KC-Blätter
- Journal
- KC-Blätter
- Volume
- 1911-1912
- Issue
- Heft 4 (1.1.1912)
- Date
- 1912-01-01
- Page
- Seite 63 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Gewiß fommeit auch die andern überseeischen Länder alv« ^luöuHiuborungögcbict in Betracht. Süd- und Zentralainerika, Atericv, Eanada und Australien sind ziveifelivs in Hähern Grade ans-;;ahn;efäh;g; um' darf nic()t vergessen werden, daß sie mit ihrer nach ganz in derr >tinderschnhen steckendetl Industrie rveniger dern techirischen Akademiker als dem .Eaufmam; urrd Landnnrt ein dankbares Arbeitsgebiet eröffnen. Wahl hat der Osten van Eanada zahlreiche in dnstriette Anlagen, die tahrrerrde ''Arbeit nrrd leitende Stellungen bieterr. Osteanada ist aber, rrnd das n;ag auch für Australien gelter;, durch ans englisch' rrnd errglisrhsühlend rrnd darnit antideutsch. Der deutsche Jude wirrde hier als Deutscher in der Stinrmrrrrg der Bevölkerung denselben Hindernissen begegnen, die ilinr in Deutschland als Inden errtgegentraten. Außerdem steht die carradische Bevölkernrrg mit ihrer Bigatterie und ihrem Ztanservativismns hinter der der Bereirrigterr Staate;; in geistiger Biegsamkeit. I^csinrinngssreiheit und sozialer .Unltnr zurück, sadas; auch das gesellschaftliche Lebe;; dern Eiuwandernden nicht die Barzüge und ''Annehm lichleiterr bieten lvnrde, die er bei dem grasten, freieren Aachbarn findet. Darauf allerdings must hingewiesen werde»!, das; Eanada im Anfang einer enormen Entwicklung steht, daß amerikanischerEinfluß durch Einwanderung und Gründung van Zweigsabriken van den Bereinigten Staaten ans sich immer stärker benrerkbar »nacht, sadaß es durchaus empfehlenswert ist, van den Bereinigten Staaten ans mit den; Stranr der amerikanischen Einwanderung, gnasi selbst alsAmerikaner, mit dessen Sprache und.Uultnr man sich variier vertrant gemacht hat, die canadische Grenze zu überschreiten. Fast genau dasselbe gilr für Zentratamerika und var allem Merika, das heute ebeufalls van Amerikanern in industrieller Beziehung erschlaffen wird. Als erstes und nächstes Ziel für die Ans »vandernng sind alfa die Bereinigten Staaten van Nordamerika ins Auge zu fassen, denn sie bieten alles, ivas der junge, strebsarne Techniker sucht: die junge, aber hachentwirkelte und nnternehmungssrendige Industrie, deren Filter und Zianzentratian van Osten nach Westen zu abninnnt und sa einen; Jeden die Möglichkeit bietet, seiner Anlage »;nd seinen persönlichen Neigungen entsprechend sich ein Feld für seine Tätigkeit und sein Fortkommen anszusnchen. Ban den grasten Industriezentren nne New Port mrd Chicago angefangen, in denen die Anregungen und Zerstreuungen der Millionenstadt, ihre Bar- und ihre Nachteile geboten »verden, zu den kleineren keineswegs spießbürgerlichen Industriestädten Pennsylvaniens urrd des mittleren Westens, mit. ihrer feinen, gemütlichen Fan;ilie»;kuttur, bis zu de»! einstmien, rauhen Erznünen und Hüttenn-crken in den Nock;» Btanntains, überall findet der junge Mann Gelegenheit, seine 'Arbeitskraft zu verwerten. Glicht jeder »vird gleich mit offenen Armen empfangen, die gute Stellung »vird »licht gleich auf den; Präsentierteller im New Parker Hafen angetragen. Aber eins fühlt jeder sofort: man bringt ihn; und seinen; können Interesse entgegen und ist gern bereit, dieses zu beiderseitigem Bartcil zu verwerten, sobald sich die Gelegenheit hierzu bietet, ahne daß der Arbeitgeber an etlvas mehr oder »veuiger semitischen Gesichtszügen Anstoß nimmt. Es ist eine gute Ern pfehlnng, auf einer bekannte»; deutschen Hochschule oder Uniaersitäl suibiert und ein Diploin errvarben zu!;aben. i enn der A»r;ecikaner beurteilt die verschiedena Lehranstalten verschie den, rvie er es mit seinen eigenen zu tun gervahnt isl. In Berlin. Mönchen oder Heidelberg proinaviert zn hal.-n, ist ihn; ein Beweis van besonderer bricht:-..teit und gediegenen .Kenntnissen, und nie :."ird der amerikaninhe Fabrikleiter versäumen, aen Stellnngsuchev.den nach der Hachschnle zn. sagen, auf der er seine Studien betrieben und i-eendet hat. Sehr erleichternd für das Erlangen einer Position ist es auch, rvenn »»um schon mit Spezialkenntnifsen ans einen; bestimmt lieg! en.-ten (Gebiet, die rnan fiel) in den lleineren SteNnngen in Deutschland oder durch wissenschastlüge Arbeiten nach den; Eramen eriverben kann, hinübergeht. Trat; aller, häufig verschwendeischer Großzügigkeit in der Produktion. schä!;t man drüben die Saar sanrkeit und gründliche «>', lranigkeit der dentsher; Industrie. Besonderst:! aer Durcharbeitrrrcg der Details ist der Enropä-: den; 'Amerikaner überlegen. Daher ioimmeii es auch iu den Slow strtlktionsbnreans der ge hen Gesellschafter: von Deutschen, neben denen auch andere dtalivnen, europäische nnd asiatistlie. speziell ostasiatische, vertreten find. Welch weitgehendes Böller- und Nassengemenge hier bc sieht, erhellt aus der Tatsache, daß mitunter z,ehn bis fünfzehn verschiederie Äcativnalitäten ei»;trächtiglich in einem tltcunu über ihre Neißbrerter gebengt arbeiten; ein Zeichen, wie »venig «Gewicht der A»»;erika;;er ans die Herkilnft seiner 'Angestellten legt. Zun; Borwcirtskvnm;en gehören natürlich gute Kenntnisse der Landessprache nnd der feste Wille, sich dnrchznsesten. Wer mit seinen Vorgesetzten gut und deutlich ..United St.-ites“, eine sehr sijmpa thische und hnnwrvolle Lonzentratian und Vereinfachung des Englischen, spricht, ih»n klipp und klar seine Meinung sag! nnd verficht, der hat an; u;eisten Aussicht zn gefallen und hochzn kon;»»;en. Es soll incht verhehlt werden, daß auch in Amerika der landfrernde Ausländer,