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KC-Blätter · 1912-10-01 · Heft 1 (1.10.1912) · p. Seite 5

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Journal
KC-Blätter
Volume
1912-1913
Issue
Heft 1 (1.10.1912)
Date
1912-10-01
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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5 Fühlen und Denken, tiefgreifende Unterschiede zwischen Jlldeu und Nichtjudeu bestehen, so daß die Leistungen der Juden nan feinfühligen Nichtjnden als Fremdheiten empfunden werden müßten. Der große Einfluß der Juden auf allen Gebieten des 'geistigelt Gebens ist ihm unsympathisch. Er luitt es auch nicht gelten lassen, daß die Juden ihn etwa einer gräßerell Befähigung für diese Aufgaben zu banfcn hätten, sondern seht ihn auf das .Viouto „außerberuflicher Eigenschäften", insbesondere des größeren Neichtums, der jüdischen Hilfsbereitschaft, der Geschäftstüchtigkeit. Betriebsamkeit und AupafsMigsfähigkeit der Juden, also Eigenschaften, die der: Bewerber im Konkurrenzkampf fördern, ohne seine höhere Begabung dazntnn. Er verurteilt den Einfürß, weil er frernden Geist in die deutscheKultur einfiihre: „Ist es 1111*3 andern.',N verdenken, wenn wir hier von der „Benonliuiig" unsres „geistigen Besihes" dnrch jüdischen (Seist ein Eindringen fremden nnd also für n n s r e .Unltnrpflege u n echte n Bolksnhlens befürchten t Wir tun das manchmal sogar da, lvv die betresienden jüdischen Verwalter der besten Absicht und des besten (Slanbens sein mögen. gerade dem nationalen Fühlen ihres Wirtvolkes zu dienen. Denn es wird nicht allzu hänsig sein, das; sie das k ü h n e n. Beruht doch der auf;erordent!iche Wert des Indentnms in derKultur gerade ans ihrem Anreden dnrch Fremdes, in ihrem Wirken als „Sauerteig". (Sott, bewahre uns davor, ans den Kultur Sauerteig verzichten zu wollen. Aber mehr Sauerteig als Brotteig, das geht nicht. Nicht nur neben, sondern vor dem Fremden mns; das uns Heimische, daü uns Bolksmäßige, das in unfern Tiefen Ursprüngliche stark gehalten werden, sonit kommt heraus, was in Japan heranskommt, wenn man nicht blos; all das Europäische in die Zivilisation herübcrholt. sondern auch die«Kultur. die Kunst europäisieren will. Wie kann der eine fremden Stammes nnd frcuibcr LSeschichte für die hundert andern zum Pfleger ihrer Eigenwerte berufen sein;" Die Lösung sieht er aber uicht in der vollständigen Trennung, der Auswanderung der Juden. „Das Endziel können die, in deren Alainen ich spreche, nie nnd nimmer dort sehen, wo cs den Antisemiten erscheint. Schon deshalb nicht, weil wir glauben, das; nicht ein Bolkstnm allein, nnd sei es das beste, auf allen (Sebieten die Höchstleistung der menschlichen (Sesamtknltnr entwickeln kann, lvenu auch jedes Volkstum zu ihr nichts Wertvolleres beizntragen vermag als sein Eigenes. Die Aufgabe sieht er vielmehr darin, die Arbeit von Inden nnd Nichtjnden derart zn organisiere», das; beide ihre, der in e n s ch l i ch e n lS e m eiuschaftnühlichcuBor - züge höchstmöglich entwickeln können, während sie sich gegenseitig mindestmöglich hemmen." . Auf rein zivilisatorischem Gebiet hält er eine Zusammenarbeit für geboten: „In Handel uttb Industrie, bei der wissenschaftlichen Tatsachenermittelnng nnd praktischen Tatsachenbenlchnng (z. B. durch Arzt. Chemiker. Ingenieur) sowie auf weiten Feldern deS praktischen Lebens können sie und wir nicht nur neben-, sondern nach mitsannnen in Frieden nnd Buhen arbeiten und einander Helsen." Aber der Mitarbeit au der geistige» Kultur Deutschlands solleu sie sich enthalte«; er empfiehlt den deutschen Jtlden, sich anftatt dessen der neuhebräischen Kultur zuzuweuden, die er ihnen als reinstes Erzeugnis jiidischer ^lassenkultur schmackhaft ztl machen sticht. Er sogt: „Den Wert eines rcnfi;en seiner selbst bewußte» Judentums geringznschähen. das schiene mir nach all den Werten, die es gebildet hat, eine nahezu erstaunliche Dummheit. Wir achten den Zionismus durchaus, sind aber fern davon, den Inden, die ihr Bolkstnm pflegen nwllen. de halb ihr Wohnrecht m Deutschland oder ihre Ingrl mrigkeit znm deutschen Bolk im politische» B.'grü' libznstreiten. Tie Bereicherungen der (Sesamtlnltnr dnrch jüdisches Wesen können nur hui so besser wirken, je rassiger, je „urtümlicher" sie sind. Das Judentum wollen üe stärken.das Judentum beredeln. an das Judentum also wenden sie sich, dann geht es erst recht nicht an. daß ihre Leitungen nnd Feitschrifte». ihre Theater, ihre Veranstaltungen welcher Art immer sich aus (Seschäfts- oder Mnchtwillen geben, als wären sie Vertreter des gesamten vorwärtsstrcbenden Deutschtums. Eine nnverdecktc jüdischeKiilturpslege dagegen könnte mit der ihres Bichtjndelitnms bewußten deutschen so frenndschaftlich nebeneinander nnd große Strecken lang znsammengehn, wie die jeden nnd ander» fremden Bottstnms. Die besonderen jüdischen Werte würden um so besser gelten, je reiner sie siuc». Es ist ja so häufig gerade das Gemischte. Halbe, das Nichtgewagte. daoVerstntte, das „Tentfchelnde", was nns im jüdischen Schrimnm abstößt. Aber auch ihre Produktion durfte viel wertvoller werden, als das meine der gegenwärtigen psendogermanischen. die jo gar nicht ans tiefen Wurzein treibt. Die Sprache müßte wohl hebräisch oder „yiddisch" sein, aber es gibt ja Ueberfeher. Der (Sedanke. man wolle nufer Bolk jüdisch „verwalten", siele bei solcher Literatur made in Israel ganz weg, nnd so würde sie von vielen auch unbefangener gewürdigt." Besteht nun tatsächlich ein derartiger Unterschied zwischen Juden und Nichljuden, daß diesen die jüdischen Leistungen als fremd, undentfch erscheinen müßten, daß deutsche Kultur bei Inden höchstens ein „Gemischtes, Halbes", etwas Unechtes und Unnatürliches sein könnte? Gewiß iväre töricht zu leugnen, daß Juden vielfach anders empfinden und denken als Nichtjuden. Man denke an den „jüdischen Familiensinn", die „jüdische Hilfsbereitschaft", an den „jüdischen Witz", die auch Aveuarius erwähnt, und an manche andere schlechte und gute Eigenschaften, die uns als „spezifisch jüdische" erscheinen. Handelt es sich hierbei aber um nationale Eigenschaften, um völkische Eigenart? Aveuarius behauptet es. Er macht sich den Nachweis denn doch etwas zu leicht, indem er sich einfach auf sein Gefühl beruft, und sich damit auf recht bequeme Weise außerhalb jeder Dis-

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