Sechzehnter Bericht über die Religionsschule der jüdischen Gemeinde, womit zu der Sonntag den 26. März in dem Hörsaale der jüdischen Knaben-Schule ... öffentlichen Prüfung ... einladet
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- Sechzehnter Bericht über die Religionsschule der jüdischen Gemeinde, womit zu der Sonntag den 26. März in dem Hörsaale der jüdischen Knaben-Schule ... öffentlichen Prüfung ... einladet
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- 0
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- 1871-01-01
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- Seite 9 (sequence 9)
- Language
- German
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9 Verstandesarbeit die einzelnen Naturabtheilungen zu selbstständigen Gewalten zusammen, gestaltet er in Anlehnung an das herrlichste Naturgebilde, den Menschen, mit Hilfe der schöpferischen Phantasie, jene Naturgattungen zu geschlossenen, göttlichen Persönlichkeiten aus, und schreitet endlich die tiefer erfassende Vernunft von der Naturtheilung zu der sie umspannenden Natureinheit, zu dem allumschließenden, ja Alles erzeugenden Prinzip, zu dem Urwesen, zu dem Einen Gotte empor; so geht der andere, der hebräische Volksgeist, nicht von der Natur rings um ihn, sondern von der Natur in ihm selber aus, die eigene Beschaffenheit, das innerliche Seelengeheimniß mit seinen durch einander wogenden widerspruchsvollen Neigungen, Wünschen und Strebungen drängt der Beobachtung sich aus, verlangt nicht blos nach geistiger Enträthselung, sondern mehr nach thätiger Arbeit an sich selber, nach der Herstellung einer Harmonie inmitten der widerstreitenden Seelengewalten, und gewinnt mit und aus der Erkenntniß, daß diese Arbeit, sich selbst zu einer Ganzheit und Vollkommenheit zu entwickeln, an den Schranken der Naturbeschaffenheit sich bricht, zugleich die Idee eines von den Menschenschranken freien, in sich einigen, des vollkommenen, heiligen Gottes. Während die Griechen also auf dem Wege der Physik, durch die Beobachtung der Vielheit in den Welterscheinungen, zur Idee des metaphysischen, des überweltlichen, des einzigen Gottes emporgeschritten sind, haben die Hebräer, den Menschen zum Ausgangspunkt nehmend, aus dem Wege der Ethik, den von menschlichen Gebrechen freien, den übermenschlichen, den heiligen Gott in sich entdeckt. Der Gott der Griechen ist das Erzeugniß theoretischer Spekulation, der Gott der Hebräer das der praktischen Ethik. Aus der Beobachtung der außermenschlichen Natur konnte die Idee des heiligen Gottes nicht geschöpft werden, weil auf sie die Gesetze der. Ethik nicht anwendbar sind, aber ebensowenig konnte die Idee