KC-Blätter
- Journal
- KC-Blätter
- Volume
- 1911-1912
- Issue
- Heft 4 (1.1.1912)
- Date
- 1912-01-01
- Page
- Seite 71 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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71 halten, mit — falls noch nachträglich, bei dem leidigen Gedenken an alkoholtriefende <3tuubcu ihr Inneres in ansivallendes Schäumen gerät — ihrer so überaus berechtigten Empörung freien Lauf 311 lassen. Nur für alle diejenigen, die noch auf dem Boden des alten — b; i. veralteten, rückständigen, gespreizten — deutschen Koulenrstudeittenkums stehen und die beit Bierkommeut — uuuu . . . . Eimer!.— als ein unantastbares Erbstück wahren, nur für diese sind diese Zeilen geschrieben. Und jetzt kann ich auch verraten, das; vom Alkohol heute überhaupt nicht die Rede ist, wohl aber von einer Institution studentischen Wesens, über die einige beherzigende Worte wohl am Plage sein dürsten. Denn die moderne Tendenz des verivässerudeu und verflachenden Limonaden •--- studententums hat sich's zur Aufgabe gemacht, an alle in ihrer Altehnviidigkeit liebgewonnene Tradition studentischer Urwüchsigkeit nnd studentischer Poesie die Art der Zerstörung ,;u legen. Viername! Auch du bist uns ein Sorgenkind geworden, das bei reiner Wasserkost trog des eindringlichsten, liebevollsten Zuspruches absolut iiid)t gedeihen null. Wie war es doch vordem? Als der junge Musensohn znni ersten Male Haus und Heimat verlieh, um pochenden Herzens und mit wachsender Ungeduld der ihn beseligenden alma mater zuznstreben, da nahm er als Insignien eines neuen Standes und einer neuen Würde Mütze, Baud imb Pfeife an sich tind warf allen philiströsen Unrat, der ihm noch am Leibe klebte, init burschikoser Ungebnndenheit weit von sich: in erster Linie seinen amtlich beglaubigten und registrierten väterlichen Namen, um ans einen neuen, im Biere geborenen VRnf zu hören. Diesen neuert Bannen hielt er hoch und heilig und schrieb üju stolz auf seine Fahne. Selbst wenn ihni eine kleine Nüanee ins Kölnische anhaftete. Und diese fehlte fast nie. Denn nicht sinn- und gedankenlos untrbc der Biername ausgeheckt, sondern er war gewissermaßen das Spiegelbild, die Verkörperung seines Trägers. Wir brauchen nicht weit anszuholen, mit ein Paar Beispiele zu zitieren, und wollen nur einige un'erer alleren K. E. Mitglieder — ivelche es mir nwh! nicht verübeln werden — hier trenne passieren lassen: Schladadder — ivelch humorvolle Bezeichnung der gotischen Linie, die wehmütig gen Himmel sich emporrankt! Lack — o pars pi ototo!, S ch n a u z — iver lvagt es zu nnderspi erben?, Problem — ivelch Gedankensplckter?, Kohl — oder etwa nicht?, Pascha — o alle die vielen Freuden (und Freundinnen?), Bummel — nun aber definitiv die letzten 24 Runden!!!, Kanone — denn sie kann geladen sein!, Laatsch — Welche Anmut des Ganges?. Bolle — Aushängeschild für Sänglingsmckch?. Leibspeise — Kellner, e; neu Cognac?, Z» e p p l — aber wie hies; e-r doch vordem?, Mampe — und hinterher etwa Wilfa?, Alusch ko — Armee korps Nr.? —, d e r Bi untere — ei. ei?. Askimo — Zttugeuakroe-atik des Buchstabeus „e"?. Schwips — Kovuuentar überflüssig . usw. usw. Wer nennt die Flamen all, die — einer Vierlaune entsprungen - ihrem Träger mr immer ein solch grotrr! humorvolles Gepräge verleihen. Alan verguck darüber milnnter ihren angestammten Familiennamen, so sehr sind sie mit ihrein Biernamen verwachsen oder auch in ihn hineingewachi'en, nicht wahr, Schladadder? Nun, Ihr liebwerten Herren F. M., F. M., die Ihr Euch in diesem Semester prunkvoll mir dem Schwänze des Fiuhies verbrämt, seid Ihr auch in punkto: Biernaa >m schon Euren hohen und heiligen Pflichten uuchgekommen? Klopft Euch reuig an Eure sündige Brust, lasset Eure Geistesblitze leuchten, ziehet Euren Filzen die alte Pelle über die Ohren und steckt sie in ein neues Wams! Paolo. Eine Kerichtistung des A- J- St.-Llirm. In der Dezembernummer des 2. Jahrganges der St. E.-Blätter schrie!, unser L.-Mitarbeiter bei Besprechung eines in der Zeitschrift des B. I. E. erschienenen Zinssatzes „Zur Salisfaktivnsfrage", das; er mit dem Verfasser darin übereinstimme, das; unsere Waffen in erster Linie dem Kampf gegen den Antisemitismus zu dienen haben, das; aber Ehren--andel zwischen jüdischen Studenten — wie es schon ein K. C.-Besch!nß bestimme — zu vermeiden und stets bedauerlich seien. Er fuhr dann siat: üiMr nhiubni ub.’r nie.l, bnf> flernbe ein B. o. 2t.or berufen in, feinen jiU>iM)cu .Ummmlitoncn in i>ie?er Hinsicht „bas cs.-oissiu zu schärfen". Lder weis: der Verfasser nichts d.-.von. das; seine Verbandsbraver ständig diesen csenndsühen eutgcgcnhandeln r Lseisch er niein. bau uc Bonn noch im vorigen Semeiter ent \ik g T c >e einen K. (5 er ohne (Mimt) ma§ schür säe Unwesen ' Hat er nichts davon gehört, das: jungst ein aud-w.'! 'ä-rbaudsbrnder, ein Lands, mann von t!jm, die rw-irner At. (s. Berdindung auf das gröblichste beleid-a! hat? ist doch zmoeilett lehrreich, neben der an,!, in der Presse so geslisserrtlich vertimveteu Theorie ea.una! die Praris kennen zu lernen. ,'jn diesefeu Ausfttbrnttgeu sendet uns der B. I. St.-Bvnn eine Berichtigung, der wir die Aufnahme in die K. (5. Blätter nicht versagen wollen, obwohl sie den Bestimmungen des Preßgesetzes nicht entspricht. -