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KC-Blätter · 1912-09-01 · Heft 12 (1.9.1912) · p. Seite 233

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
KC-Blätter
Volume
1911-1912
Issue
Heft 12 (1.9.1912)
Date
1912-09-01
Page
Seite 233 (sequence 17)
Language
German
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Und zwischen den bunten Farben die festeshetten Kleider der besseren K. C.erhälftcn und derer, die es einst werden sollen. Ist das ein frommer Wünscht! Ueber allen aber strahlte — uub wer hatte die ")lelldernng in den: ersten Ansturm der Freude bemerkt? — ein Heller und klarer Himmel. eine frohe leuchtende Sonne. O Sonnelttag anl Rhein! Zwiefach machst bit das Herz aufjauchzen in jubelnder Freude: K. C.er bei K. C.ern und ein sonniger Himmel! Nochmals Dank Dir, Erläuterung, daß bn nicht zweifeln ließest; Dank für dieses Machtwort: Der Ausflug findet bestimmt am 30. Juni statt und zwar bei jedenl Wetter. Ausflüge in Vereinen, in Klubs, in größerer Gesellschaft überhaupt, sind an und für sich nichts Angenehmes. Die Natur lvill in stiller Ruhe llnd Beschaulichkeit entdeckt nnb empsnnden, ihre Schönheiten wollen in langsmneu tiefen Zügen genossen werden. Wer Herz und Seele erfreuen und starken lvill all der unerschöpflich, ervig jlillgen Pracht des Rheines und seiner sagenumwobenen llser, der wandte mit Rucksack uub Stab allein — oder zu zweien. Wo hunderte brisamnien sind — und wären es alle gleichgestinllllte Frelmde der Ratnr —, nlllß es fehlen an der Salinnlllng des Einzelnen, nmß jeder Eindruck der Natur verwischt oder doch wenigstens abgeschwächt werden durch die Menge de? Eindrücke, die von bcu Frenndel» uub Wandersgenossen allsgehen. Und weuu es erst so gute alte Bekannte silld, die mau so lallge nicht gesehen lllld nlit deneil «um so viele tolle Erinnernngen anszll tan scheu hat, darm lnllß ja die Umgebung, mag sie noch so lockend Mld mm.mis mutsncki« noch so iiberlvältigend fein, znrncktreten vor der lebendigen Kraft, mit der die Schar der Brüder uufer Herz uub imfent Sinn gefangen hält, llnd so prägt sich dem Geiste kein ciuheitliches Bild geschauter und erlebter Natur ein, sondern ein liebliches Gemenge ernster nlld heiterer, lustiger und toller Gescheh?risse, urnrahnrt von der Rllhe und der stillen Schönheit ihres Schallplatzes. Und das ist keiil Fehler; wenn man nur bewußt fühlt, nnc es ist und warum es so ist. Dann haben audj diese Wanderungen ihre herrlichen Reize lllld ihre unvergeßlichen Freuden. Das, meine ich, hat die Rheinfahrt westdeutscher K. C.er gezeigt. An der Haltestelle der Trambahn, die zum Niederwalddeukmak rmporfübrt. orrupsaud man <nrm ern-'n sw jkws* - Arrarrpeirr? Es?rr som?.r i::f r'v^ ' bereit, man brauchte sich nur zu setzen. Bald gings bergan! Durch blühende Weinberge! An den Ufern des Rheins! Bon früherer Fahrt her lag mir die Schönheit des Bildes noch hu Sinne. Ruhig klimmt der Wagen die Höhe hinan lllld ruhig offenbart sich denl Auge immer weiter und weiter das breite Tal des Rheins nlit der Pracht stiller Ufer llnd seinen sagenreichen Ferneil. Dieses Mal warell die Sinne in all den Frelldell des Wiedersehens, in all den: Fragell und Sagen noch »licht gefaßt geurrg. Rasch waren die Ertrawagen an» Ziele angelangt. Vloch einige ordnende Zurufe der Führer, ein paar Schritte und — „Üieb Vaterland magst ruhig sein, fest steht und treu die Wacht am Rhein" —. Erttailg nicht soeben dieses Lied? Oder täilfchten es die Sinne vor, anl Fuße des gewaltigen Denkmals einer gelvaltigen Zeit, hereinragend zu uns Enkeln als Gedenkeil und Ermahnnng zugleich! Soll ich die Gefühle zu schildern »ersuchen, die jedes deutsche Herz an dieser Steile bewegen? Ich crumccc mich, in der Oberkblsie des Gymnasiums llach einem Schüleransflng hierher einen Aufsatz geschrieben zll haben: „Rede eines Oberprimaners an fehle Mitschüler vor dem Niedcrwalddenkmal"; das war ein Thema für das überschäumende Herz eines Ittjährigeu! Eili?hema für die gött licheil Enlpfindungen jugendlicher Begeisterung. 9lm Rhein, an bcii prächtigen Ufern des prachtigstell Stromes, au» b e u i)' ch e u Rhein! Ein Sturm der Elnpfindnngen für jeden Deutschen allsdiesemFieckchellErde. „Bon edler Begeisterung getrageil" zensierte damals mein Rektor. Ta stand ich lllln wieder llach einem Iahrzehllt; nach einem Jahrzehnt, in dem ich so oft habe kümpsell müssen um das Vaterland in dem Vaterlalld. Hub in einem Augenblicke, hier an gegeweihter Stelle, durchlebte kneift und Herz ein Stück jüdische!» Schicksals, gedachten sie der Väter, die auch einst mitgeholfen haben, das große und schöne Vaterland zu einen, gedachte ihrer und der Feillde, die den» Judentum nach jener großen Zeit neu erstanden sind in diesen» Vaterlande, gedachte aller flöten und Sorgen und a»»ch aller »lllsrer Pflichten des Eharallers, des Herzens und der Ehre i»nd fanden sich wieder in dem Gelöbnis der unverbrüchlichen Treue zu Vaterland llnd Judentum, an diesem hehren und heiligen Platze, im Anblick des deutschen Rheins und am Fuße der Gern»ania. Doch schon scheuchte ein Ruf der Führer die erittwn rmd üfrmrrrr! Gedmtt. »Zum - E: ' srZ'- 3S53fe^' ' rrfitriz^rr:Tr-~:v.- 7^'

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