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KC-Blätter · 1912-07-01 · Heft 10-11 (1.7.1912) · p. Seite 211

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Journal
KC-Blätter
Volume
1911-1912
Issue
Heft 10-11 (1.7.1912)
Date
1912-07-01
Page
Seite 211 (sequence 27)
Language
German
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211 Zuhörerschaft. Die i. a. B., i. a. B. Loevy und Goldstücker wurden .zu allen Herren ernannt. Goldstücker und i. a. B. Loeser haben ihr Staatsexamen mit Auszeichnung bestanden und dann ebenfalls mit Auszeichnung auf Grund mm je einer Arbeit promoviert, die Goldstücker bereits anl 27. Januar beu Kaiserpreis, Loeser eine öffentliche Belobigung einbrachte. — Im Sil-- deutenausschuß gehören wir der zweiten Gruppe all, die zur Zeit präsidiert. G. Mavaria. Wenn vor den Pfingstferiell die Vorzüge des Verbindungslebens durch den angestrengten Keilbetrieb noch llicht so recht zur Geltung kavlen, so waren die Tage nach den Ferien änszerst gemütlich. Einigkeit machte die Aktivitas zu eine'ln harnlvllischen Ganzen. Schölle Kneipen wechselten mit prächtigen Ausflügen ab. Jeden Morgen badeten wir im Neckar. Auch der Fechtbetrieb stalld ullter den: Eillsillß des straiillnell Korpvrationsbetriebes itnb ließ in feiner Beziehllllg etwas zu wiülscheu übrig. Zll Ehren Ullseres scheidelldell A. H. Heillz Cohn, der sich während seines 7-semestrigen Aufenthaltes in Heidelberg die größten Verdienste llm die Korporation erworben hatte, verallstalteten wir am 12. d. M. eine Abschiedsklleipe. Beini Stiftungsfest einer l. K. V. Ghibelliina wareil wir mit 20 Aktiven vertreten. Wir danken hiermit llnseru l. Kb. Kb. lloch euunnl für die ällßerst herzliche Allfllahnle, die sie nlls bereitet haben. Bei nnferm 22. Stiftungsfest, das vom 20. bis 21). Juli hier stattfindet, Hoffell wir eine große Anzahl voll Kb. Kb. und Bb. Bb. bei uns begriißen zll tonnen. K. A. Leipzig. Da heute jeder K. E.er das (hesiihl hat. einem starken Verballde anzugehörell. dessen Lebellsfähigkeit nubeftvitten ist, dessell Eülflllß von Tag zn Tag maßgebender rvird, und dessen Mitglied zu fein, außer der idealen Befriedigung einen sozialen imb gesellschaftlichell Vorteil gewährt, so war es nur natürlich, wenn sich die in Leipzig lebenden K. E.er entschlossen, im Vertrauen auf den Verband eine K. C.-Verbindnng zu gründen. Itnb so wurde daun aul 22. April die Saro-Bavaria allfgenlacht. Jnl Sillile der Tendenz war gerade in Leipzig eine K. E.-Verbindllng scholl larlge notweildig; denn, daß Leipzig eine Hochburg des Alltisenlitismus ist, steht fest. Ob nun die orthodoxe nüchterne phantasielose Eigeirart des sächsischen Volksschlages von jeher einen Gegensatz zimi Judelltulll darstellte, oder ob infolge der verhältnismäßig gerillgell Anzahl voll jüdischeil Bewohnern in Sachsen eine gesellschaftliche Dllrchdringllllg nicht zustande kommen konnte und so der Boden für einen kritiklosen unerzogenen Antisemitismus geebnet war, sei hier llicht'erörtert. Jedenfalls muß hier eine Aenderung eintreten und für den K. C. gibt es hier eine Arbeit, die des Schweißes der Edlen wert ist, die eine noch zn erfüllende Ehrenpflicht darstellt. Die Arbeit, die hier zn leisten sein wird, ist jedoch in ihrer Art ziemlich schwierig. Deilll als Eliteverbindling wird man hier alles, als m it te l m ä ß i g e B e rb ind n n g garnichts erreichen kömlen. Tie Verhältnisse liegen hier näiillich so, daß infolge der großen Zahl von Verbilldllllgen einerseits uild des engelt Konnexes der Verbilldllllgen untereinander anderseits nur eine nach auftcu Hill dekorative stramme Aktivitas, die in Fechtbereitschaft unb Fechtschneidigkeit jeder Allsorderuug gellügt, die Aumlertsamteit erregell llnd die Allerkemlllllg bekounnen kann. Die Gründer der Verbindung haben es sich allgelegen sein lassen, die Genehmigung durch das V)ieftorat zll erreichell, Fechtbeziehungen anzuknüpfen, eine passende Kneipe zu mieten und geordnete Kaffenverhältnisse /}u schaffen, sodaß die Saxo-Bavaria jetzt mit der berechtigten Forderung all den K. C. herantritt, junge Aktive hierher zn entsenden, die die Arbeit fortsetzen können, denn, lvenn auch die Keilallssichten gute zu nennen sind, sodaß sich die Verbindung durch eigne Kraft halteil könnte, so ist doch aus oben genannten Gründen eine Aktivitas, in der sattelfeste K. E.-Burschell die Hauptrolle spielen, äußerst wünschenswert, zunlal die größte Zahl der jetzigen Blirschell aus alten Semestern besteht, die nur schlver länger aktiv sein können. Diejenigen K. E.er imv, oit fi/f) nach Leipzig zu fommerr, m-.gen nicht glalkben. daß sie ein Opfer zn bringen haben. Leipzig ist zwar in den letzten Jahren etwas aus der Mode gekonllllell, aber jeder Kenner weiß, daß es sich hier, ganz abgesehen voll der Billigkeit, glänzend leben läßt. Leipzig bietet dem Vergnügllngssüchtigen ebensoviel wie dem Aestheten unb dem Mnsikenthnsivsten, es ist eine hochlntereffante Handelsstadt, dir zur Zeit der Messen ein äußerst internationales Gepräge bietet. Allderseits ist Leipzig eine Stadt mit Traditionen. In nltell genlütlichen BierkeUern littb an histonschell Plätzen spielt sich das studentische Leben ab; an freien Abendeil häufen sich die Gelegenheitell, sich lvettulüllnische (Grazie und die Geheimnisse der Tanzkunst anzueignen und die Leipzigerillnen erfreuen sich in der ganzen Welt großer Beliebtheit. Wer Wert auf Familienverkehr legt, denl finb die Wege geebnet. Die llächste Umgebung ist reich bewaldet, die Sammlungen unb Mllseen, die Bibliotheken und Lehranstalten sind sänltlich auf der Höhe, und befondie juristische und medizinische Fakultät mit Namen wie Wach mld Binding, wie Flechsig llnd v. Strümpell sprechen für sich selbst.

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