KC-Blätter
- Journal
- KC-Blätter
- Volume
- 1912-1913
- Issue
- Heft 1 (1.10.1912)
- Date
- 1912-10-01
- Page
- Seite 17 (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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Im engsten Zusammetihang mit derZeitnngsfrage steht die Programm frage eines Verbandes, da nach ihr die weiften studentischen Zeitungen orientiert werden. In der Prograuunfrage sind in der Freist»« dentenschast mieder einmal scharfe Gegensätze hervorgetreten, die eine Einigung 5itr Zeit nach nicht ermöglichten, lieber die Frage der Beteiligung der 'Stnbenhni an der Politik, deren Betätigung bekanntlich a»r Suspension verschiedener Finlenschaften geführt hat, ivnrde lauge verhandelt, jedoch ohne Resultat. Es soll mm versucht werden, die widerstreitenden Richtungen auf ein Mindestarbeits Programm zu einigen, bcffc» Hauptpunkte sein sollen: 1. soziale und wirtschaftliche Hebung des Stndententums, 3. rltefvrm der Disziplinargesetzgebnng der Studierenden, 8. Schaffung von politisch und religiös neutralen, behördlich anerkannten Ausschüssen, die die Richtinkorporierten zusammenfasseu sollen. Die Frage des inneren Aus bans des Verbandes (taub auf der Tagesordnung zahlreicher Verbände. Hierüber nntrbc verhandelt im R. S. C., der — ebenso wie der R. D. E. nach Fallenlassen des technischen Prinzips — nach Beseitigung des tierärztlichen Fachprinzips im Zusammenhang mit dem kürzlich eingeführten Erfordernis der Maturität für die Veterinärmediziner einer größeren Entwicklung als bisher entgegengeht, wurde verhandelt im V. D. St., in dem sich die Altherren-Organisationen zu einem ,. G e s a m ta l t h e r re n v e r b a n d" zusammen - geschlossen — die Gründung eines allgemeinen Altlierrenverbandes ivird om1) vom R. D. C. augestrebt, — und besonders im A. D. B., der vollständig neue Satzuilgeu (170 Paragraphen), die in tnehrsähriger Arbeit von SatzmtgSansschiissen vorbereitet waren, unter sofortiger Inkraftsetzung annahm. Bei der Renabsassnng der Satzungen wurde besonderer Augenmerk ans ihre organische Durcharbeitung gelegt. Abgesehen von den Bestimnmngen über den Zweikampf, von denen unten noch die Webe sein ivird, sind die Satzungen in der A. D. B.-Zeitschrift nicht mitgeteilt. Wir entnehnlen derselben nur noch die Abschaffung des nach den bisherigen Satzungen eingesetzten ständigen Ehrenrates zur Erledigung von Streitigkeiten innerhalb des Verbandes. Statt dessen stich in den neuen Statuten Bestimmlnigen festgelegt, die von Fall zu Fall die Einberufung eines Ehrenrates durch die Parteien regelii. Weitere Paragraphen betreffen die schnellere Erledigung von Verbandsgeschäften. Einen breiten Raum beanspruchen alljährlich die Mensur de batten bei den Verbandstaaungen. Der V. D. St. hat sich gegeli das „Ramschen", das Suchen nach Händeln, ausgesprochen, und D. C. und B. C. wollen Bestrebungen zur Beseitigung von tätlichen Beleidigungen fördern. Im vorigen Jahrgang dieser Zeitschrift*) haben wir bereits unserer Sympathie für alle Bestrebungen, die dahin zielen, der der Studentenschaft unwürdigen Hauerei Einhalt zu tun. Ausdruck gegeben. Wir haben aber Bedeukeu geltend gemacht, ob der vom S. E. zur Bekämpfung des Prügelkomments zuerst vorgeschlagene und dann in zahlreichen Universitäten eiugeführte Modus, Wussenringe zu gründen. welche dam» die diesen lucht augeschtossene»» Berbiudullgen terrorisieren, zl: denn geivünschten Ziele führt. Durch derartige Maßnahmen lassen sich tätliche Beleidigungen nicht beseitigen. Im Gegenteil, durch sic wird der Holzkommeut geradezu begünstigt. Die tätliche Beleidigung hört von selbst auf,'wenn allen honorigen Studenten die in studentischen .irreifen übliche Satisfaktion erteilt Ulld diese nicht von nnbilligcm Bedingungen abhängig gemacht wird. Was in dlesemPunktegeleistet wird, ist unerhört. Eirr in letzter Zeit bei einer Z. E.-Berbiudnug vorgekomimmer Fall ist charakteristisch für die Wasfenringe. Ein Angehöriger des K. E. hatte sich voll einem Mitgliede eines der großen Berbäude Satisfolliou zu holen. Der Gegner erklärte sich bereit ■{'), diese zu geben; aber er knüpfte die Vedingung daran, daß der K. C.er die e h r c n w ö r t l i ch e E r k l ä r u n g abgcbe, für die Zeit der Partie aus seiner Berbindung auszuspringen und nie wieder in d i e s e l be e i nz u tr ete n. Eine solche Bedingung wird natürlich nur gestellt, nm abgelehnt zu werden. Sie soll den Mangel au Mut mtf Seiten des Gegners decken. „.Wiiciferci" ist der richtige Ausdruck für die Stellung einer solchen Bedingung. Wie soll sich der Beleidigte in diesen und ähnlichen Fällen Satisfaktion holen? Da gibt es nur den Holzkomment; ein Anstrag auf blanke Waffen wird ja absichtlich unmöglich gemacht. Wer die tätlichen Beleidigungen ernstlich beseitigen will, der wende sich gegen das anmaßende Vorgehen der Wafsenringe, das die bestehenden Gegensätze nur verschärft. Den gleichen Standpunkt, den wir hier stets eingenommen haben, vertritt ein Beschluß des A. D. B.: „Der A. D. B. tritt nv.imudtjcmajj für die Meichbercchtigniig oller Stnbniteu m allgemeinen studentischen Frage»! ein. Tal» r verurteilt er anss schärfste den Versuch der Beslinnmurg schlafenden Verbände, sich durch lokale oder gar weiter reichende W a s f e n r i n g e eine Vorherrschaft im studentischen Leben ,»u sichern, und erwartet oon seinen Burschen» schäften, daß sie sich möglichst führend und überall an der Bekämpfung der Sonderbestrebungen jener Verbände beteiligen". Diesem Beschluß hat man gleich die Tat folgen lassen. Man bestimmte nämlich, daß die Burschenschaften des A. D. B. sich in Zukunft *) 2. Jahrg. 9fc. 4 E. 1Ä/67.