KC-Blätter
- Journal
- KC-Blätter
- Volume
- 1911-1912
- Issue
- Internes Heft der K.C.-Blätter (25.7.1912)
- Date
- 1912-07-25
- Page
- Seite 23 (sequence 22)
- Language
- German
- Belongs to
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- Wesel 1× ep/1045997
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Außerdem hat der Verband sich die gerade für die jüdische Jagend so dringend notwendige Pflege der körperlichen Ausbildung seiner Mitglieder zur besonderen Aufgabe gestellt. Diese Ziele, suchen die Vereine durch Veranstaltung von Vortragsabenden über jüdische und allgemeine Themata, von Lehrkursen der verschiedensten Art, durch gesellige Veranstaltungen und Ausflüge, sowie bitrrf) die Pflege des Turnens und sonstiger Leibesübungen zu erreichen. Ueber den A u f b a ll lllld die Gliedern n g des Verbandes sei Folgendes bemerkt: Ein Grundsatz der jüdischen Jugendbewegung besteht darill, das; die Vereitle von den jllllgen Leuten selbst geleitet werden; der Vorsitz wird nieist von einem jungen Akademiker geführt. In zahlreichen Städtell^ so in Aachen, Duisburg, Essen, Kreuznach, Mülheim-Ruhr, Posen, Stettill linb Wesel sind K. C.er Vorsitzende der Vereine, während sie in zahlreichen andereil Vereiilen sonstige Vorstandsänlter eillllehnlell. Die Leitung des Gesamtverbaildes erfolgt durch die alle zwei Jahre zusammelltretende Versamlnlnng der Delegierten der Vereitle. Die laufenden Geschäfte werden durch den Verbandsvorstand geführt. der sich ans einem pecfönlicf) gewählten Vorsitzenden (z. Zt. Rechtsanivalt v'. Apfel, Berlin) ben Vertretern voll K Vercillen lz. Zt. Berlilt, Bralmschweig, Breslall,' Köln, Frailkfllrt a. M., Hannover, Straßburg, Thorll) und den mit beratender Stimme an beit Verhandlungen teilnehmenden Vertretern der Großloge für Deiltschland 0. 0. 6. B., des Zentralvereins, des Deutsch-Israelitischen Genleilldebundes lllld des Verbandes der deutschen Juden. Anßerdenl bestehell noch besolldere Bezirksverbände, rvelche die Arbeit iit den einzelnen lokal abgegrenzten Gebieten übernehmen. Wenn lvir mm zu der Jugendbewegung Stelstlllg llehlllen lvollen, bürfcit wir nicht nur ihre günstigen Wirkungen ins Auge fassen, sondern wir lllüssen gerade in erster Linie die Nachteile und Gefahren, die die Bewegung in sich birgt, berücksichtigen lllld würdigen. Nicht ohne Absicht iverde ich gerade hierauf in den folgendeil Ailsführllngell mein Hauptaugenmerk richten. Der schwerste Einwand, der gegen die jüdischen Jllgeildvereine erhobell wird, ist der, daß sie die konfessionelle Absondernn g förberten. Bei der Jugendbewegung liegen in dieser Hinsicht die Berhältilisse vielfach' anders, als in der Studentenschaft. Denn es existieren tatsächlich zahlreiche kaufllläilnische Vereiile auf illterkollfessioneller Grmldlage, die jüdische Mitglieder aufnehnlell. Ferner nehmen allch die der delltscheu Tunlerschnft angehörigell Turrwereille Jllden auf. Es wäre zweifellos ein großer Nachteil, wenn dllrch die Jugendbewegung ein Ausscheiden der jüdischen Mitglieder aus diesen Verbänden veranlaßt würde. Diese Gefahr ist jedoch auch von der Verbandsleituug ernsthaft ins Auge gefaßt worden, die stets aus die Not Wendigkeit der Mitarbeit in interkonfessionellen Organisationen hinweist. Charakteristisch hierfür ist ein Beschluß, deil der westdeutsche Bezirksverbandstag. im Anschlllß all eine Resolution, in der die Gründung voll Tllrilriegell gefordert ivllrde, gefaßt hat. Dort heißt es: „Es ist durch gleich,'.eilige Empfehlung des Besuches allgemeiner Turuuereule seitens der geub' tereu Turner, sowie durch > malige Hühlungnabme mit deren Vorständ.n und >>eu allgemeine l Aus schufsen für Iilgendpslege Verständnis für unsere Bestrebungen in weitere Ureise ,;n tragen. Ins» besondere knuu hier die Attfllnenng darüber einfetzen, das; unsere Tnrnabteilnugeu ebensowenig wie unsere Vereine selbst einen kunfessiolu Ilen Abschlnsl erstreben, sondern, daß wir in «imrn Verbänden ernste erzieherische Ansgaben lösen wollen, die in interkonfessionellen Vereinen uici)t gelöst werden können." Allch eine geistige Entfremdung des jüdische» Volksteils voll der übrigen Bevölkerung durch die Züchtung jüdisch partilularistischer Gesillnllng ist bei richtiger Leitlmg nicht zu befürchten. In allen Vereinen wird eine Abwechsillng der Beschäftigllllg mit jüdischeil und allge-' lueiuen Fragen eingehalten. Insbesondere wirkt aber die Pflege deutsch-vaterländischer Gesillnung, die nach den oben dargelegten Telldeilzeil zu ben Allfgabeil der Vereine gehört und ferner die Abhaltung voll A» liefen für staatsbiirgerliche Erziehung, die in vielen Vereinen bereits existieren, einer partikularistischen Elltwicktllllg elltgegeil. Gerade in dieser Hinsicht könnte eitle zielbewusste Mitarbeit der K. E.er von großem Vorteil sein. Am hällfigsteil wurde der neutralen Jngendbeivegung der Eiilwand elltgegengehalten, daß die Wahrung der Neutralität in den Vereinen llicht lilöglich sei. Jedoch hat die Erfahrung gelehrt, daß eine breile Plattform vorhanden ist, auf der alle Richtullgen bei gutem Willen Zusammenarbeiten können. Gerade die Zllsanlillenarbeit in genleinsamen Vereinen hat sich als eill hervorragendes Mittel bewährt, dem zersetzenden Parteigeist elltgegeuzuarbeiten. Atterdillgs ist eS richtig, daß nalnentlich von zionistischer Seite verflicht worden ist, die Jugendbelvegllng ihren Parteizwecken dienstbarzu machen. Jedoch sind die Versllche fast überall gescheitert. Interessant ist in dieser Hinsicht das Geständnis des Nefererldars Felix Noseublüth (B. I. St.), der mtf denl Posener Delegiertelltage der deutschen Ziouistell nach einem Berichte unseres l. Kb. Kronlbach (Bergt. Mitteiluilgen v. 1. Vl. 1912 Seite 19) sagte, man habe gehofft, unter dem neiltralen Gewände in den Jugendvereinen in