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KC-Blätter · 1912-04-01 · Heft 7 (1.4.1912) · p. Seite 139

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Journal
KC-Blätter
Volume
1911-1912
Issue
Heft 7 (1.4.1912)
Date
1912-04-01
Page
Seite 139 (sequence 15)
Language
German
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Hoffnungen dieses alten Herrn und seiner Frau Gemahlin. Wir sehen dort, wie der Herr Nat und seine Frau das Stopfen von Gänsen, das Füttern von Kaninchen besichtigen, wie er die Abrechnung seiner Beamten entgegennimmt; wir sehen Tänzerinnen und Sängerinnen der kleinen Exzellenz die Zeit vertreiben; wir sehen eine Bäckerei, eine Küche, wir sehen einen Tischler bei der Arbeit; wir sehen Widder die Saat eintretcn, wir sehen den Herrn Ti auf der Fahrt in den Papprnsdicklchten; wir sehen ihn auf der Jagd: kurz sein Leben ließt vor uns in köstlicher und behaglicher Breite und gewährt uns eine unschätzbare Einsicht in das gesamte Leben längst verklungener Tage. Aus der Stille seines Grabes, aus dein Hauche der Grüfte sprießt die üppige Blume einer neuen Wissenschaft, der Aegyptologie, einer Wissenschaft, die uns tief hineinführt in das Verständnis des Werdeganges menschlicher Kultur. Schluß folgt. Professor Dr. Martin Philippson über den H. E.*) In seinem bedeutsamen Werke „Neueste Geschichte des jüdischen Volkes" (Band 2, Seite 05) befaßt sich Professor Philippson auch mit dem K. C. Anschließend an die glanzvollen Tagungen des Ver bandes der deutschen Juden im Oktober 1905 in Berlin und insbesondere im Oktober 1907 in Frankfurt a. M., die sich zu einer feierlichen Verkündigung der gerechten Anforderungen der deutschen Judenheit *) Zitiert in den ht C.-Blättern 2. Jahrgang, S. 30. an Reich und Staat gestaltet hätten, sagt der Verfasser: „Die jüdische akademische Jugend aber hat ihrerseits mit der Frische ihres Alters dargetan, daß sie sich die ihr angetane Kränkung und Zurücksetzung seitens eines großen Teiles ihrer christlichen Kommilitonen nicht gefallen zu lassen gesonnen sei und nicht in Gesell schäften sich eindrünge, ans denen man sie fortweise. Es bildeten fick» an den wichtigsten deutschen (und österreichischen) Universitäten jüdische Studentenverbindungen, die sich gegen die Mißgunst der meisten übrigen Kommilitonen und oft sogar der akademischen Obrigkeiten zu halteit wußten. Die erste dieser jüdischen akademischen Korporationen war die 1880 in Breslau entstandene Viadrina. Aehnliche Gründungen in Heidelberg, Berlin, München, Freiburg, Bonn, Tarmüadt folgten. Am 8. August 1880 haben sie sich zum „Kartell- Eonvent" zusammengeschlost'en. Als Grundlage ihres Strebens betrachten sie die Bereinigung des Deu licht ums mit dem Juden tu me, der aui dem Gefühle der Zugehörigkeit zur deutschen Volks- und.Kulturgemeinschaft beruhenden Vaterlandsliebe mit dem offenen, selbstbewußten Bekenntnisse zum Judentum. Sie standen auch auf dem Fechtboden ihren Mann, und jüdische Studenten gehörten überall zu deu gesürchtetsten Rapier- und Säbelfechtern der Universitäten. Sie haben durch ihr kühnes und kräftiges Auftreten den rohen Uebermut der antisemitischen Jünglinge, die gegen vereinzelte jüdische Kommilitonen altes für erlaubt gehalten hatten, bestraft und im Zaume gehalten." Wßaoemische Nachrichten. Aach dem Jahresbericht der preußischen Jullizprüfungskommisfion für 1911 haben sich im Berichtsjahre 2386 Referendare in der Prüfung befunden. Van diesen sind 2t ans verschiedenen gründen znrnckgewiesen worden. Von dem 'Uqt sind schriftlich nnd mündlich geprüft worden l-V-tr», nur schriftlich 17 Neserendare, so daß nach 89» in der Prüfung bleiben. 1217 Aeserendare (gegen 12',8 int Vorjahre> baben die Prüfung bestanden, und zivar 3 mit Auszeichnung, 134 mit gut. 1«>»so mit ausreichend. Vicht bestandeil haben 33.'» >280) Veserendare. Zum wiederholten Male haben '»4 Kandidaten wiederum dir Prüfung nicht bestanden. Ter Prozentsatz der bestandenen Prüfungen betrug 1911 78,4, 1910 81,«S, 1909 8l,(>. In den „Bemerkungen allgemeiner Art" der Jnstizprüsungskommission ivird betont, daß die hohe Ziffer der nicht bestandenen Prüfungen keineswegs zu dem Schlüsse berechtige, daß das Durchschnittsmaß der Leistungen der Kandidaten gesunken sei. Das (Gegenteil ist, so wird hurt ansgeführt, der Fat!. Bei der Mehrheit der Kandidaterr »'acht sich eine erfreuliche Zunahme der Kenntnisse nnd Lei'tnngen bemerkbar. Tie Ertenntnis, daß mit dein bedenkln!; n Anwachsen des Be standes an Assessoren nach den vn» der Justizverwaltung in de» letzten Jahren befolgten Aintellungsgrundsähen nur bei besonders tüchtiger Cmiünfntion auf eine ersprießliche Laufbahn in der Justiz zu rechnen ist, hat offenbar einen großen Teil der Aeserendare dazu angespvrt. unter Anspannung aller Kräfte nnd mit gr»nerer Energie, als dies wohl in früherer Zeit geschah, ans attgemeine Durchbildung, ans Vervolllommnung der juristisch''» Kenntnisse, auf gute praktische Ansbildnttg bedacht zu se.-n, um, wenn irgend möglich, ein über „ausreichend" hinnnsreichendes Prüfungs zengnis zu erlangen. Danach erscheinen dann die Leistungen rvenig befähigter und schlechter vorbereiteter Kandidaten in nur so ungünstigerem Lichte. Ties in Verbindung mit dem Bestreben der Kommission, ungeeignete Elemente, insbesondere solche, bei denen neben schwachen juristischen Leistungen grobe Lücken der allgemeinen Bildung,auffälliger

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