KC-Blätter
- Journal
- KC-Blätter
- Volume
- 1911-1912
- Issue
- Heft 4 (1.1.1912)
- Date
- 1912-01-01
- Page
- Seite 72 (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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B o u n, den 18. Dezember. 1011. Sehr geehrter Herr 'Uebattcur! Bezugnehmend aus einen Artikel in der lebten Nummer fJir. -uMjvcö geschabten Blattes, in welchem die Behaupt»,lg enthaltcirnvar, im vorigen Semester habe ein Banner B. I. St.er einen AI. 15.ev grnndlivs an so schärfste provoziert. stellen wir hierdurch fest, das; nach einhelliger Ansicht aller B. 0>. Dt.er van einer grundlosen Provokation im vorliegenden Halle feine Nede sein kann, das; vielmehr das Berhallen unseres Bnndesbruders eine notwendige Neattiou ans das Berhalten des Herrn ans der Nheno-Silesia war. Obwohl uns das Herangehen einer Angelegenheit, die schon längst ans die unter Studenten übliche Weise zur Erledigung gebracht worden ist, znm j'iinaf einer Polemik »»angebracht erscheint, müssen wir Sie dach um Beräsfentlichnng dieser Berichtigung in Hhrem geschabten Blatte bitten, da Hhre subjektive Darstellung geeignet erscheint, den Nus des B. H. St. Bonn in der Oessentlichkeit zu gefährden. Mit studentischem E>rns; Berein jüdischer Studenten Bonn. I. A.: Unterschrift. Wir haben voll dieser Berichtigung unsenn L.-Mitarbeiter Kenntnis gegebeil. Dieser schreibt uns darauf: Die Berichtigung berührt den von mir erwähnten jvall der Provokation der Banner Al. l5.-Berbind»ng durch einen B. St.er niebl: dieser darf also als ziigestanden gelten. Aber auch hinnchllich des anderen 'Halles vergch-et die Berichtigung von vornherein darauf, meine Behnnpiungen durch Anführung .van Taisachen zu tviderlegen, sondern sie begnügt sich, ihnen die subjettive Ansicht der B. VY St.er entgegenzintellen. Da jeb.t Behauptung gegen Behauptung steht, sehe ich mich genötigt, durch eilte aktenmäl'rige Darstellung jedem die Möglichkeit zu gehen, sich selbst ein Urteil zu bilden. Herr.V. war nach einer einsemestrigen Aktiviiät im B. H. St. in Berlin ans diesem ansgetreten, weil er den Eindruck gewannen hatte, das; nicht nur fast alle ftUtglieder zionistisch waren, sondern das; auch die jviirenerziehnng im zionistischen leiste erfolgte. Während der Serien, als nach die Berhandlnngem über seinen "Austritt schwebten, wurde ihm von B. I. St.er» der nicht gerechtfertigte Borwnrs gemacht, er teile einen Oberprimaner vom B. I. St. ab. Als er zu Beginn des Semesters mich Bann kam. besuchte er daher ein Mitglied des B. 5 Dt.. Herrn ft. und klärte ihn über den Sachverhalt ans. Dabei vcrwrach er Herrn ft, nicht mehr über die fraglichen. Punkte sprechen zu uwllen. nnv> er denn auch in unterlies;. Nachdem hieraus das Anstrittsgesnch des Herrn £ ans dem B.I. St. genehmigt ruarden und er Nheiw Silese geworden war. wurde seitens des B. P. St. trobdem nach behauptet, Herr Y verbreite wieder die angeblich unrichtige Tatsache, das; der n-nrmajvr des B. I. St. in Berlin die,vüre nur rezipiere.;venn sie Bionisten geworden seien. keines Tages forderte ihn Herr der «Dechtwart des B. Dt. in Bann, mit dem er in Berlin zusammen aktiv gewe'en war. brie'licti au». »ich zum Bwerk einer "Aussprache nur ihm a.i» der Strage zu.treffen. Da sich Herr X selbnverstäudlich nicht auf eine Unterredung auf der Strage einlassen wallte, bat er im Einverständnisse mit seinen neuen Buudesbrüderu Herrn Z, er möge ihn in seiner Wohnung oder aus dem Nheuo-Silesenhanse aufsuchen. Obgleich Herr B bis dahin von Herrn X auch nicht iui geringsten beleidigt worden war, antwortete er mit folgendem Brief: Herrn X., Baun Hhr ganzes Berhalten spricht, dafür, dag Sie einer Unterredung'mit nur ans dem Wege gehen wollen. Brh Ü'he miri» des!m!b gezwungen, Hhnen schriftlich mitznteilen. wa 7 ich Hhnen mündlich sagen wollte, nämlich dal; Sie für einen gar,; gemeinen Lügner ) ha!,e Begründet ist b:.*c "Ansicht darin, das; Sie rre-p. der Aufklärung, die Sie von meinem Bundesbrnder "ft erhalten haben, weiter unwahre Angaben über meine Korporaliaa verbreitet haben. Bch glaube, eine schärfere Provokation, als diewu Brief des Herrn ft, wegen denen ihm übrigens das Ehren gericht eine tlküge erteilt hat. kann mau sich kaum v»rstellem Wenn Herr glanble, »nur ili verbreite über den »Sncmaior des Berliner Be ms eine Behauplung. die ihm n'.nvahr erschien, Halle er ' l> dann l^enngtunng zu holend Hatte er dann das . ht, Herrn X einen IMtnucr zu schimpfen und noü; gar brieflich und in dieser Dorm? lveradep; nnhegreiilui, ist cs aber, das; die „Berichtigung" das eine „notwendig-.' Neaktivn" auf das Berhalten des Herrn X bezeichnen laiut, wo doch weder der Berliner B. H. St. noch dessen Turmnjor, die sich doch allein hätten betroffen fühlen tonnen, es für „notwendig" hielten, irgend einen Schritt zu unternehmen. Biel wichtiger, als das Berhalten eines Einzelnen erscheint mir aber das spätere Be-l allen seiner Bereinsbrnder. Hier war ja eine läeleg-.nhea g.'bvten. in der Praris zu beweisen, das; es dem B. ü. St. acnstlich darum zu tun Ut. die Austragung von Nautit,;oit unter jüdischen Studenten zu verh'nldern. Sbglc:!» sie Sache auch ganz besonders für einen Ausgleich geeig.".- '.oar nnd obgleich 'ich die.;;. E.cr in den; Ehrcnger'üht in il grastlen Entschied n lu'it für die Erledigung durü, -! au und Tevrekatian einieüteil, stimmten die B. St.er. die "Mehrheithatten, geschlossen dagegen. was die l'-Pm-.' .. gnng der Forderung zur Talge haben mnstle. Nach eins! T» den, a.n, ul I i öe f p röche neu A n fsak der Beitschrist des B. T- St. wird hervorgehoben, dast man gegen das Mitglied, das jüdiscve Studenten provoziere mit gröhler Strenge vargehen werde Und in der Praris.'f. Bür das Berhalten des Herrn ' l at man nicht nur lein Wart des Tadels, nein, man billigt es sogar und geht so weit, ein derartiges Bei ha i a, das das Ehrengericht gerügt hat, für --- ..notmenzu erklären. In der Berichtigung wird die Heranziehung einer Wafselmngelegenheit?.:un Zwecke einer Polemik als „unangebrachl" bezeichnet. Demgegenüber stellen wir fest, das; das Präsidium des A. I. C. dilrch seine im oorigen Jahre im „.Hamburger Iamilienblatt" iUü. 15 und 22) ringeleitete. gänzlich nnberechtigte Polemik zu erst diesen Weg eingeschlagen lp.it. Wir befinden uns also in der guten l^esellschast der Beschwerdeführer. Dort hatte der B. I. (5. die Behauptung ansgestellt, das; bei,nahezu allen Konflikten mit .u. (lern der B. I. St.r der Provozierte und infolgedessen die fordernde Partei gewesen sei. Da in dem besprochenen ^lussal; osse-lsichtlich auf diese Behauptung zurückgegriffeu wurde, befanden wir uns in der Abwehr. Die Redaktion. *) Anm. Die gesperrt gedruckten Worte sind iuldem 'Briefe in auffallenden Buchstaben geschrieben.