KC-Blätter
- Journal
- KC-Blätter
- Volume
- 1911-1912
- Issue
- Heft 10-11 (1.7.1912)
- Date
- 1912-07-01
- Page
- Seite 188 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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188 faktion crtaufou Iciniift, dies Prinzip ist für uns unantastbar, die Staatsraisou duldet fehle A»»snahme davon, also füge Dich oder — scheide! Sv aber darf der .U. CS. nicht sprechen. Du er iiiii)t nur jene selbstverständlichen Ideale, wie Freiheit und Vaterland, Ehre und Freuudschast, sondern etwas davon spezifisch Verschiedenes, den .stampf um's Recht auf seine Jahnen beschriebe»» hat, »vürde er sich an sich selbst versüudipeu, »vollte er auch nur einen einzigen Mitstreiter von diesen» .stampfe ansschlietzeu. der nicht selbst d»»rch unehrenhaftes Verhalte»» sei»» Recht auf Teil»»ahl»»e au diesem stan»pf ver»virkt hat. Was »»ns z»»sam»l»e»»sch»veis;t, ist eben, sofern ich den st. C.-Geda»»keu richtig erfasse, mehr als der geineine Geselligkeitstrieb und Rntzlichkeitsstandpu»»kt: es ist die siltli ch e P f l i ch t, die »ms a»»ei»»a»»der kettet. ll»»d dar»»»»» dürfen »vir feinen hindern, sie zu erfüllen, derje ihre»» Ruf vernommen und sich ihrer würdig gezeigt hat, oder »vir »viirdei» gegei» diese selbe sittliche Pflicht verstoße»», der zu genüge»» als ^»»gehörige des .st. E. uufere erste ^l»»fgabe nnb z»»gleich »msere Daseiusberechtign»»g ist. Dar»»»»» u»»»ß bei einen» so a»»sgesprochei»e»» Tende»»zverbal»de »nie dein »»»»seren das T r e u e v e r h ä l t n i s z»vischen der Gesa»»»theit und jeden» einzel»»en ihrer Glieder ein ungleich festeres sei»», als bei jedem anderen Verbände: ringen müssen mir um jeden einzel- »»en n»»d dürfen dar»»»»» keinen verurteile»», i»» dessen Lage feine Richter verm»ltlich genau so gehandelt habe»» »vürde»». Daß es hier aber fein Drittes gibt, ist so klar, das; es ka»m» »veiterer Worte bedürfte. Fände sich selbst ein Ehre»»rat. der in eine»»» solcher» stonfliktsfall z»var »vider CSrrvartei» die Satissaktio»»sver»veigeru»»g »»icht billigte, aber, »veil ihr»» der Mut zu»»» E»»tn»eder—Öder fehlte, auf eine audere Strafe als mindestens auf den Rat z»»»n Austritt erke»»»»e»» »»»ächte, so »vürde doch der Verurteilte schiverlich länger einen» Verba»»de auzugehöreu Lust haben, der fein Verständnis für seine Gewissens»»»»! gezeigt hat. Ebensowenig aber, »vie. es für de»» Ehre»»rat ei»» Urteil der Feigheit geben darf, ist für uns hier eine andere Antwort möglich als Ja oder Nein. N»»i» bin ich keineswegs, »vie ich ja auch schon ober» z»» erkennen gegeben, der Ansicht, das; es »»»»» »»»oglicher sto»»flittssälle »ville»» den Alte»» Herei» des st. CS. völlig freistehei» soll, ob sie sich noch schlagen »vollen oder nicht, (ganz abgesehen davon, das; die Frage des Reagierens auf erusthafte Beleidig»»»»gen, besonders auf a»»- tiseinitische, mit der hier behandelte»» Frage nichts zi» tun hat). Ich kann mir vielmehr ebensotvohl Fälle de»»ke»», in dene»» »»och so starke e»»tgegeustehe»»de Pflichte»» es einen» Alte»» Herre»» nicht erspare»» fönnen, e»»tweder mit der Waffe Genugtuung zu geben oder a»»s den» st. C. zu scheiden. Z. B. ei»» bereits in» bürgerlichen Leben stehender alter Herr bezrveiselt (nicht sti»»vl, so»»deri» »»»eil er Anlaß z»» haben glaubt) das CSlrremvort, das ein stollege gegeben hat. Ver- »i»ag er diese»» Zweifel »»icht mit vollgültigen Beweisen zu erhärte»» und bamit die Satisfaktionsfähigkeit des A»»gegriffener» überhaupt zn beseitigen, so gibt es für ih»» keine SOlöglichkeit. kein noch so schutzwürdiges Interesse, das ihn» gestattete, die beleidigte Ehre des a»»dern »»»»»viederhergestellt z»» lassen. (Sine einfache Revokatioi» »»»»d Deprekation »vie bei einer beliebigen Verbalinjurie kann hier selbstverstän"l»ch nicht genügen; das bittere Wort bleibt gesprochen und kein Ehrengericht wird den Beleidig» r zu der Erklärung zwingen »vollen, er habe sich überzeugt. das; seine Zweifel grundlos gewesen seien, »»och glaube ich, das; je ein st. 15.er »'ine solche Erklärung gege»» sei»» besseres Wissen abgeben »vird. Hier habe»» wir eben einen jener Fälle, in dene»» allein die Genngtnn»»g mit der Waffe wirkliche Wiederherstell»»»»g der verletzten Ehre bedeutet, oh»»e Rücksicht auf bei» mehr oder minder ungelvissen Ausgang der Partie; denn »ver de»»» anderen noch mit der Waffe gegenübertritt, gibt dadurch nach »»»»seren Anschauungen zugleich and) zu erkennen, das; er den» Geg»»er in den Augen aller übrige»» die Geltung als Ehrenmann nicht streitig machen könne, und dari>.» liegt der berechtigte steru des Satisfaktionsgedaukens überhaupt. Ich glaube, nach Entivicklnng dieier beiden Gegenbeispiele nicht »»»ehr mißverstanden »verden z»» füuncu, »venn ich die stonsegnenze»i, die sich nach meine»»» Empfinden aus dev, Eharakter des st'. E. als eines st u d e n t i sch e»»; e»»d e nzverbandes ergeben, dahi»» zusam»»»e»»fasiel» »»löchte: Der st. E. hält a»»ch für seine in» bürgerlichen Leben stehende»» Mitglieder au den» Grundsatz der Satisfaktion fest. Er erfeunt jedoch an, das; es für diese Mitglieder Lagen gebe»» kann, in »velchen die Weigerung, eine»» Ehrenha»»del mit der Waffe anszutragen, das fernere Verbleiben des Mitgliedes im st. C. »»i ch t ausschlieht. Entspricht ei»» solcher Standpunkt, auf dessen genaue Abwägung — ob mehr nach der einen oder »»ach der aubercu Seite hin — es mir heute nicht ankom»nt, den Anschauungen des .st. E., so fragt es sich nur noch, dürfen wir u»»s schoi» jetzt zu ih»»» bekelineu, oder ztvingen biejeuigeu ^Itücksichteu, »velche für die ^tudentenzeit über alle uitr »»löglicheu Bedenk'»» hinweg