KC-Blätter
- Journal
- KC-Blätter
- Volume
- 1911-1912
- Issue
- Heft 5 (1.2.1912)
- Date
- 1912-02-01
- Page
- Seite 90 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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DO beut wirb von Staatswegen dos Bekenntnis einer onerkonnien .Uonsession bezw. zunl Judennnn al» Vorbedinglulg znm Ergreifen der BeamtonlaufOahu orfh'irt.“ Hier ivird der Verfasser dem SL E.er besonder» sympathisch. (Gehören die K'orporations und die Indenfrage onch;>u den Dingen, die mail nicht sagt? Gewiß nicht; sie sollten es wenigsten» nicht. 'Aber es wird kein Verständiger einen Künstler dornnl schelten, dos; der Rahmen zn lueit gefaßt, wenn mir dos Bild gilt gelungen ist. 1 >r. S e w o l d I o f f 6 cLicariaedStettilk. Was aus bcvarstcht?' iv>cbaufcu eine» aiu\el)outu‘u Alitlus. Februar! Wem von uns Abiturienten schlüge nicht dos Herz höher im Hinblick auf die Nähe der Reifeprüfung! ^uuuist die kurze Spanne Zeit bis dahin noch beschwerlich, aber sie führt uns doch alle zu dem heißersehnten Ziel: Dem Ende der mühseligen Pennälerzeit und damit dem baldigen Genuß der goldelten Freiheit. Eine Frage aber gibt es, die wir nicht mit uns. sondern auch unfern Eltern und erfahreneren Freunden immer nneder vorlegen: Die Frage, ob wir als junge Studenten einer der vielen studentischen Korporationen beitreten sollen. Natürlich sind uns die verschiedensten Antworten zu teil geworden. Die einen, die erbitterte Feinde des .Verbindungswesens sind, haben uns grausige Bilder gemalt. „ Menschenopfer. unerhörtDie andern, die den Korporationen wohlwollender gesinnt sind, ivollten uns davon überzeugen, daß es für uns als Menschen wichtig, für uns als Inden sogar notwendig sei, einer Verbindung beizutreten. Dies leuchtete uns eher ein. insbesondere als man uns statistisch nachwies. daß das Hauptargument der Gegner. ein .Korporatiousstndent verbummle, längst tilgen gestraft worden sei. widerspricht dies ja auch der vielgerühmten Verbindungsdisziplin. von der uns unsere früheren Konpennäler ans ihren Eorps und Burschenschaften so oft erzählten. Und dann die vielen weiteren Vorzüge des Korporationslebens : Wir brauchen uns nicht mühselig nach Verkehr umzusehen und ans der großen Schar der Freistndenten einen Freund heransznsuchen; vieh mehr haben wir bei unfern Bundesbrüdern von vornherein die frohe Gewißheit, daß wir uns auf sie auch in 9lot und Gefahr verlassen können. Und wenn wir dereinst nach beendetem Studiitm 0 Wir naben den Ansiab unseres jugendlichen Aal arbeitcrs, dessen frisches lirteil uns viel F-rende gemacht hat. gerne unverändert ansgenvinmen, ohne in allen Einzelheiten mit ihm völlig nderelnznstinnnen. Die Redaktion. .als reife Männer der Hochschule Lebewohl sagen, so wissen wir, wo wir unser» Eh-rakter gestählt, wo wir uns Mut und Entschlossenheit in jeder Lage angceignet, aber wo wir auch gelernt haben zuzuhören, wenn ein älterer Kommilitone das Wort führte, Aus der andern Seite vervollkommnet sich unser Wissen; nuier Gesichtskreis erweitert sich, wir lernen, die Dinge in der Welt mit verständiger Kritik zu betrachten. Wie manches Freundschaftsband hat nicht die Korporation geschmiedet, wie oft hören wir. mit welchem Behagen alte, im Lebenskämpfe ergraute Philister an die frohe Jugendzeit in ihrer Verbindung znrückdenken! llnd um vieles Wichtiger wird die Aktivität noch für uns. die wir Inden find. Wir wollen uns nicht mehr verhöhnen und scheel anblicken lassen, wir wollen unfern Widersachern beweisen, daß wir ebenso schneidig und iüc'g'g sind, wie sie. Deshalb z u s a m m e u g e s ch l o! i . n im Kampfe, den der Einzelne nicht sichren ko:.n! Tenn den organisierten Gegnern kann nur n: starke Organisation mit Aussicht auf Erfolg m gegentreten. Es ist sattsam bekannt, daß der Antisemitismus das erste ist. was dem unersahrcnen. jungen jüdischen Studenten auf der Uwe rsikät begegnet. Tenn überall, wohin er sich w.mdct. wird er lediglich seines Glaubens weow unbarmherzig abgewiesen. Kein Eorps, kenn. Burschenschaft gewährt ihm heute Aufnahme, und'elbst die unbedeutendsten wissenschaftlichen Vereine, soweit sie nicht fast rein jüdisch sind, sind vom Antisemitismus durchseucht. Da wagte ein junger christlicher Verband, die Reform-Burschenschai: einen „kühnen" Schrill: sie erklärte, zu eineni bestimmten Prozentsatz Inden anfnehmen zu wollen? Was nur r damit erreicht? So gut wie nichts! Denn wir verlangen die unbedingte Gleichberechtigung in allen Korporationen; so stellte man sich B. vor, einer der Unfern melde sich in einer solchen Burschenschaft, erhalte aber die famose Antmmt: „Bedauern sehr! Wir würden Sie ja gern nfnehmen, aber der jüdische Prozentsatz ist voll". Somit müssen wir den Versuch, in einer christlichen Verbindung aktiv zu werden, ausgeben und unser Heit in einer jüdischen Verwindung suchen. Von diesen scheidet für jeden Nichlzionisten das K. Z. V. ohne weiteres ans. da cs seinem Programm nach streng zionistisch ist und feine Mitglieder ans das Baseler Programm festlegt. Wir haben also nur die Wahl zwischen V. I. St. und K. (v. V. I. St. und K. E.! Nicht ohne Absicht habe ich die beiden Korporationen in dnser Reihenfolge genannt. Denn wir Pennäler höien wohl in den meisten Fällen viel früher von dern Bestehen des V.J. St. als dem des K. E. Natürlich ist dies keineswegs ein Zufall, es steckt vielmehr System darin. Denn der V. I. St. hält es offenbar für einwandfrei.