KC-Blätter
- Journal
- KC-Blätter
- Volume
- 1911-1912
- Issue
- Heft 12 (1.9.1912)
- Date
- 1912-09-01
- Page
- Seite 232 (sequence 16)
- Language
- German
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232 und im staatsbürgerlichen Sinne auf. Ich glaube nicht, das; das Innenleben in imfeveit Korporationen, die Ideale der Einzelnen sowohl wie der Gesamtheit, weniger deutsch und national sind als die des B. D. St. oder einer sonstigen, ans nationalem Boden stehenden Korporation. Einen; unbefangenen Beobachter, der das Leben und Treiben in unfern Korporationen eingehend betrachtet, dürfte es wohl sehr schwer fallen, irgend welche national-völkische Unterschiede zwischen uns und nnsern nichtjüdischen Konuni- Utonen in den andern Verbänden zu entdecken. M i t d i c s e r P f l e g e n a t i o n a l d e n t s ch e n W e s e,l s, d a s j a n n s e r g a n z e s g e i st i g e s u n d s i 111 i et; e s L e ti c u d it r chdringt, v e rbinde n w i r b e i u n s.e r u 9)1 itglie - dern die Fe st i gke it der j ü dis ch cu Traditionen. In konfessioneller Ve - zieh;; n g lassen nur unfern Mitgliedern volle Frei heit; k 0 nfessi 0 nelle Verbindun - gen wollen wir nicht sein. Aber wir wollen, daß unsere Mitglieder sich mit Stolz ihrer jüdischen Abstammung und der danlit verbundenen großen historischen Traditionen bewußt bleiben. Es gibt mul) unter unfern nichtjüdischen Volksgenossen Familien und Stänune, die ihre besondere Tradition und Abstammung voll außerhalb des deutschen Volkes herleiten und doch in jeder Beziehung völkisch als gut deutsch gelten. So hindert uns auch unsere jüdische Stammctztradiliou nicht im mindesten daran, in unserm ganzen Fühlen itub Denket; völlig im deutschen Wesen anszngehen. Ans diesen Gründen miiffcu wir solchen Ansichten, wie sie in dem Anfsatze der „Akademischen Blätter" geäußert werden, aufs schärfste entgegentreten. Wir K. C.er lassen uns u ns er d e u t s ch e s W e s e n, unser d e it t * sches Volkstum von niemandem bestreitet;. Hie gut deutsch allewege! Vr. Leo Löwenstein, (Licariae). Die Kheinfaliet westdrutschrr H. E.er. 'Bon vr. Erich Kehr (Licariae), Kaiserslautern. „Der Attsflitg findet bestirnn;t am 30. Juni statt tlnd zwar bei jeden; Wetter." Ji; der Erläuterung der Eitlladitng ztlr 9ihe;nfahrt westdetltscher K. E.er stni;d ait der Spitze dieser Satz. Ein prächtiges Wort, das sofort irnpotüerte, ein kerniges, starkes Wort! Noch ehe sie gefühlt tvarett, zerstreute es alle die ungemütlichen „Wetter"zweifel, die verabredeten Ausflügen voranztigehe;; pflegen. „Wenn aber der Hinunel trüb ist?" — „wenn es kühl ist; am Rhein ists doch;;ur schön bei Sonnenschein" — „wenn es gar regnet, wie soll man da den Tag znbringett" nsw. nsw.? Silentium, alle Zlueister tu die Kanne: Der Ausflug fiildet bestinnnt an; 3'). Juni statt und zivar bei jedem Wetter. So nahm die Erlau tertlng vorweg, kurz und gut. Wenn man schon aufangt, tvcgen des Wetters zu überlegen, ist ein Ende nicht abzusehen! Roch (i'iuS: als ob zu einerRheinfahrt westdeutscher K. E.er überhaupt „Wetter" nötig sei: als ob es auf die Laune des Wettergottes ankäme, ankonunen dürfte und ans ein bischen Sonne? Als ob nicht auch bei Sturm und Regen sich Sonnenschein senken würde in die Herzen der Teilnehmer im Kreise so vieler guter lieber alter Freunde und in; Anblick all der bunten und frohen Farben. Als ob die jubelnde Laune, ausgelöst durch die Freude des Wiedersehens, nicht die trübsten Wolken zerstreuen müßte. Drum keine Angst vor Stnrmesnot — wir sind sic ja gewohnt — und Welterpech. „Ter Ansslug findet bestinnnt an; 30. Fnni statt und zrvar bei jedem Wetter." Ja, das war das prächtigste Wort der Erläuterung. ein Wort, das reichliche Wirkung verdiente und auch hatte. An; 30. Juni regnete es, an; 30. Jnni in der Frühe regnete es. Und doch: als um die zehnte Bor.nittagsstnnde die Rheinhatte in Rüdesheim — ein idealer Sammelpunkt — nnsiug, sich zn füllen, ul» von alten Seiten die bunten Mützen znsanum nirömten, da war Erstaunen überall über die Maste der Teilnehiner. Es wimmelte nur so von bunten Mützen; weit mehr Verbandsbrüder, als sicl' angemcldet hatten, waren erschienen; und immer neue kamen; jedes Schiff brachke farbige Mützen, brachte alte liebe Bekannte. Das war ein Begrüßen! Man lag sich dauernd in den Annen und genoß in vollen Zügen die einzigartige Freude des Wiedersehens mit den „Genossen froher Stunden". Und alle Konlenre! Das snnkelte nur so in alle frqi lieben schönen Farben aus Heidelberg und München, ans Freibnrg und Breslau, aus Berlin und Leipzig: jcuvohl ans Leipzig: getragen von zwei wirklichen Sarobavnren, getragen in Eleganz und mit sehr viel berechtigten; Stolz. Gar froh strahlte das junge frische Grün im Kranze der Anderen. Ein bischen zu hell, wie die „frenndnachbarliche" Kritik der Alten meinte, besonders als Teil des Dreitianges grün-weißblau. Mag sein, nur schien ein froher Hoffnnngs schinuner anszngehen von den beiden Mützen ans den; Hellen Sachsenland, ein Hoffnung^ schinuner, den; Erfüllung zugedacht sein möge in den; Werdegange des jungen Reises: vivat | crescat floreat in aeternum! —