KC-Blätter
- Journal
- KC-Blätter
- Volume
- 1912-1913
- Issue
- Heft 2 (1.11.1912)
- Date
- 1912-11-01
- Page
- Seite 34 (sequence 6)
- Language
- German
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Morte eines modernen Dichters gesetzt hat, die den (Seist des modernen, deutschen Juden wiederspiepeln: „Sich wehren, Junge, sich wehren." (Stürmischer Beifall). Für die Gesellschaft „Neue Hariuauie" überbrachte sadanu Herr Ludwig Trier die Glückwünsche zum Stiftungsfest der Viadrina und pries in warm cmpfuubcucu Warteu die Verdienste des St (5. um die Gesamtheit der deutschen Juden durch die Betonung des deutschen und des jüdischem Standpunktes und die Erziehung feiner Mitglieder zu selbstbewußten Juden und zu charakterfesten Persöulichkeiteu. Nach seinen freudig attsgeuotumenen Wünschen sprach im Aufträge des Vorstandes des Zentralvereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens in Berlin Dr. med. Al a r Mainzer- Frankfurt a. Main (Badeuiae) ungefähr folgendes: Der Vorstand des Zentralvereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens hat mich mit dem ehrenvollen Aufträge überrascht, Ihnen für die Einladung zum Stiftungsfest herzlich zu danken und Ihnen aufrichtige Glückwünsche zu überbringen. In den Kreisen des Jentralvereins ist man sich sehr wohl bewusst, das; von all deu zahlreichen Korporationen, die in mehr oder weniger gleicher Richtung wie die Bestrebungen des Ientraloereins ihr Iiel suchen, keine ihm so gleich ist in der Idee und der Art der Kampfführnng wie der K. C. mit seinen Korporationen. Der Jentralverein erkennt es dankbar an. das; die Idee der Selbstverteidigung nicht gelungen wäre ohne die tatkräftige Mitwirkung junger Akademiker aus den Kreisen des K. 15. Er erkennt es vor allem dankbar an, das; die Verbreitung seiner Bestrebungen über die Reichshanptstadt hinaus ohne die Tätigkeit eines früheren K. E.-ers, der heute noch im Herzen zn uns gebärt, des Herrn Dr. Abel-Essen, nimmer gelungen untre. Er erkennt auch mit Ireude an, das; der jüngste Landesverband des Ientralvereins, der pfälzische, ohne die Mitwirkung eines K. E.ers nie zum dem Ansehen und der Leistungsfähigkeit gelangt wäre, über die er heute bereits verfügt. Vor allem aber empfindet es der Ieutralverein als eine Pflicht der Dankbarkeit, öffentlich zu bekennen, das; es dem K. (5. und seinen ältesten Korporativ u e n namentlich als h o h e s V e r d i e u ft ungerechnet;verden mus;, das; in den Kreisen diese r K v r p u r a 1 i o n e u z n erstder Gedanke der S e l b st v e r t e i d i g u n g anft a n ch t c n n d P r a k t i s ch w n r d c z n e i n e r I e i t, als M u t l o f i g k e i t n n s e r e G l a u b e u s g e - »offen im dentscheu Vaterlande ergriffen hatte. Ans dieser Erwägung erwächst in den Reihen der Leitung des grollen Jentralvereins ein Gefühl innerster Befriedigung darüber, das; auch die Darmstädter K. E.-lkorporation trotz aller Schwierigkeiten von allsten her es verstanden hat. die Ausgaben, die ihr gestellt find. mit vortrefflich.'ttk Erfolg zu erfüllen. Mir im Vorstand des,P'utralvereius haben nur den Wunsch, das; die Viadrina iu gleichem Maste wie bisher, tätig sein möge und auch in Inknnst verständnisvolle Unterstützung dem Ientralverein gelvühren niäge. zu unserm Wahle, znm Wahle mlserer Gemeinschaft und zur Ehre des K. E. (Lebhafter Beifall). Der nächste Redner Rechtsanwalt Or. Strauß- Darmstadt, der für die Ortsgruppe Darmstadt des Zeutrnlvereins Deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens unter Hinweis ans die nahen Beziehungen zwischen K. C. und Zentralverein herzliche Glückwünsche überbrachte. schloß die Reihe der! Vertreterreden. Sie waren in ihrer Gesamtheit nicht um ein Beiveis für die guten Beziehungen unserer l. K. D. Viadrina zn den Studenlenkreisen und zur Philisterschaft Darmstadts. sondern vor allem auch eine Anerkennung und Huldigung der Tendenz unseres Verbandes. Diese selbst sollte »roch einmal an diesen! Abend eine treffliche Behandlung erfahren in der Gründcrrede des Herrn Ur. Lazarus- Viadriuae-Frankfurt. Nach den frischen und lachenden Klängen des .tk. (S. Stiftnngsfestsanges „Hnttoh! llleich Bruder mir die Hand" ergriff er. als Mitgr linder der Viadrina. das Wort und sagte etwa folgendes: Der Geist schaut zurück in die Vergangenheit und der Blick schweift iu die Iaknnft. Mir smd alle jung geblieben, und ech'er Burschengeist herrscht in den Kreisen der Viadrina. Das; sie diese» Geist erhalten hat. das «lacht uus so froh. Menu ich de» Gefühlen der Dankbarkeit v'u Burschen unter uns ansdrücken darf, die hier iu Tarmstadt das vkeis des K. E. gepflanzt haben, jo will ich nicht so sehr znrückschauen in vergangene Lage. Ich will hinaus schauen in kommende Ieiten. Es war mir eine herzliche Irende, deutlich ans all dem, was heute Abend gesprochen worden ist. zn hören, welche Julie von Klängen in allen denen erwacht ist. die heute hier mst uns unser Snstnags fest feiern und damit ihrer Dankbarkeit nns Gründern zum Ausdruck geben. Drec Klänge sinds, so sangen wir vorher, und drei Klänge habe ich gehört. Mein # lb. Bbr. Iacobovics hat in feinsinnigen Anssüh rnngcn eine Signatur der neuen deutschen .',eit gegeben und den Inden dahinein gestellt. Mir sehen der Wirklichkeit unserer Iest llar und hell uw Auge. Ja. wir begnügen uns ni>!u damit, die Mirkliästeit so zn sehen, sie io zn nchiw a. wie sie sich gestaltet, wir habe» auch die Kraft aer Hand gezeigt. Mir haben dem Eigner d u v ch eige u e K r a s 1 bewiesen, wes Geistes Kind;oir find, vast auch wir in der Wirklichkeit uns durchsetzen wallen, das ist der erste Klang, der in nnsern Ohren tönt. Aber noch einen zweiten Klang habe ich heraus gehört ans dem. was heute Abend hier gesagt »oordeu ist. Man hat von miferm I n dent u m, von der Verschiedenheit der Anssaüang über dieses Inden tnm gesprochen. Aber in einem sind wir K. E.er Alle uns klar: wir wollen dem Judentum treu bleiben, wie an ch immer uufere Weltanschanung sich gestaltet hat. ans tiefstem innern Grunde uiib ans Personlichk eit. Es ist ein Stn-l unserer Persönlichkeit, das wir hochschätzen und -u-ht loslasten wölken noch können. Das widciGGch.;a dem Wirklichkeit'-jinn in uns selbst. 'Jr'it bi: ■!■ it m( UM j'lbft, hm» darum bleiben wir Inveu. Und znm Tritten war mit vollem Recht ein Ton angeschlagen, der in nn'ein Herzen helle Junten erregte, cm Ton von der '.'iebe, die dem Vater - lande geweiht ist. Wir sind treue Deutsche und wollen fest und stark zu unserem Deutschtum halten. Wir wollen die Persönlichkeit in nns zur vollen Entfaltung bringe».