KC-Blätter
- Journal
- KC-Blätter
- Volume
- 1912-1913
- Issue
- Heft 1 (1.10.1912)
- Date
- 1912-10-01
- Page
- Seite 25 (sequence 25)
- Language
- German
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ist ciftenlUdi ein Unfug. „Solch' leere Hoffnungen, bei denen der Wunsch der Pater'de- Gedankens ist, wurde ein selbst« bewußtes, mutiges Volk nicht hegen". Diese scharfe Kritik bindert Herrn Lichtheim aber nicht, mit dem Bolle und a n f ihm seineZuknnftspläneaufzubauen. „Lsiille und Kampf" betitelt Gustav Krojanker-Berlin den 3. Artikel nnb versucht eine „Symphonie des Zionismus" zn gestalten. — Der Wille zum Bolkstum ist da. Intellekt mutz ihn stützen. Schopenhauers Wort wird als Stütze herangezogen: „Der Wille zum Leben hat sich den Intellekt als Laterne angezündet". — Mit dem bekannten zionistischen Phantasie-Saltomortaie wird flugS der Wille bei allen angenommen, und der Intellekt mutz stützen. Die Möglichkeit, datz Wille und Intellekt auch auf ein andere« Ziel gerichtet fein könnte, gibt e« nicht. — „Der Zionismus rnht nicht auf dem Fundament unserer Beweise, sondern unsere Beweise ruhen auf dem Fundament unseres Willen«, welchcrZioniSmuS heitzt". Die Möglichkeit eines anderen Willens wird in folgender hübschen Weise erledigt: „Der „Wille gegen den Zionismus" ist vielleicht eine Antipathie, eine Indifferenz, aber kein Wille, denn im Begriff Wille liegt notwendig etwas Positives". Solch' negativen Willen haben nur Abwehrvereine und „ähnliche Kurzsichtigkeiten." Ich kann eS mir nicht versagen, noch einige Abscheulichkeiten der Nicht-Z'onisten (in Deutschland 600000 — &) zum Genuß unserer Leser auzuführen: „Reiner durch nichts gemilderter Egoismus ist nicht böse, sondern dumm, und findet sich auf der Kulturstufe etwa der PapuaS. — Hätte man nicht seine Kinderstube, man wäre versucht, die jüdische Politik aller Kreise der gleichen Entwicklungsstufe (— also der PapuaS! —) eiuznrangieren, sowohl im Borgcheu von Gruppen wie von einzelnen." Ohne die Kinderstube deS Herrn Krojanker hätten wir uuu diesen markanten Papua-Satz seiner Irrealität entkleidet auf unS wirke» lassen müssen. Der Zionismus dagegen ist eine „Selbstverständlichkeit für aufrechte Juden." Wir werden ihn nicht aufhalten. Die Kolonnen marschieren. „Wie fernes Rufen Hallen eure Gegenargumente an unser Ohr. Sie hemmen den Zug nicht. Denn uns bleibt die grotze Freude, im Kampfe zu stehen, nrrd die absolute Gleichgültigkeit gegen eure Widerreden." Am Schlntz dc8 ganzen Artikels steht unmittelbar nach diesen Worten: „Dies etwa und mehr müßte man allen Diskussionen einleitend vorausznschicken Gelegenheit haben." Kann man sich eine köstlichere Einleitung für eine DiSknffion denken k Die Zionisten bleiben schon vor der Diskussion fest, wir nach derselben- 13r. Elias Auerbach-Haifa betitelt seinen Aufsatz „Palästina im Zionismus." — Ein Traktat über Konsequenz. — Er stellt den Satz auf: „Palästina st.-br im Z'^nisnrns wohl am Ende d.r Idee, aber an: Anfang der Ausführung. Räch ihm hat bic abnorme Lage de« jüdischen Volkes keine andere Lösung als die Verpflanzung nach Palästina und die eigne seelische Unfreiheit keine andere Abbilfe. Ec fordert alle diejenige:,, die er nur irgend körnen. Männer mit starkem ge zag er. und tcerCen ihm auch als Gegner unsere Achtung nicht versagen. 13r. Engen Tänblcr-Berlin bringt in den „Gedanken au? der Gejchichtsfuxcustiinde" Ueberfichtsbilder an« der trostlosen passiven Vergangenheit der jüdischen Geschichte und knüpft daran die Hoffnung auf daS Aktivnm der Zukunft: Zionismus. Märtyrer einst — Helden jetzt! ' Die schlimmste Nummer (6) liefert der Artikel von vr. William Unna-Hamburg „Streiflichter aus dem jüdischen Ghetto." Ihm hat's die Abschüttelung des Herrn Sombart durch die jüdischen Organisationen angetan. — Ter Artikel steht in seinem geifernden Tone so tief, dutz er von allen anderen etwas abgcruckt werden mutzte. Auf ihn fällt wabrlich ein grelles «Streiflicht au« dem jüdischen Ghetto." Da liest man „schamloseste Selbstentäntzernng" - „Hauflererseelen" und dergl. mehr. Und da« alles, weil erfreulicherweise die Jndcnheit — nnb zwar erfreulicherweise auch ein nicht unbeträchtlicher Teil der zionistischen — nicht blotz die Lobsprüche Sombart« schmunzelnd eingesteckt hat, sondern sich entrüstet gegen die tiefverlctzcnde Art wandte, mit der Sombart die Inden Schache-' rer von ReligiouS-, Bluts- und Gelegene itswege» benannte. Herrn Unna aber braucht Herr Sombart nur zu sagen: Du hast recht — mit deinem Zionismus, und er verträgt dann so viel moralische Fußtritte, wie Sombart ihm zu applizieren die Neigung hat. Hans Bloch-Berlin schließt mit seiner „Legende von Theodor Hcrzl" den Reigen der Ausiäve friedlicher und sympathischer mit einer Vision aus dem heiligen Lande, in der er Sein und Werden des Zionismus in poetischer Verklärung zu zeigen sucht. — vr. Alfred Gold sch m i d t - König-Kutte (Biadrinae). Zu dem gleichen Thema schreibt uns unser L -Mitarbeiter: Dem Beispiel des B. I. C. zu Beginn de« Semesters ein Propagandaheft heranszngcben, ist das K. Z. V. gefolgt. Zum ersten Mal tritt es jetzt mit einer grt ansgestatteten Flugschrift au die Oeffentlichkeit. die in mehreren Aufsätzen seine Tendenzen der jüdischen Sindentenscha st näher bringen soll. Der erste Aufsatz „Vom 43m idicindjcn:* r zum K. Z. B c:" soll in einer allgemeinen Uebernckt über die Geschichte der jüdischen Studentenschaft Deutschlands zeige:., wie daSK. Z V. entstand, und zugleich Gelegenheit geben, mit den übrigen Verbänden abznrechnen- Sein Wissen über den K C. hat allerdings der Verfasser offenbar ausschließlich aus der Zeitschrift des B- I. Cgeschöpft- Nicht eia einziger neuer Gedanke scheint ihm gekommen zu sein, selbst bis auf den vom B- I- E. frei erfundenen Namen unseres Verbandes hält er sich getreulich an das. was der B I. E. sich über den K. E. zusammengedichtet hat. So kehrt natürlich auch der nn8 vom B. I. Egemachte Vorwurf wieder, derK. E.-Tendenz fehle jeder positiv-jüdische Gesichtspunkt, einzig und allein die Abi»e!,r des Antisemitismus fci ihr Inhalt. Mau sollte eigentlich annehmen, datz jemand, der über die Tendenz des K. E. schreiben will, sich wenigstens einmal den Tendenzparagraphen ansehe, der doch in jedem Heft der K. E -Blätter abgcdrnckt ist. Dort würde er sofort gefunden haben, datz die Tendenz deS K- E. neben dem Kampfprogramm ein sehr eingehendes ErziehungSprogramm umfaßt, an dessen Soitze die Erz,-düng der jvogrn K. E tri fttm se'bäbenmtzren Icrdrki'H ' (iJe-cn u ur.ö-br ist feie Behauott'.ng. 5er K. C halte feine Mitglieder absichtlich von jedem tufertn jüdischen Problem fern- Auch hier hätte ein Blick in irgend ein Heft der K. E -Blätter ge-iügt, um aus d«n Berichten der Verbindungen zu eutn-bmcr. doß dv7' ir Vper'äner i'z :Hi ' :/Tr.rr :mrffen-- fL.r'rl:chen tlbenren. rn Tecr-euzfur-rrs:.:. ,e»r. in Latz Verbmdnngriübliotheken den Aktiven G l ien'qeit geben» sich über alle indischen Gebiete zn insarmierrv. und er würde ferner gefunden haben, datz auch die K '.-Biätter sich bcinüben. alle jüdischen Gegenwartsfragen z» erörtern. Woher der Verfasser die weitere seltsame Behauptung hat, der K. E. erblicke im Judentum eine „von der Ungnade der andern geschaffene Zwangszusammengehörigkeit" (I), ist höchst unklar. Sie ist zu unsinnig, um einer Widerlegung zu bedürfen. Auch datz er den K (5. eine .Verlegenheitrerscheinnng" nennt und sich zu der ungehörigen Behauptung versteigt, die K. C-Erziehrmg mache seine