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KC-Blätter · 1911-12-01 · Heft 3 (1.12.1911) · p. Seite 54

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Journal
KC-Blätter
Volume
1911-1912
Issue
Heft 3 (1.12.1911)
Date
1911-12-01
Page
Seite 54 (sequence 14)
Language
German
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54 ander wohl- und übelwollend zu, bis schließlich alles sich an einem ganz bestimmten Punkte sammelte — um eine orangefarbene und eine schwarze Muße. Dort ging es am heißesten her und alle Dialekte, von: harten Norddeutsch bis zu den weichen bauten unseres sonnigen Südens, gingen in einem erregten Stimmengewirr unter. Aber — es war bei allen ein ehrlicher Wille vorhanden. Schnell, überraschend fast kam man schließlich zum Ziel. "Nach wenigen Reden und Erklärungen waren sich die Vertreter einig, llnd so ist es gut. Wir müssen unser Auge stets auf das Gemeinsame, uns alle Verbindende richten und jeden ehrlichen Mitarbeiter aufnehmen. — * * * Der Kommers war das schönste Bild, das ich seit langem sah. — Eine Anzahl von K. C.ern. wie selten, beisammen. — Die ältesten Leute mit Band und Mütze. — Vom Schwarz der altert Biadrinenmütze bis zum lichten Grau der Ghibellinen. — Dazwischen als legte Sensation das Violett der neuen Thurittgen-Kouleur. Die Form wie die ältesten Studentenmützen: lange Kappe mit einem lief in die Stirne ragenden Schild. Fast alle Thüringen waren anwesend und von den 51 alten Viadrinen 36. — Alle in den verschiedenen Blühen. Dazwischen viele Gäste. Auf der Galerie drängte sich reicher Damenkranz. Jedes Bild, oben wie unten, gleich reizvoll. — Und geredet wurde! Oben und unten gleich viel. — Gleich viel! —- Der arme Thnringenfuchs, der alles stenographieren mußte. Seltsame Gefühle mußte der Kommers bei denen auslösen, die die Uranfänge des Breslauer K. E ectums mitgemacht haben. — Die Viadrinen habe ich zu ihren „Lebzeiten" freilich nicht mehr gekannt: als ich nad) Breslau kam, erzählte man lllir nur noch von den Taten Ehrenfrieds und besonders von denen des „Ship" im Eafä Rest und im Artus-Hof. Die Markomannen in Breslau werden auch noch davon wissen! Das war die Zeit der regelrechten „Kämpfe" von „Mann gegen Mann". Aber die Anfänge der Thüringen habe ich selbst erlebt. Im legten Hinterzimmer eines ganz kleinen Lokales — es war Poststr. 3 — fanben sich im Anfang des W. S. 11)01 fünf K. E.-Burschen zusammen mit l ganz jungen Leuten, um neu ..aufzutun". Von diesen Burschen ist nur noch einer und von den damaligen Füxen fhib noch drei Thüringen. In diesem Hinterzimmer wurden inoffizielle Fechtstunden abgehalten, gemütliche Kneipen — oft bis zürn Morgen — „tagten" da und echt kameradschaftliche Gesinnung entwickelte sich. Die erste offizielle Kundgebung der Thüringen war der Kaiiersgeburtstag von 1002. — Trotz mancherlei gefährlicher Klippen hat das kleine Schifsiejn seinen Weg gemacht. Und oft haben die Viadrinen mit ernstem Rat und mancher Tat der jungen'Verbindung, an der sie offiziell niemals Teil haben durften, redlich geholfen. — Das sei ihnen niemals vergessen? — * * An Sonntag besannen sich die einzelnen Verbindungen — wie auf einen geheimen Beschluß hin — auf sich selbst. Im „Hotel Du Nord" fanden sich die Ghibellinen zusammendie Viadrinen speisten — beneidenswert — ein köstliches Mahl in den Räumen Hauseno; kein Magen — nicht einmal Oscar Blagen konnte da widerstehen. — Die Thüringen fan> >lt sich auf ihrer Kneipe ein und die Vicareu 16 Mann hoch — des Nachmittags bei Hansen. (s:in reizvolles Bild war übrigens auch der Frühschoppen mit Damen, natürlich nur mit jungen Dar neu, im Südpark. Das wirklich hübsche Amazonenkorps der Breslauer bewies eine reizende Anhänglichkeit und „Anziehungs" kraft. — * * Der Rest der Feierlichkeiten verlief freundlich. — Das gemeinsame Abendessen lau den „Freunden" wurde zu einem gemütlichen .-Zusammensein. Hinterher Tanz. — Nachts — C Gr ms? — 3.40 Uhr Rückfahrt der meisten Berliner. Der alte Bahnhofsvorstand schüttelte vor Eningen seinen grauen Kops bei dern zu dieser Zeit ganz ungewohnten Lärnr. — „Nee sieh ok! A sn jungs Vulk macht ei der Nacht sun Teebs". Alter Mann, wie Du jung warst, hast Du auch mal um 3 Uhr Nachts feste geschrieen. — Dulcc csi desipere in loco. Eingesandt! An die Redaktion der K. 0 ..-Blätter. Bezugnehmend auf die 'Ausführungen in dem Artikel: „ Die Bedeutung des Breslauer K. C.-TageS" in 'Ho. 2 möchte ich mir erlauben, auf einen Passus des Artikels eiuzugehen. Der Verfasser Dr. H. spricht eingangs seiner Zeilen von dem „ohnmächtigen Korrespondenzbüro" und fetzt dieses in Gegensatz zu dem neuen Innuut des zu schaffenden Geschäftsführeudeu Ausfchmses. Ich glaube, daß Mitglieoer des bisherigen Korrespondenzbüros leicht geneigt sein könnten, in dieser Gegenüberstellung eine Herabsetzung ihrer selbstlosen Tätigkeit zu erblicken. Der Verfasser wird wohl kaum eine solche Absicht gehabt haben und mit mir einer Meinung sein, daß die Tätig-

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