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KC-Blätter · 1912-07-01 · Heft 10-11 (1.7.1912) · p. Seite 207

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Journal
KC-Blätter
Volume
1911-1912
Issue
Heft 10-11 (1.7.1912)
Date
1912-07-01
Page
Seite 207 (sequence 23)
Language
German
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207 nationaler an Boden gewinnen, wie insbesondere das einmütige zusammenstelien der Studentenschaft aetleniwer dem Versuche eines Eingriffes in die Lehrfreiheit zu Beginn meines Amtsjahres, ferner die Verhandlungen mit den Vertretern der Studentenschaft behufs Einigung zu einer Gesamtvertretnng und endlich die Teilnahme der konfessionellen Verbindungen an dem Fackelznge zn Ehren Bismarcks gezeigt haben. Mit dem allen lvird auch die Lebensführung derer, die berufen sind, mit der Dackel der Erkenntnis vvranznleuchten und ihr Wissen zu heben, uiib die Grundlage solcher Lebensführung, das l,Niere Ehrgefühl der freien, sich selbst bestimmende» Persönlichkeit sich noch weiter heben." * * * Die Akademischen Kliitter über die A. G..Dlätter. In Nr. i> des 27. Jahrganges der Akademischen Blätter, der Zeitschrift des Kysfhäuserverbandes der Bereine deutscher Studenten, vom 10. Jltni 1012 beschäftigt sich Herr K. Maßmann, der Berichterstatter für das akademische Pressewesen der Akademischen Blätter, iu einem Artikel „A u s studentischen Zeitschriften" in längeren Ausführungen auch mit den K. C.-Blättern. Wir dringen den ^luffa^, soweit er für uns Interesse hat, nachstehend zum Albdruck. Eine Würdigung der Ausführungen schon in dieser Numnler 511 geben, uhu leider unmöglich, da uns der Aufsatz zu spät zu Gesicht kam. Herr Maßincmn schreibt: In der studentischen Ieilschristenliteratnr zeigt fichlin neuerer Feit ein unverkennbarer Aufschwung. Diese Entwicklung hangt naturgemäß in erster Reihe zusammen mit der ganzen neuzeitlichen Gestaltung unseres studentischen Lebens, das heute an eigenen umstrittenen Problemen und scharf hervortrctenden inneren Gegensätzen unendlich viel reicher ist als iu früheren Jahrzehnten; es sei hier nur an die tiefgreifenden fragen studentischer Organisation (Korporationen oder Freistndentenschnft'(■ — Studentenausschüsse — Wiederherstellung einer einheitlichen civitas academica?), an die Mensur- und Satisfaklionsfrage, an die sexuelle und die Alkvholfrage, an das Problem: ..Student und Politik" erinnert. 'Alle diese Fragen treten heute an jeden jungen Studenten heran: und deshalb können auch diejenigen Verbände, die sich grundsätzlich ans ein abgeschlossenes Innenleben beschränken und die zn den meisten der angedeuteten Fragen ihren festgelegten Standpunkt haben, doch an einer Erörterung dieser Fragen nicht ganz teilnahmslos vorübereheu; zum mindesten sind sie gezwungen, ihren Mitgliedern ie Berechtigung und den Iiveck ihrer Stellungnahme darzntttn. '.Neben diese Besprechung studentischer Fragen aber tritt heute in den akademischen Festschriften eine umfassende Erörterung allgemeiner (über den Rahmen des eigentlich studentischen Lebens hinauSgehendcr) Probleme, namentlich nationaler und politischer Fragen. In früheren Jahren und Jahrzehnten haben - entsprechend der Sonderstellung, welche die Burschenschaft und namentlich unsere Vereine Deutscher Studenten in der Frage der politischen und nationalen Erziehung der Studentenschaft von jeher eingenommen haben — eigentlich nur die . Burschenschaft! ichen Blätter" und unsere „Akademischen Blätter" gröberen Wert auf die Erörterung dieser Fragen gelegt. H e n 1 e ist die Fahl der studentischen Zeitschriften, die sich in freiwilliger Selbstbeschränkung ausschliestlich den engen Interessen ihres eigenen Verbandes und höchstens noch der Erörterung ewiger aka» demischer Fragen widmen, außerordentlich .orückgegangen. Reben den Festschriften einiger kleinerer Verbünde. die infolge ihrer geringen Mitgliederzahl und ihres noch ge» ringeren geistigen Lebens für das allgeiwrite Studententum überhaupt ohne Bedeutung sind, nebmen wohl nur noch die^ „Akademischen Monatshefte". das Organ des stosener S. E.-Verbandes, eine solche abgesonderte Stellung ein. Ihr Inhalt beschränkt sich in der Hauptsache auf korpsgeschichtliche Aussätze und Mitteilungen — Dinge, ' die für wei ere Kreise von nur geringem .Interesse sind. 'Rur sehr selten finden sich in ihnen Aussätze über allgemeinere studentische Fragen, so in neuerer Feit gelegentlich über die Alkvholfrage. Die meisten übrigen Zeitschriften aber bieten allmonatlich ein reiches und anregendes Material. Viele ihrer Aufsätze verdienen es, über den engen Leserkreis des Einzelverbandes hinaus in breiteren Kreisen Beachtung zu finden. Von den stttdentischen Feitschrifteic finden wohl die „Akad. Tnrnbundsblütter" („Burschen heraus!"), das Organ des A. T. B., und die „Burschenschastlichen Blätter* schon jetzt in den .streifen unserer aktiven Vereine viel Beachtung. Das gleiche Interesse verdienen luegen ihrer ausgeprägten Eigenart vor allem die ...st. E. Blätter", die Aionatsschrist der farbentrngenden jüdischen Korporationen (.st. E. >, mib die „Akademische vluudschan'. bie Hauptzeitschrift der finlenschastlichen Benvegung. Die ...st. E.-Blatter sind deshalb besonders bemerkenswert, weil sie die einzige studentische Festschrift sind, in der die Rassenfrage ausführlich und stistemotisch erörtert wird. Allerdings sind ihre sämtlichen Anssutze von einem ganz bestimmten, einseitige» Standpunkte uns geschrieben, der durch die Grundsätze des .st. E. (der sorbentragenden jüdischen.storporntionen) festgelegt ist. Es ist nicht ganz leicht, sich über die mannigfaltigen Organisationssormen und Geisteürichtnngen, in bieder rüdische (vder wenigstens von jüdischen Elementen durchsetzte) Teil unserer Studentenschaft sich spaltet, einen völlig sicheren Ucberblirk zu verschaffen?) Im wesentlichen wird man drei ausgeprägte Haupttypen, die in schroffem Gegensätze zueinander stehen, unterscheiden können: auf der einen Seite die zionistischen Bestrebungen, die namentlich in dem (nicht farbentragenden) „.startest zionistischer Verbindungen" und dem ihm nahestehenden.,Bnicde südlicherZ'arporationen" verkörpert sind. — ans der anderen Seite die Wrschmelzungstränme (Assimilationsjndentum) der „Freien wistenfchaftlichen Vereinigungen", der A. D. B.-Burkct-enschaften und gewisser breiter Preise der organisierten Frcistudentenichaften — und .stoischen diesen beiden Richtungen die Korporationen des .st. E., die trotz ansdrüstucher Betonung der Rassengegenstitze auf dem Boden „deutnv vaterländischer Gesinnllng" stehen wollen. Die .st. E.-Verbindungen haben zum Fn'eck „die Erziehung ihrer Mitglieder zu selbstbewussten Inden, die im Bewußtsein. buM die deutschen Inden einen durch Geschichte. Kultur- und stechtsgemeinschost mit bem deutschen Vaterlande nnloslii!) verbundenen Volksteil bilden, jederzeit bereit und imitunde sind, für die politische und gesellschaftliche Gleichberechtigung der Inden einzntreten." Die Mitglieder des K. E. wollen nicht nur Inden, sondern zugleich auch Deutsche sein. Staat llnd Ration sind für sie letzten Endes nur territorial bestimmte Begriffe; allenfalls wird noch der geschichtlichen und fultnrcllcu Entwicklung ein gewisser Einfluß auf die Bildung des Staates und der 'Ration zu ge standen. Der *) Vgl. auch die im allgemeinen zutressenden Ausführungen von Eberhard, „Akademische Blätter", 24. Jahrgang, S. 56 ff.

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