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KC-Blätter · 1912-03-01 · Heft 6 (1.3.1912) · p. Seite 114

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Journal
KC-Blätter
Volume
1911-1912
Issue
Heft 6 (1.3.1912)
Date
1912-03-01
Page
Seite 114 (sequence 14)
Language
German
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114 Wenn berichtet wird, -aß sich jüdische Volksführer Frauen ans der umgebenden Bevölkerung nahmen, wenn die häufigen Warnungen vor Mischehen das Vorkommen solcher beweisen, so muß man anuehmen. daß sich die Juden erst allmählich aus einem Mischvolke zu einer homogenen Rasse herangebildet haben. Bei Eroberung des palästinischen Landes ließen die Israeliten die Ureinwohner am Leben, wie die Bibel berichtet, um das Land nicht vorzeitig zu entvölkern. Als Urbevölkerung des Landes werden in der Bibel die Amoriter, Hethiter und Iebnsiter genannt. So hat wahrscheinlich mit der ursprünglichen Bevölkerung eine Vermischung in mehr oder weniger ausgedehntem Maße stattgesnnden. Da nun die Juden im allerersten Ursprung eine Mischrasse geivesen sein mögen, so handelt es sich für die Germanenlheoretiker nur darum nachznweisen, daß eine Komponente dieser Vermischung germanischen llrsprungs war. Ein scheinbarer Nachweis gelang ihnen: Es existieren bildliche Darstellungen aus ägyptischer Zeit sowohl vorr Hebräern als auch von Hethitern und besonders von Amoritern. Der Hebräer zeigt ein entschieden semitisches Gepräge, der Hethiter zeigt mongolischen Typus, der Amoriter ist der Retter gernranischer Ehre. Er ist langschädelig, hat edle Züge .... ist also germanischen Ursprungs. Lassen wir Chamberlain selbst von seinem geliebten Amoriter, dem Retter seiner germanischen Ehre, sprechen: „Man glaubt ein anderes Wesen zu sehen, wenn man auf den ägyptischen Monumenten unter der Unzahl Phyfiguomien plötzlich dieses freimütige, charakterstarke Intelligenz atmende Antlitz erblickt. Wie das Auge des Genies inmitten des gewöhnlichen Menschenhaufens, so muten uns diese Züge an unter der Menge der schlechten, schlauen und blöden und bösen Gesichter unter diesem ganzen Gesindel von Babyloniern und Hebräern und Hethitern und Nubiern und ivie sie alle heißen mögen. O homo europaeus! Wie konntest du dich in diese Gesellschaft verlieren? Ja, wie ein Auge, geöffnet in ein göttliches Jenseits, mutest du mich an. Und ich möchte dir zürnst n: Folge nicht dem Rat der gelehrten Anthrophologen, gehe nicht auf in jenem Haufen, vermenge dich nicht mit jener asiatischen Plebs, gehorche dem großen Dichter deiner Rasse, bleibe dir selber treu. Doch ich komme drei Jahrtausende zu spät. Der Hethiter blieb, der Amoriter schwand." Es ist nun für Chamberlain und seine Schttle eine klare Schlußfolgerung, daß der germanische Retter der Kulturfaktor unter den Juden war. Er ist Schöpfer und Erhalter auf religiösem Gebiet. er ist der Aristokrat unter der asiiatischen Plebs. David und Jesus waren amoritischen Ursprungs, also Germanen. Was sind nun, rein wissenschnftUch genommen, die Grundlagen dieser Theorieder weltbeher rächenden Germanenkraft? In Frankreich. Spanien, Afrika. England. Palästina befinden sich Grabdenkmäler. sogen. Dolmen, die eine gewisse Einheit der Form zeigen. Diese Dolmen faßte Chamberlain als eine germanische Eigenheit auf und sie beweisen die Durchdringung der alten Kutturstaaten der nordafrikanischen Küste und Palästinas mit germanischen Elementen. Abgesehen davon ist nur der Wunsch Vater des Gedankens der germanischen Vorherrschaft, der Wunsch, die Hochwertigkeit der Germanen und die Minderwertigkeit der asiatischen Semiten. speziell der Juden, nachznweisen. Alles Gute, Hohe, jeder edle Menschentypus wird als germanisch erklärt, alles Minderwertige, Kleine als Geist der semitischen Plebs. Die Germanen sind die Herrscherrasse, berufen, die Welt zu veredeln, die Semiten bestimmt, als Schlinggewächse am Boden zu kriechen. Germanen find Schöpfer, Kulturträger, Lichtgestalten, ein Volk, erfüllt von genialer Originalität. Die Juden sind dagegen klein an Geist, höchstens Makler fremder Ideen, die sie zerpflücken, die sie der Originalfärbung berauben. Daher »rußte auch der germanische Jesus erst die jüdische Religion aus den Banden kleiner semitischer Denkungsweise befreien. Selbst auf dem Gebiete des Handels werden die Inden nur kleine Händler gescholten, im Gegensatz zu dem weltumspannenden, aristokratischen Kaufmann des deutschen Patriziertnms. Ihnen fehlte alles Große — die Ewigkeit der Zeit Betrachtende. Der Blick der Juden sei nur auf die Kleinigkeit des Momentes gerichtet. So und ähnlich lauten die Tiraden dieser teutomanen Germanenfreunde, denen man gern zugestehen mag. daß die Liebe zum Germanentum, die lleberzeugung von der überragenden Begabung der Germanen Leitmotiv ihres Denkens seilt mag. Daß der wissenschaftliche Semitenhaß erst aus der Ueberzeugung entspringt, es müsse die hochstehende Gerrnanenrasse gegen das Ei'.tdringen jüdischer Elemente geschützt werden, da eine Verfärbung der germanischen Eigennote zu fürchten sei. darf vielleicht eine Entschuldung für den Semitenhaß sein. Da außer dem schwachen Unterstützungsmoment der Gleichartigkeit der Grabdenkmäler, der sogen. Dolmen, dieser Theorie jede tatsächliche Basis fehlt, so wurzelt sie einzig und dkm in Dem eingefestigten Glauben, daß, wo immer eine edle Spielart der Gattung „domo sapiens" ouftntt, diele germanischen Ursprungs sei. daß jeder Langschädel, jede hohe Statur, jedes Blauauge, jedes Blondhaar, jede edle Gesinnung, jede schöpferische Tätig! eit. Treue, Mut und Kraft aus germanischem Blutestamme.

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