Sechzehnter Bericht über die Religionsschule der jüdischen Gemeinde, womit zu der Sonntag den 26. März in dem Hörsaale der jüdischen Knaben-Schule ... öffentlichen Prüfung ... einladet
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- Sechzehnter Bericht über die Religionsschule der jüdischen Gemeinde, womit zu der Sonntag den 26. März in dem Hörsaale der jüdischen Knaben-Schule ... öffentlichen Prüfung ... einladet
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- 0
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- 1871-01-01
- Page
- Seite 8 (sequence 8)
- Language
- German
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8 unaufhörlichen Arbeit an der eigenen Vervollkommnung, und gerade bei der Wahrnehmung der eigenen Unvollkommenheit, auf dem geheimsten Grunde der Menschenseele die Idee eines übermenschlichen, des vollkommenen Gottes entdeckt. Der Menschengenius, der seiner eigenen Schwäche, seiner ihm anhaftenden unlauteren Triebe und Neigungen, seiner für ihre Bewältigung unzureichenden sittlichen Kraft sich bewußt geworden, fand in seiner heißen, lebendigen Sehnsucht das Bild des makellosen, des lautern, mit Einem Worte des heiligen Gottes. Die Entdeckung des Heiligkeitsbegriffes ist die Großthat, welche das alte Hebräervolk für die ganze Menschheit vollbracht hat. Kein anderes Volk des Alterthums ist zu dieser Höhe sittlicher Sehnsucht emporgeklommen, und darum hat auch kein anderes Volk des Alterthums den Gedanken eines heiligen Gottes aus sich zu erzeugen vermocht. Wohl haben griechische Denker das Phantasiegebäude der bunten hellenischen Götterwelt zertrümmert und an dessen Stelle die Lehre von Einem Gotte aufgestellt, wohl haben sie diesen Einen Gott mit allen Attributen der Vollkommenheit ausgestattet, aber Keiner von ihnen hat die Summe jener Vollkommenheiten in dem einen Begriff, in dem der Heiligkeit zusammengefaßt. Die Verschiedenheit der Wege, auf denen jene beiden Volksgenien, der hebräische und der griechische, zur Gottesidee gelangt sind, hat auch die Verschiedenheit in der Entwickelung, in der Fassung, und endlich in der Verbreitung der Gottesidee zur nothwendigen Folge gehabt. Während der eine Volksgeist in gigantischer Denkthätigkeit den Gotteshimmel erstürmt, hat der andere aus den Flügeln des selbstbeschaulichen, sehnsüchtigen Gemüth s zu ihm sich emporgeschwungen. Geht der eine, der griechische Volksgeist, von der unendlichen Fülle und Mannigfaltigkeit in der Natur aus, sucht er mit ordnendem Verstände die verworrenen Massen nach der erkannten Verschiedenheit zu gliedern und zu gruppiren, faßt er auf dieser Stufe der