KC-Blätter
- Journal
- KC-Blätter
- Volume
- 1911-1912
- Issue
- Heft 4 (1.1.1912)
- Date
- 1912-01-01
- Page
- Seite 67 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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07 Studentenschaft mit dem S. C. cinifl ginge. . Denn der Prügelkomment widerspricht so sehr den Anschauungen drs gebildeten und wohlerzogenen jungen Mannes, daß es einem dein studentischen Leben Fernerstehenden kaum verständlich erscheint, ivarmn er nicht schon längst abgeschafft worden ist. Die Schwierigkeit dieser Frage liegt tiefer. Sie hängt damit zusammen. dajV leider allzit häufig honorigen Studenten die Satisfaktion verweigert wird, daß man unbillige Bedingungen an den Gegner stellt, unter denen nnm sich herablassen will, ans blanke Waffen sich zu stellen, Bedingungen, die ein ehrbewußter Student und eine Korporation, die nicht jede Achtung vor sich selbst verlieren null, stets ablehnen wird. Wie häufig haben nur es nicht Alle selbst erlebt, daß sich ein gegnerischer Korporationsstndent zu einer Beleidigung zwar sehr schnell bereit stmd, daß er aber nachher, wenn es ernst wurde, sich tapfer hinter den Komment und dieKonventsbeschlüsse verkroch, so daß eine Partie nicht znm Anstrag kommen konnte'? Gegen ein solches Verhalten gibt es nur eine Verteidigung: den Prügelkomment. Wer mir meine Hoiwrigkeit bestreitet, indem er mir die Satisfaktion verweigert, wer mir als Förderer oder Geforderter unbillige Bedingungen diktiert, um die Austragung einer Ehrenangelegenheit zu verhindern, gegen den verschaffe ich mir mit der Faust die nötige Achtung und mit dem Stocke die gebührende Genugtuung. Hier hätte der S. C. eingreisen müssen. Er hätte rtum beschließen sollen: Der S{. 5. 15. spricht sein Bedauern darüber aus, daN nach immer S.udenteil. ebenen deren Hoiwrigkeit nichts einzuwenden ist. die Sntissaktivn venu eifert wird, oder das; die 'Austragung des b'drenliandels von Bedingungen abhängig gemacht wird, die dem an den betreffenden Hochschnten üblichen Branche widersprechen und daraus hinanslaufen, die Erledigung des b'hrenstreites zu hintertreiben. Der N. S. (5. erwartet von den ihm nngehörenden S. (5. S. (>.. das; sie ans das Schärfste gegen eine solche Mistachtmlg honoriger Studenten Stellung nehmen, und fordert die einzelnen S. 15. S. 15. ans, mit den andern studentischen Berbänden eine Berständignng in dieser Frage herbeiznsühren. Ein solcher Beschluß des St S. C. als des größten studentischen Verbandes würde dem — an sich verabfchen'.nigswerten — Prügelkomment bald ein Ende sehen. Statt dessen erblickt der ,\iv. S. E. als Allheilmittel gegen deit Prügelkomment die Gründltng loser Wassenverbände nach Art des Münchener Verbandes. Er will also allerorten einen Zusammenschluß einer Anzahl von studentischen Korporationen herbei siihren. die sich gegenseitig jegliche Satissaktiolt geben, die aber von allen. Korporationen, die dem Waffenverbande uid}t angeschlossen sind, verlangen, daß sie bei Ehrenhändeln bei einer der ihm angehörenden Verbindungen Waffen belegen. Das ist eilte Forderung, die nicht vom liechte, sondern von.der Macht diktiert ist. Das ist eine Forderung. die oben als unbillig bezeichnet wurde und die bei den ausgeschlossenen Korporationen wenig Gegenliebe finden dürfte. Sie ist so recht ungeeignet, den Prügelkomment von ben deutschen Hochschulen zu verbannen, als vielmehr gerade dazu angetan, ihn zu sördern. Ja, wären sämtlich? schlagenden Kor porationen der betreffenden Universität Mitglieder eines solchen Verbandes, dann allerdings könnte er Gutes und Nützliches wirken. Aber der K. S. E. ivill ben M ü n ch e n e r losen Verband, dent graste und angesehene Korporationen nicht angehören, zinn Vorbild nehmell. Mi! der Veranlassung solcher Gründungen wird ec wohl erreichen, daß an manchen Orten — wie schon in München — die Studentenschaft in ztvei feindliche Lager gespalten wird, den Prügelkomment wird er aber damit nicht ans der Welt schaffen. Während die bisher genannten Beschlüsse sich mit der Erledigung von Ehrenhändeln befaßten, behandeln weitere Beschlüsse die B e st i m m u n g sm e n s u r. Der D. 2!. bestätigt aufs Neue, daß er Sport-, Verabredung■> und Bestimmungs - mensnren unbedingt und in jeder Form verwerfe. Ihm ist die Frage der Bestinrmungs menfrrr van prinzipieller Bedeutung, während doch nur Erwägungen praktischer Natur Ulebung für derr Ernstfall. Förderung der Disziplin etc.) zrr ihrer Beirrte!nng hcrangezogen werden dürfen. Tie rrrrrirhrige Auffassung von denr Weserr der Bestimmung^ mensnr hat irr dem Weimarer C. L. der SängerschafLcn zu einem Konflikt geführt: Drei Korporationen tPaulns Jena, Paulus-Leipzig mib Friedericiana-Halle) traterr ans dem Verbände ans. da ihnen das Verlangen ihrer 20 Ka r t e U c o r p ora t i o n e n na-.h Einführung der Bestimmungsmeusur mit ihren Anschauungen rricht vereinbar erschien.*) Der D. C. hat bezüglich der Bestimmnngsmensnr in Eisenach beschlossen, dust in Zukunft die Beurteilung der Mensnren nach freieren Grundsätzen erfolgen soll. ''Anfragen aus Haltung sollen nicht mehr gestattet sein. Es wurde nachstehende Resolution angenonnneu: „Die Mensur ist als Gymnastik des Körpers und des Willens bei den oerschiedenen Persönlichkeiten individuell zu beurteilen. Ungenügend ist eine Mensur nur. wenn der Paukant ein nnforsches Benehmen oder Mangel. an Selbstbeherrschung an den Tag legt. Die Beurteilung der Mensur ist Sache der einzelnen Burschenschaften." Weitere beachtenswerte Vorschläge zur Reform *) Tie drei ausgetretenen Korporationen haben sich inzwischen zu einem neuen Verband, dem „Nudelsburger Kartellverband", znsammengeschlossen.