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KC-Blätter · 1912-07-25 · Internes Heft der K.C.-Blätter (25.7.1912) · p. Seite 22

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Journal
KC-Blätter
Volume
1911-1912
Issue
Internes Heft der K.C.-Blätter (25.7.1912)
Date
1912-07-25
Page
Seite 22 (sequence 21)
Language
German
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Auf Grund dieser nach beiden Seiten hin gewichtigen Erwägungen wird man wohl dahin gelangen, eine prinzipielle Stellungnahme zu der Idee des allgemeinen Ehrenrats abzulehnen. Es wird aus die konkrete Ausgestaltung der Ehrenräte ans den Geist, unter dem Wahl und Sitzungen der Ehrenräte ftetjeu werden, auf den Grad der Beteiligung seitens der andern Verbünde ankvmmettz Gelingt es, E. R.-Ausschüsse zustande zu bringen, deren Mitglieder hinsichtlich ihrer Persönlichkeit, insbesondere hinsichtlich Honorigkeit und unparteiischer Gesinnung keinerlei Bedenken Anlassen und auch von antisemitischen Vorurteilet» frei sind, glückt es ferner, alle Verbände ausnahmslos oder wenigstens mit nur unbedeutenden Ausnahmen zu diesem Zweck zusammenzubriugen, dann dürfte wohl auch ein Mitwirken unsrer Verbindungen zu empfehlen sein. Solange auch nur eine dieser Voraussetzungen fehlt, ist dringend davor zu warnen, sich solchen Ausschüssen ausznliefern. Rach dem jetzigen Stand der Bewegung sind diese zu unsrer Teilnahme nottvendigen Voraussetzungen noch nicht erfüllt. Ein vom allgemeinen studentischen Ehrenrat in Güttingen erbetener Bericht lautet sehr resigniert dahin, „daß die Zeit für solche Bewegungen »»och nicht reif zu sein scheine". Rach ^diesem Bericht verhalten sich S. C. und L. C. der Bewegung gegenüber ablehnend; die Verhandlungen mit dem D. C. haben noch zu keinem Resultat geführt. Der Göttinger E. R. ist seit feinem Bestehen (W. S. 1909/10) nicht über 6—6 Fälle hinausgekommen. Die Beteiligung, die anfangs einigermaßen rege war, ist wieder zurückgegangen, die Zahl der in den E. SJ{. gesandten Vertreter ist gefallen. Kurz, der allgemeine st. E. R. ist über das Anfangsstadium noch nicht hinaus. Es wird deshalb folgende Resolution vorgeschlagen: I. Der K. C.-Tag hält einen Anschluß an die allgemeiner» studentischen Ehrenräte nach dem heutigen Stand der Bervegurrg nicht für ratsam.*) II. Die einzelnen K. C.-Verbindungen werden aufgesordert, von der etwaigen Gründung studentischer Ehrenräte an ihren Universitäten den Geschäftssührenden Ausschuß zu unterrichten und ihr» über die Art der Geschästshandhabung dieser Ehrenräte ltnb das Maß der Beteiligung an ihn auf dem Laufenden zu halten. *) Die vorstehende Fassung eines Rates ist gewählt, weil es mangels jeder statutenmäßigen Grundlage zweifelhaft ist, ob der K. C.-Tag den einzelnen Verbindungen über den Beitritt bzw. Nichtbeitritt zu solchen Ausschüssen Vorschriften machen kann. 17. Interpellation des cheschäftsführende» Ausschusses des K. E. Welche Erfahrungen hat der K. C. bisher niit der jüdische» Jugendbewegung gemacht und welche Wünsche werden seitens des K. E -Tages betreffs der jüdischen Jugendbewegung geäußert? Referat von Assessor Karl Löwenstein. Aachen. (Licariae, Rheno-Silesiae). In der deutschen Judenheit ist seit mehr denn eitlem Jahrzehnt das Bestrebell hervorgetreten, die schulentlassene Jugend ,;u selbstständigen Organisationen znsammenznfassen, um systematisch auf ihre Fortbildung einznwirken und ideale Interessen und jüdisches Selbftbewilßtsein bei ihr zu wecken. Dies ist teils auf der Grundlage einer bestimnrten politischen oder religiösen Richtttng (zionistische nttb liberale Jugendvereine, letztere in Berlin und Posen), teils auf neutraler Grundlage erfolgt. Rur die „tieutralen" jüdischen Jugendvereine haben bisher eine größere Bedeutung erlangt, nur ans sie bezieht sich dieses Referat. Die „n entrale n" Jugendvereine, d. h. diejettigen, welche keine bestimmte politische oder religiöse Richtung verfolget», habet» sich aus Anregung und unter Mitwirkung der Großloge fiir Deutschland 0. 0. ö. 15. und de§ Zentralvereins ztl eilten» „V e r b a t» d e d e r j ü d i sch en Jugendvereine Deutschlands" zusammengeschlossen. der bei seiner Gründung im Mai 1909 25 Vereine mit 1300 Mitgliedern umfaßte, bereits im März 1911 70 Vereine mit 8700 Mitgliedern zählte und heute auf 84 Vereine mit 13 0Ö0 Mitgliedern angewachsen ist. Die Ziele des Verbandes sii»d bei Gelegenheit einer Umfrage folgettdermaßen umschrieben worden: Der Verband bezweckt, 1. die schtllentlassene jüdische Jugend zu treuen, selbstbewußten Anhängern ihrer altehrwürdigen Gemeinschaft heranzuziehet» und ihr stets vor Auger» zu führen, daß nur ein aufrechter Jude der atldersgläubigen Mitwelt Achtung abliötigen kann; 2. diese Jugend zur freudigel» Erfüllung ihrer Pflichtet» g e g e w ü b e r dem deutschenVaterlande heranzuziehen und den erklärlicher» Pessimist uns, der weite jüdische Kreise angesichts der vielen Entrechtungen der Juden ergriffen hat, j mit aller Energie zu bekämpfe»».

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