KC-Blätter
- Journal
- KC-Blätter
- Volume
- 1912-1913
- Issue
- Heft 2 (1.11.1912)
- Date
- 1912-11-01
- Page
- Seite 35 (sequence 7)
- Language
- German
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mib unsere Persönlichkeit ist gesättigt mit einer- Fülle von edlen. hohen deutschen Werten. Die deutschen Knltnrwerte, die unsere Vorfahren schon in sich linden nusnehmen dürfen, die wollen wir uns nicht nehmen lassen. Es ist uns gar nicht möglich, unser Deutschtum ndznstreisen. wenngleich die und jene nnftreten und tun. nls ob sie es könnten, linser Wirklichkeitssini, widerstreitet dem. Es ist nidjt blvsr Nachäfferei. wenn nur mit einem inneren Gefühle der Dankbarkeit deutsche Sitten in unserm Korporntionsleden eingeführt haben. Es ist dies nichts anderes als der Ausdruck unserer Wcsensartnng und im letzten Grunde der treuen Ergebung für unser deutsches Vaterland. Wir stehen heute in einem uns Alle bewegenden Moment der Gegenwart nnd schauen hinanS in die Zukunft, die Fntniift, welche für uns deutsche Minden lür.'.luh non Bernfenen nnd llnbernfenen so viel besprachen und bekrittelt wurde. Die Futurist der dentschen Dulden kann nur daun sichern Bestand haben, wenn sie im Fttsauunetthang bleibt mit der Vergangenheit der Hilden. Wohin führt uns dieset Sie führt nur .',nrück ans die eine gewaltige Tatsache. daN unsere Altvordern ausgetreten sind als Verfechter eines großen Ideals, als Vertreter n n d V o r k a in p f e r des A e ch t s g e - dantens. Wir n. E.er find Idealisten, weil wir seit alters für die Fdee desRechtes kämpfen. Nicht nur um der bedrängten Hilden willen, sondern ans ttilferem selbständigen Willen, weil wir wollen, das; der Rechtsgedanle?,um Siege kouune. Deshalb sind ivir St E.er und wollen es bleiben. Das ist ein Gelöbnis, das sich ungewollt ans der Tiefe der Empfindungen aas unsere Rippen drängt. Wir lv ollen d e n S{ a ,n p s n m s ,)i echt w e i t e r führen. Wir wollen ans deutscher Erde als st a r k e. freie Persönlichkeiten der Ewigkeitsidee des Rechts dienen. Klar das Auge, stark die Hand, treu Dir selbst nnd dem Vaterlande. „Lieber brechen als sich biegen, so muß das Recht siegen." (Stürmischer Beifall). Diese trefflichen. mit warmem Empfinden vorgetragenen Gedanken beschlossen die ernsten Reden des Kommerses. Denn lieblich tlnd heiter, wie der Gegenstaitd seines Lobes, waren die Verse. die nun Dipl. Ing. Albert Stamm-Biadrinae den Damen widmete. Leichtfüßig leitete die Muse der heiteren Poesie hinüber zn dem auf der Schwelle der Fidnlität stehenden Bierdrama, das durch seine anherordentliche Originalität sehr viel Heiterkeit erregte. Nun schloß sich eine sehr lustige und fenchtsröbliche Fidnlität an, die noch lange die Zecher zusammenhielt. ES rvar ein in jeder Richtung gelungener ,tf. E.-Kommers! Würdig vorbereitet, wie schon allein die äußerst geschmackvolle Dekoration deS großen, städtischen SaalbausaaleS bewies, liub ohne jegla'hen Mißton glänzend verlaufen! Erfüllt von fröhlichem ^klingen der Schläger, (Bläser irnd Lieder, geschmückt durch eine Reihe prächtiger Reden, als Ganzes ein beredtes Zeugnis von der kräftigen Lebendigkeit des K. C.-Gedartkells! Ergo vivamus! Dr. Erich Kehr. Eenöenzrede. Gehalten auf dem Stiftnngsfestkominers der Verbindung im K. E. „Viadrina" in Darmstadt von Dipl. Ing. Julius Jacobovics (Viadrirwe» Essen (Ruhr). In dieser frohen, feierlichen Stunde, in der heiterer Sinn zweier Tage ernstes Mühen ablösen soll, geziemt es sich, frei zu bekennen nach außen, was Ziel Utld Streben unseres Bundes, aber auch einen Augenblick Einkehr zu halten bei uns selber intd mit nach innen gerichtetem Blick zu stlchcn, was Erlebnis ist in uns Allen und ob unser Tun uud Fühlen im Einklang steht mit dem. was wir Seele und Geis; der Zeit nennen dürfen. Delm nach bem Grade des ZnsammenklangS llnserer seelischen Kräfte mit dem, was die Zeit vorwärts drängt nnd treibt, hängt leiste,t Eltdes die Einzelpersonlichkeit und deren Wertung ab, ebenso aber die innere Daseinsberechtigung eines organisatorisch ans einen Punkt gelenkten Massenintelletts und Massenwillens. 9hm ist die Zeit und ihre „Seele" schwer zn begreifen, und nur in grober, Zügen können wir ihr Gepräge erkennen; alle feineren Regungen nnd inneren Strebungen bleiben uns verborgen. Wenn nur so den Gang der letzten Jahrzehnte in unserem Vaterlande verfolgen, so sieht es ans. als wäre die leibhaftige Kraft auf Deutschland herabgekonuncn. llebernll ein Erwachen starker Gedanken und politischen Willens, überall ein Znsanunenfassen der besten Kräfte aller möglichen Beoolkernngsschichten. Ter Einzelwitte wird abgelost vorn Massenwillen, die Einzelverantwortung von derjenigen der Vielen. Und das Resultat dieser scheinbar auf einen Punkt gerichteten geistigen, politischen und sozialen Kräfte? Eine ungeheure Stärkung der Gesamtvottskraft, eine breite, nwssive Unterlage für alles Schaffen, das eine Nation groß macht und gesund erhält. Niedere Bevölkernugsschichtendrücken sich in die Höhe, Gewerbesleiß, Handel und Verkehr nehmen einen nngeahnteu Änfschwnng und alles ist in, Gedeihen, was ein Volk zum Wachstn,„ benötigt. Ohne Zweifel war dieses Emporkommen und Mächtig»verden nur möglich, wenn alle, die auf Deutschlands Boden groß geivorden, am Werke waren, um deS Vaterlandes Größe zu mehren. Wenn wir alle Eiuzelgrnppeu. aus denen sich die deutsche Gesamtbevölkernug zusammenfetzt, daraufhin untersuchen, so finden wir das Gesagte stets, freilich nur beim rechten Zusehen, bestätigt. Eine solche Gruppe greise ich hier heraus, der wir selbst zugehörend, das größte Interesse entgegenbringen müssen. Die (Gruppe der Juden