KC-Blätter
- Journal
- KC-Blätter
- Volume
- 1911-1912
- Issue
- Heft 5 (1.2.1912)
- Date
- 1912-02-01
- Page
- Seite 81 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Auch dort stellte er seine ganze Kraft in den Dienst der Sache und förderte als Chargierter das Wohl der jungen Verbindung. Sein trotziges Kampflied „Recht geht vor Macht" entzündete machtvoll die jungen Gemüter und bildet noch heute das Bundeslieb der IHcaria. Bon München gings nach Freiburg. seinem Geburtsort, und mit rastlosem Eifer warb er dort weiter für seine Ideen, er gründete die Friburgia und führte sie rasch und sicher zu einer Achtung gebietendenPosition. Dell Idealen seiner Studentenzeit blieb er auch später getreu; alsRechlspraklikant und als Rechtsanwalt war er stets zur Stelle, wenn seine.Korporationen ihn um Rat und Hilfe angingen. Im politischen Leben schloß er sich der deutschen Volkspar lei an. die in ihm gar bald feine außergewöhnliche Begabung und seine hinreißende Rednergabe erkannte und schaßte. Binnen kurzem warereiner der Führer derPartei; fein hervorragendes Streben galt der Einigung des Liberalismus, für die er in Lüort llnd Schrift eintrat. In der geeinigten „Fortschrittlichen BoUspartei" seßte er seine unentwegte Tätigkeit für die liberale Sache in erhöhtem Maßesolt. Es ist nicht zum mindesten seinem Scharfblick und seiner Energie zu danken, daß in Baden der ..Großblock" der Linken in einer geradezu vorbildlichen Weise ins Leben gerufen und gepflegt tvlirde. In verhältnismäßig jungen Jahren wurde er zum Stadtrat gewählt: seine unermüdliche Tätigkeit zum Wohle der Stadt erntete uneingeschränkte Anerkennung auch von Seiten der politischen Gegner. Sein ausgeprägter Sirm für Recht und Gerechtigkeit und sein warmes Herz für die Rot und die Unterdrückung der jüdischen Staatsbürger führten ihn schon frühzeitig in den Orden Bnei Briß, dem er noch als Erpräsident der Karlfriedrichloge angehört. Eindringlich und entschlossen trat er stets für die Gleichberechtigung der jüdischen Mitbürger und gegen die Verletzung ihrer verbrieften Rechte ein. Immer und iitmwv wieder wies er darauf hin, daß die Juden nicht allein wegen ihrer hiflvrifchen Bergangenheit.sondern in erster Vinie wegen ihrergegenwärtigenkuliurellen und sozialen Tät i g keit im Dienste des B aterlandes ollen Anspruch mfgleicheRech- >e erheben könnten. AlsdieWahlvorbereitungen iür das Jahr UU2 begannen unb der Reichstags-Wahlkreis Karlsruhe» Bruchsal von den Vereinigten liberalen der Fortschrittlichen Volkspartei überlassen wurde. war es für deren Mitglieder zweifellos, daß nur eine Kandidatur von Di-. Ludwig Haas Allssicht auf Erfolg haben könne. llnd Haas ging in der gewöhnen Entschlossenheit und aufopfernden Hingebung an die Wahlarbeit. Zwar wurde er dabei von seinen Parteisrennden und nicht minder von der vin'ionalliberalen Partei auf das kräftigste unter stur,:: galt es doch einen Wahlkreis zu erobern, der seil langen Jahren schon einen der Radikalsten unter den „Roten"' zu seinem Vertreter hatte. Allein null fand sich alles zusammen, was im Wahlkreise einer liberalen Entwicklung feindlich gegenüberstand: Schwarz. Blau und Dunkel in 2>r. Ludwig Haas, M. d. P füiriiiiii