KC-Blätter
- Journal
- KC-Blätter
- Volume
- 1911-1912
- Issue
- Heft 3 (1.12.1911)
- Date
- 1911-12-01
- Page
- Seite 53 (sequence 13)
- Language
- German
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53 nicht selten daranf angesprochen ,verde. Davon batte id) vor nicht langer Zeit einen, ermöglichen Beweis. Ich fuhr in einem Wagen unt mehreren Herren über Land nnd kam die Ne de ans jene Versammlung. Da drehte sich der Besitzer des Wagens, der uns fahr, ans dem Bocke herum und grinste vergnügt. Nanu, fachte ich, nassen Sie denn auch davon V — „O, ick weit dat noch chan.; chanl, ick bin er jo ok vi west." - - — Jetzt rügt der grimme Feind in der Erde nnd gerne null ich ihm das Zeugnis geben: er tvar noch nicht der Allerschlilmnste. Ihm war doch in bessern Stunden immerhin noch eine gewisse Ehrlichkeit des Hasses luld Ritterlichfoit im .Kampfe eigen. — Aber nichtsdestoiveniger st ent es mich nod) heute, das; er von einem Biadrinen erfahren, sollte: dlemo me impune lacessit! „Niemand reizt Utich tmgeslrast". XVI.-XXV.-X. Stimmnngsvikdcr von den Brestauer Festtagen. Avil 1 >r. K>r. Der .Sv. E.-Tag stand diesmal unter ei -em besonderen Zeichert. Eilt Vierteljahrhnndert war verflossen, seildenl zum ersten Mal ein Teil deutscher Studenten einem fressenden Nebel an die Wurzel ging nnd H» Jahre waren geschwunden, seitdem deren "Nachfolger — fürwahr, kein schönes Zeichen! — sich bereits von neuem ztlsatnmenschliehen mußten, tun einen Gedanken der Freiheit zur Tat werden zu lassen. Gleichzeitig war der 16. ordentliche K. E.-Tag, der mir Deutlichkeit erwies, wie schwer nnd wie ganz anders der Kampf seit den 80er Jahren geworden ist. Am nächsten Morgen: Die erste K. E.-Tagung. In den Biadrinen mag manche trübe Erinnerung aufgestiegen sein, als sie seht diese große Anzahl sahen Die Debatte brachte keine scharfen Töne - es lag wohl auch an den ziemlich harmlosen Gegenständen. 15 Vertreter — eine lange Reihe — lasten am Tisch. Blätter vor sich, ernsthaft dreinblickettd, im Flüsterton die "Ansicht mit dem Nachbar auStanschend. Wundervoll malerisch war das Bild der übrigen Teilnehmer. Alle Farben durcheinander, junge Gesichter, gespannt den Berhandlrntgen folgend, Ertvarlung nnd Freude im Anrdrnck. — DeS "Nachmittags: eberifalls kein Gegenstand, welcher die Geister aufeitlander plntzen tteß Man war sich einig, das; der innere "Ausbau der 0 rg a li i s a t i o u einer Vervollkommnung bedürfe, das; aber auch der K. E. rnehc denn je für eine Verbreitung seiner Idee sorge,! müsse. Wurde der Kamps früher mit roher Kraft msührl und mit deilt Säbel, uiauches Rial auch mit dem Stock ausgefochten, so ist das heute anders. Das „Auftreten", der „Eindruck" bei jeder ^clßentjcit spielt heute eine graste Rolle, um so dem Wesen des Gegners näher zn kommen, ihn verstehen zu lernen und ihn wirksam bekämpfen zu können. Dazu gehört eine nachdrückliche, auf alle Gebiete sich erstreckende Propaganda nnd eine Erziehung, die den einzelnen befähigt, änsterlich und innerlich gerüstet dem Gegner zu begegnen. — Das alte Rizzibrän. seit Jahren ein „locus ickoncu>m für feucht-fröhliche K. 0 - r konnte des Abends kaum die Menge fassen. Zwei lange Tische durch das ganze Lokal genügten gerade ani Anfang. Immer mehr Leute, auch Damen deö K. E. erschienen. Schließlich war fast der ganze Raurn von uns ausgesültt. Nicht mehr das kleine Häuflein von ehedem, in einer Ecke des Saales! Und welche Freude und Lebenslust sprach aus uns allen! Itn Namslauer: Zwei enge Räume, voll von Leuten und Rauch. D:c Stilumung entwickelt sich. Alte Freunde begrüsteu sich Utit Handschlag: „Ja, Donnerwetter, Menschenokind. lebst Du noch'?" ..Und Du . Au, Solo. Pump. Bombe — alle Viernmnen schwirren durch die Lust. Ein von außerhalb Kommender wird mit doppelter Freude begrüstt. Lebhafce Debatten entspinnen sich. Kurz und gut: Es wird! * * Ter Sonnabend Vormittag hätte der „clou" lverden können. Der berühmte P aragraph 3 stand wiederum eininal zur Debatte. Einige Zeit sah es auch so ans, als ob ein resultatloses Auseinattdergehen ober eine uferlose Debatte das Ergebnis sein sollte. Schließlich kam man auf den guten Gedanken, allen widerstrebenden Meinungen sofort freien Lauf zu lassen — durch eine kurze Vertagung. In dieser Zeit eines inoffiziellen K. E.-Tages platzten die Meinungen aufeinander, erregte Gruppen bildeten sich, Gegner hörten ein-