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KC-Blätter · 1912-01-01 · Heft 4 (1.1.1912) · p. Seite 10

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Journal
KC-Blätter
Volume
1911-1912
Issue
Heft 4 (1.1.1912)
Date
1912-01-01
Page
Seite 10 (sequence 22)
Language
German
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10 K. G.-er, organisiert Euch! Trotzdem in allen Gegenden des Deutschen Reiches bereits K. C.er in großer Zahl wohnen, so ist es doch noch immer nicht gelungen, über ganz Deutschland hin die Kartellbrüder derselben Provinz oder desselben Landes in engere Fühlung zueinander zu bringen. Und dies ist im Interesse der Einzelnen sowohl wie im Interesse des Verbandes sehr zu bedauern. Wie oft kommt es nicht noch beute. — zumal in der Provinz — vor, daß ein K. C.er erst nach Jahr und Tag von der Existenz eines Kartellbruders in der Nachbarstadt erfährt, mit dem er längst gern zusammengekommen wäre. Wer so als „Älter Herr" außer Reichweite des Korporationslebens, nicht hin und wieder Gelegenheit hat, mit K. C.ern zusammenzukommen, bei dem erlahmt naturgemäß auch bald das Interesse am Verbände. Berufstätigkeit und tägliche Umgebung wirken allzusehr auf den dem Verbände Fernerstehenden ein und ziehen seine Gedanken dauernd von dem geistigen Gebiete unserer Tendenz ab. Kein Wunder, daß so mancher von ihnen schließlich in seiner K. C.-Begeisterung nachläßt und aufhort, für den Verband als solchen zu wirken, insbesondere sich nach dem akademischen Nachwuchse in seinen Kreisen umzutun. Gewiß sind einige Gegenden schon mit gutem Beispiele vorangegangen: Im Osten haben Oberschlesien und Posen, im Westen das Rheinland und Westfalen bereits ihre Provinzialverbände; und Pommern tft auf dem Wege. Aber noch fehlt g a n z S ü d d e u t s ch l a n d; noch liegt die systematische Keilarbeit in den meisten preußischen Provinzen arg darnieder. Noch ist der K. C. in vielen Gegenden auf den Gymnasien und speziell unter den jüdischen Abiturienten nicht einmal dem Namen nach bekannt. Oder andere Verbände haben schon in ihrem Sinne tüchtig vorgearbeitet. haben gegen den K. C. Stimmung gemacht, indem sie seine Tendenz herabgezerrt haben. Oder es ist bereits mit sonstigen unlauteren Ntitteln versucht worden, die Schüler der oberen Klaffen von uns abwendig zu machen. Kier muß endlich einmal entschieden Wandel geschaffen werden: Kine großzügige Hrganisation tut uns dringend not, die die Kartellvrüder öestimmter Bezirke zu Mrovinzial- oder Landesverbänden zusammenschließt und unseren akademischen Machwuchs sichert. Daher ergeht an alle K. K.er in Stadt und Land die Mahnung: Gründel Mrovinziat- und Landesverbände! Ziehet von den K. C.ern eures Bezirkes Alt und Jung zu Konventen, Kommersen oder anderen regelmäßigen Meranstaltungen heran! Legt über euren Verbandsbezirk ein Netz von Mertrauenspersonen (am besten sind dies Schüler der betr. Gymnasien selbst), die euch nötigenfalls Bericht über die Stimmung und die Tauglichkeit der zukünftigen Abiturienten erstatten können! - Schafft vor allem verantwortliche Stellen, die diese Berichte sammeln, die Fühlung mit den Schülern der oberen Klaffen nehmen unb die als brauchbar erkannten Keilfüxe auch persönlich im Auge behalten! Und ihr, die ihr bereits den Willen zur Tat habt, laßt euch nicht weismachen, dos; es nicht nötig sei, hierfür Verbände zu gründen und daß etwa der Einzelne dasselbe erreichen könne! Der Einzelne erlahmt früher oder später. Ter Einzelne kann plötzlich seinen Wohnsitz ändern müssen und damit allen Erfolg in Frage gestellt sehen. Nur was Merbände in dauernder und systematischer Arbeit auf diesem Gebiete schaffen, hat Bestand. Organisation ist das Geheimnis aller Erfolge. Solltet Ihr auch in den eigenen Reihen Widerstand gegen die Durchführung des Organisationsgedankens zu überwinden haben; wohlan, laßt es euch nicht verdrießen! Viel steht damit für unfern Verband auf dem Spiele. Wendet euch an den „Geschästssührenden Ausschuß" und holt euch dort Rat und — wenn nötig — Hilfe. Dies ist die Stelle, an der die Erfahrungen aller schon bestehellden Verbände gesammelt und gern zur Verfügung gestellt werden. Sehet eure Hhre darein, dahin zu wirken, daß auch nicht ein einziger Abiturient eures Merbandsbezirkes die Mniversttät bezieht, der nicht schon Grund und Zweck unseres Mer- Sandes kennt. Freilich, mit sog. „Keilkommissionen" allein ist es nicht getan. Ein jeder K. C.er, der älteste wie der jüngste, muß selbst mit Liebe und Eifer Mitarbeiten. Nur dann wird unser Verband so wachsen und gedeihen, wie wir es wünschen — nur dann wird er groß und stark werden — und nur dann wird er das sein können, was wir erstreben, ein unerschütterlicher Wellenbrecher den Gegnern unserer Bestrebungen, ei« starker Bollwerk für jüdisches Setöllbewußtseiu und deutsch-vaterländische Gesinnung. vr. Samter (Licariae), Posen.

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