KC-Blätter
- Journal
- KC-Blätter
- Volume
- 1912-1913
- Issue
- Heft 1 (1.10.1912)
- Date
- 1912-10-01
- Page
- Seite 16 (sequence 16)
- Language
- German
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10 Tagungen studentischer Verbände 1912. Wie alljährlich, so versammelten sich auch in diesem Jahre au Pfingsten Scharen von Alten Herren und Studierenden ans bcn Abgeordnetenlagen ihrer studentischen Verbände. In ihren fett alters gewählten Ortschaften — deren Namen sie meist ihrer Perbandsbezeichnung beigegeben — hielten sie Sitzung: der L. C. in Kolmrg, der R. D. E. in Rüdesheim, in Eisenach der D. C., in Rudolstadt der S. C., der A. D. B. in Frankenhansen (Kpsshättser), der W. S. C. in Weinheim, in Ketbra (Kyffhcinfer) der B. D. St. und nur der Köseuer S. C. seit IW zum ersten Male nicht in seinem Kosen, sondern in dem „gastlicheren" Naumburg. Die „Köseuer Frage" hat dem Verbände schon viel Kopfzerbrechen gemacht. In mehreren Artikeln wurde in den „Akademischen Monatsheften" diese siir den S. C. anscheinend hochbedentsame Frage besprochen. Der Raummangel in Käsen, das geringe Entgegen kommen der dortigen Stadtverwaltung, das waren häufige lluterhaltungsthemata in korpsstndentischen Kreisen. Zn einer Entscheidung ist man in Naumburg nicht gekommen, obwohl die Altherrenschaft und die Aktiven in gemeinsamer Sitzung die Angelegenheit eingehend berieten. Die Kommission soll weiter arbeiten. Inzwischen wird die Hoffnung, unter besseren Bedingungen wieder nach Käsen zu kommen, nicht aufgegeben. Der nächstjährige „Köseuer" wird wohl wieder in Naumburg (oder in Jena?) tagen, lieber dieses Thema werden nur noch viel in den Akademischen Monatsheften zu lesen bekommen. „Akademische Monatshefte. Organ der deutschenKorpsstndenten",diesenschönen4lamenwerden wir bald entbehren müssen. „Deutsche K o rp s - zeitung" soll das Organ des S. C. in Zukunft heißen, soll halbmonatlich in kleinerem Format erscheinen, mit reicherem Inhalt, wobei auch aktuelle Fragen erörtert werden sollen. Die „Meldungen" in den Heften sollen fortfallen, dagegen das Organ womöglich durch offizielles Abonnement der Aktiven uub Inaktiven wesentlich verbilligt werden. Das sind die Richtlinien, nach welchen eine Kommission dem nächsten „Kongresse" einen fertigen Entwurf vorlegen soll. Die Reform der S. C.-Zeitung ist wirklich notwendig»' denn die Monatshefte stehen ans einer einem großen Verbände nicht würdigen Stufe. Mit Recht wiesen kürzlich die „Akademischen Blätter" des Kpffhäuserverbandes darauf hin, daß sich der Inhalt der Monatshefte in der Hauptsache auf korpsgeschichtliche Aufsätze und Mitteilungen, Dinge, die für weitere Kreise nur von geringerem Interesse seien, beschränke. Nur sehr selten fänden sich in ihnen Aufsätze über allgemeinere studentische Fragen. Das soll nun nächstens anders werden. Die Frage der Verbesserung ihrer Verbandszeitschriften war auch bei andern Verbänden Gegenstand lebhafter Besprechungen. Allerseits wurde über die Entwicklung der Zeitung berichtet.. wobei die große Bedeutung der Verbandsschnfr für das Ansehen des herausgebenden Verbandes hervorgehoben wurde. Die F re i st u d e u t e n s ch n f t, die in Weimar tagte, hat eine grundlegende Aenderung ihres Organs, der „Akademischen Rundschau", beschlossen. Diese soll ab Oktober 1912 in nenem Verlag und neuer Form erscheinen und auf wissenschaftlicher Grundlage ein Organ für das gesamte Hochschulwesen und die a k a d e m ische u Beruf s st ä it b c werden. Dem Bericht des W. D. 15. entnehmen wir. daß der „deutsche Burschenschafter" sich befriedigend entwickelt und sogar den für eine studentische Zeitung nicht unbeträchtlichen Reingewinn von 2100 Mk.. der dem Verbände zur Verfügung gestellt wurde, erzielt habe. Ob sich dieser Bericht auch auf den Inhalt der Zeitschrift bezieht, ist nicht ersichtlich. Den Vergleich mit den Burschenschaftlichen Blättern des D. C. oder mit den Akademischen Blättern des V. D. St., die wohl die am besten redigierten studentischen Zeitschriften sind, kann der „deutsche Burschenschafter" nicht aushalten. Weniger günstig in geldlicher Hinsicht als der „deittsche Burschenschafter" scheint die L. C.- Zeitnng abgeschnitten zu haben. Wohl zur Hebung ihrer Einkünfte sind laut Beschluß der Coburger Tagung die Inaktiven zum Bezüge der Zeitung verpflichtet worden. Die Zeitung soll neu organisiert iverden. Im K yffhäu s e r v e r b a n d ist ein Antrag, eine st ä n d i g e innere Beil a g e zu den Akademischen Blättern — wie nur sie seit Jahres frist haben — zu schassen, a b ge lehnt worden mit der Begründung, daß die Vereins berichte in ihrer jetzigen Form hervorragend geeignet feien, der Oessen'tlichkeit einen wertvollen Einblick in das geistige ^eben und die theoretische und praktische Arbeit der Vereine zu verschaffen. Man kann es wohl verstehen, daß der V. D. St. auf seine Verbandsnachrichten in der Zeitung nicht verzichten will; denn diese sind meist wirklich vorbildlich abgefaßt. Für solche Vereinsberichte, die öffentliches Interesse haben, ist ja auch die Zeitung da. Daneben kann aber mit bestem Erfolge eine interne Beilage bestehen, die Berichte über Kassellangelegenheiten.Atensursachen, vertrauliche Beschlüsse rc., also Gegenstände, die füe die Oefsentlichkeit nicht bestinunt sind, aufzunehmen hat.