehrer iverden es ihnen Dank wissen. Denn an Einzelstimillell fauu uns wenig gelegen sein. Einzelstilnmeil haben mir auch jetzt schon zu hören bekonlillen. Nur eine Gesamtknndgebnllg hat lvirklicheil Wert. Bor allem wäre es sehr betrüblich, wenn Vorilrteile. die in manchen .Streifen der Studierenden gegen die Freie Studentenschaft bestehen, den Erfolg des intereffaiiten Unternehmens gefährden würden. Es must bei einenl solchen wertvollen Versuch ganz gleichgültig seill, von wem er ausgeht. Nur die Sache und das erstrebte Ziel darf entscheiderl. Der zweite wichtige Punkt für ein brauchbares Endergebnis ist die Verarbeitung des g e w o n n e n e n Ai nterials. Hierzll wird sehr viel Takt imb ein großes Maß von Besonnenheit gehören. Bis jetzt sind die Auspizien, ivie mir scheint, gute. Darauf läßt die Anordnung des Fragebogens uild der beigegebenen Ertällternngeil schließen. Z. B. wird natürlich bei der Beivertllng der Alltlvorten die Semesterzahl des Bealltwortendell eine große Nolle spieleil, lind da ist nun in dem Aufruf die Angabe des Sellresters ausdrücklich zur notwendigen Vorbedingung geniacht, ohne bereit Erfüllung die betreffende Antwort keinesfalls berücksichtigt werden soll. Wenn eine einigermaßen vollständige Beteiligung der Studierenden erreicht und die Bearbeitung in der angedenteten taktvollen Weise vollzogen wird, darf das vorstehend skizzierte Umfragennternehmen guter Erfolge sicher sein. Es kann gar nicht ausblriben, daß etwa ein dringend geäußerter Wunsch der studierenden Jugend, in der Nechtsgeschichte mehr als bisher die neueren Zeiten zu pflegen, die Handhabung der historischen.Kollegs beeinflußt. Aber wenn sich eine überwältigende Majorität für stärkere Einbeziehung wirtschaftlicher Gesichtspunkte neben den rein juristischen ergeben sollte, so wird das ebenfalls nicht ofjne Wirkung auf den Borlesnngsbetrieb und vor allem auch auf den Gehalt der Kehrbücher bleiben. In jedem Falle handelt es sich um ein interessantes Experiment. das. wie gesagt, eine Steilheit im akademischen Keben darstellt und deshalb die Aufmerksamkeit breitester Kreise verdient. * * * l?$kn*um sind uns IM'eiOen mir üuöcn?*) Von Dr. Helix (4 oldruan » Oppeln. «Vortrag fldjdteit im 26. S. w! l 12 in der Verbindung im ^k. E. T hur ingia-Breslau). Tie Frage, w a rumwirInde n sind u n d es bleiben, konnte aus den verschiedensten Griinden erst in unseren Tagen entstehen und Bedeutung gewinnen. Sowohl vom subjektiven Standpunkt des Juden, nne vorn objektiven der Welt aus war im Mittelalter und in der Neuzeit bis vor etiva fünfzig Jahren die Antwort selbstverständlich. Der Jude früherer Jahrhunderte niachte sich zunächst weder Gedanken noch Zweifel, und empfand nicht das Bedürfnis, seine *) Wir bringen beit Vortrag unlci 2 uerefjttcit Mit» niücitcrö, der den Standpunkt deo religi len LiveralismuS in vorzüglicher 26eise darlegt, gerne zum Abdruck. Jedoch kann sich unser Verband, der statutengemäß m religiösen Bestrebungen keine Stellung nimmt, mit den Ausführungen nicht indentifjizieren. Die Redaktion.

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