KC-Blätter
- Journal
- KC-Blätter
- Volume
- 1911-1912
- Issue
- Heft 12 (1.9.1912)
- Date
- 1912-09-01
- Page
- Seite 222 (sequence 6)
- Language
- German
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w^ - - '’.r.r.r. ,-,. „ Qualität. Bvn Gerichtsnssesjvr n. D. vr. Alfred Alsberg (^icariae, riihetto-Silesine), Wln. Schott wiederholt ist von verschiedenell (Seiten lebhafte Beschwerde boritber geführt loovben, das; die Orgallisation des Keilbetriebes im St. C. sehr mangelhaft sei. Die Beschwerde ist berechtigt. Hier'ttttd da sind allerdüigs rührige Ortsgruppen all der Arbeit. Aach wird^voll ctii^elncn K. E.ern in dankenoivertester Weise für die Verbreitung des K. E. Gedankens in den Kreise« der Abiturienten gearbeitet — aber eine feste, streng durchgesührte Organisatioll des Keilbetriebes im ganzen deutschen Neiche fehlt dein K. C. Die Zentralinst.inz, die der K. E. iir seinenl im allgemeinen vorzüglich arbeitelldeil Geschästssührenden Ausschuß hat, hat die für die Fortentwicklung des Verbandes lvichtige Frage noch ilicht in Bearbeitung genommen, da andere Aufgaben seine volle' Kraft in Anspruch nahmen. Aber es ist außer Frage, daß er in kürzester Zeit in pleno oder — besser — in einem Unterausschuß dell ganzen Keilapparat auf das Genaueste organisieren muß. Die Frage der Gelvillilllllg des Nachwuchses im St. CS. wurde jüngst in Kreisen von K. E.ern lebhaft besprochell im Allschluß an eine Arbeit eines jungen Verbandsbruders, der an Hand voll Zahlenmaterial deil Nachweis zu erbriugeu sllchte, daß, wenll der K. E. nicht außerordentliche Anstrengungen niache, er von dem B. I. C. in Bälde numerisch überholt werdcll würde. Diese Feststellung ist zweifellos richtig; delln da der B. I. E. einen — von einigen lmrühmlichell Uebergrifsell abgesehen — vortrefflich organisiertell Keilbetrieb hat, lvird er seilte Vereine bald nlimerisch so stärken, daß der K. C. in absehbarer Zeit aufhören lvird, der „größte" jüdischstlldentische Berballd all dell deutschell Hochschulen zll sein. Sollerl lvir dies bedauern? Sollen lvir in eifrigeln Wettbewerbe danach strebell, auch in Zukunft unfern zur Zeit noch recht erheblichen Borsprlmg in der Mitgliederzahl zu wahren'? Ich meine: Nein. Alls dell Ruhm, delll 1111 nierifd) größeren Verbände anzugehören, wollen wir gerne verzichten, Nicht die Quantität nlacht die Größe eines Verhall des aus. Hätten die K. C. -Verbindungen llicht seit ihrem Bestehen so viele, die ihr Baud getragen, aus ihren ilieihen ausgelnerzt lilid zwar' lllit einer Strenge, wie sie in taum einen! andern studentischen Verband üblich ist, der K. C. würde heute das Doppelte seiner jetzigen Mitgliederzahl haben. Hat das Ausscheiden der lneisten von biefen unfern Verband geschwächt? Und würden wir heute auch nur ein Deutelchen weniger sein, werul die Kartellbrüder, deren einzige Verbandstätigkeit in der Zahlung ihres Beitrages besteht — ihre Zahl ist glücklicherweise nicht groß —, uns den Nücke« kehren würden? 9!icht schwächer, nein, stärker wären wir, wenn solche Mitglieder unsere Reihen verließen, da sie uns nlit ihrer Interesselosigkeit und Gleichgültigkeit nur hinderlich sind und ihre Teilnahmlosigkeit auf Außenstehende nur einen schlechten Eindrnck Hervorrufen kann. Nicht die Quantität macht die Bedeutung eines Verbandes aus. Besser einen einzigen tüchtigen und zuverlässigen Bundesbrnder ausgenommen als ein Dutzend ungeeigneterElemente. 'Jamitsollnatürlich nicht gesagt sein, daß wir, die wir K. C.er sind, alle Mustermenschen wären: ist doch in verschiedenen Selnestern berechtigte Klage darüber geführt lvorden, daß man hier nnb da nicht mit der nötigen Strenge bei der Aufnahme neuer Mitglieder verfahren ist. Im folgenden sollen die Grundsäße angedeutet werden, die bei der Aufnahme neuer Mitglieder luaßgebend sein sollten, wobei die statutarischen Erfordernisse der deutschen Nationalität und der M a t u r i t ä t außer Betracht bleiben können, da Verstöße hiergegen nicht bekannt geworden sind. In erster Linie ist darauf Bedacht zu nehmen, daß nllr Söhne aus einwandfreien Familien in unfern Kreis zugelassen werden dürfen. Was unter „einwandfrei" zu verstehen ist, ist schwer zu sagen. Wen die einen in familiärer Hinsicht für brauchbar halten, der wird von andern vielleicht für bedenklich erachtet. Als Nichtlinie muß aber gelten: Es genügt nicht, daß über die Familie „nichts Nachteiliges bekannt" geworden ist, sondern es lnnß festgesiellt werden, daß sie eine geachtete, angesehene Stellung in der Bürgerschaft genießt und daß ihr Nanre in beruflicher Hinsicht einen guten Klang hat. Das soll natürlich nicht heißen, daß wir Geheimcatssöhne anssuchen oder gar die Aufnahme von dem Geldsack der Eltern abhängig machen sollen. Das lväre verwerflich, ist auch, obwohl von gegnerischer Seite uns oft vorgeivorfen, nie im K. C. üblich gewesen. Wir haben neben einer großen Zahl von Söhnen wohlhabender und reicher Eltern auch eine erhebliche Zahl von Mitgliedern, deren Eltern es nur mit großer Blühe und unter eigenen Entbehrungen gelungen ist, ihren Söhnen die Kosten eines Studiums zu gewähren. Wir haben diese ebenso gerne aufgen onlmen wie die Herren mit großen „Wechseln", ja, häufig haben wir sie bevorzugt, da sie uns eine Gewähr dafür zu bieten schienen, daß kein unangemessener Luxus in den Verbindungen eiuriß. In ihrer Veitragsverpflichtung haben lvir den MinderbelnitteltenErleichterungenzukom-