KC-Blätter
- Journal
- KC-Blätter
- Volume
- 1911-1912
- Issue
- Heft 3 (1.12.1911)
- Date
- 1911-12-01
- Page
- Seite 43 (sequence 3)
- Language
- German
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43 auf den Kampf flogen augenscheinliche Ehrvorlclfltnfl zllgeschnitten ist. Nicht, als ob diese Abwehrmomente ganz ansznschalren wären. Sie sieben in ihrer'Wichtigkeit noch immer mit an der Spitze unserer Bestrebungen. Aber allein füllen sie uns nicht au$. Die innerliche Durchdringung mit allen Fragen des Jndentnins ist Ziel unserer Arbeit. Wir wünschen die Erhaltung des Judentums. Nur werden wir uns immer hüten müssen, die jungen Leute ans eine bestimmte Schablone sestznlegen. Das Wissen und Dnrchdringen der Probleme soll sie zu einer eigenen Stellungnahme befähigen, llnd dazu muß als oberster Grundsatz anerkannt werden: Wer K. E.er sein will, must zu irgend einer Erscheinungsform des Judentums nicht nur positiv Stellung n e h m e u , er mnß ans irgend einer Basis mit der Gemeinschaft, der er angehört, verwachsen sein. Blag es Geschichte, Literatur, Religion, Rasse, Stamm oder wie man es inimer sonst nennen möge, sein: irgend eine Beziehung muß sich ergeben. Diese Beziehung zu schaffen, sind die Verbindungen nur schwer in der Lage. Das könnte man leicht, wenn »ran ein einzelnes Parteiprogram, n allein zum Endzweck der Ausbildung macht. Dann werden die Parteischristen studiert und der Jugend eingetrichtert, man bringt ihr eine gewisse dialektische ^Lchlagsertigkeit bei, durch blendende Antithesen und falsche Fragestellungen die Gegner in bcn Grund zn bohren, und wer nicht derselben Ansicht ist, wird' als Schwächling. Feigling oder Esel charakterisiert. — Will man aber zn höherer m\t> umfassenderer Einsicht gelangen, so gehört dazu leidenschaftslose Kenntnisnahme nnd Dilrchdeiikilng aller derjenigen Stoffe, die von bleibendem, manchmal auch solcher, die nur von Tageswert sind. So wird es Sache des Ausschusses sein, den Verbindungen Anregungen zn Diskussionen zn geben durch Herausgabe eines Grundrisses für den Fnxennnlerricht diesem Material nnd Richtung zu geben, durch Erörterung prinzipiell wichtiger Fragen die Geister zn wecken nnd zn erheben. Wenn sich mit der von uns schon jetzt so gut vermittelten Erziehung zur unbedingten Selbstbeherrschung nnd Mannhaftigkeit nnd Ehrenhaftigkeit noch eine gute Kenntnis der Tages» nnd Ewigkeitsfragen gesellt, so werden wir nnserm Zwecke erheblich nahe kommen. — ->- * * Nnd nun zn den K. E.-Tagen. Sie tragen den Mangel aller derartiger Tagungen in sich. Entweder sind solche Versammlungen Paraden, dann werden schöne nnd gute Reden gehalten, die in ihren Hörern selten mehr hinterlassen als das Gefühl, einen oratorischen Genuß gehabt zn haben; oder aber sie umfassen große Probleme, dann können diese in kurzer Zeit nicht erschöpfend behandelt werden und man faßt Beschlüsfe, die keinen befriedigen, weil sie nicht von gründlicher, ruhiger Erwägung, fonberu von Augenblicksstimmungen getragen werden, ilub was soll ein 5k. E.-Tag sein? Er s o l l einen Stusflujj der vorhandenen Meinungen bilden nnd diese zu Marschrichtungen festlegen. Ist er das? Rein. — Denn die Abstimmung von nicht einlnal immer genügend inforrnierten Vertretern können sich ja garnicht nach der communis opinio riebt, n. Denn diese wrrd nicht nur durch Abstimmung innerhalb der Verbindungen und Verbände, sondern vielfach erst durch die Debatte selbst festgesteUt. Der Vertreter hat aber ein imperatives Mandat. — Und der Vertreter, der 150 Mitglieder repräsentiert, hat nicht mehr Ltimmen wie ein anderer, der nur 20 vertritt. Ist das gerecht? Also die niger est. Es mnß Aufgabe des Ausschusses sein, das richtige Maß und die Wege zu finden, um den K. C.-Tag zu mobilisieren nnd zn organisieren. — * * * So harren des Ausschusses viele Aufgaben. — Der Ausschuß wird sie lösen, wenn er von den Mitgliedern des K. C. getragen wird in dem allseitigen Wunsche, etwas zn schaffen, n eftlosen Beifall wird keine Arbeit der Menschen finden. Kritik mnß sein; aber anfbanen, nicht einreißen soll sie. - llnd wenn ich darum die Starte U* nnd Bnndesbrüder znm Interesse, znr Krink und Mitarbeit anffordere, so sollen sie diesen Ausschuß nicht als eine neue Abhängigkeit in der Zahl der schon vorhandenen ansehen, sondern sich sagen: Agitur nostra res. Ueber dem Einzelnen steht die Verbindung, über der Verbindung steht der K. C.! Unsere Tendenz »ach der Stellungnahme des Hreslauer K. T.-Tages. Von Or. Salon (Sproviae) Berlin. Wir sind nicht eingewandert, wir sind eingeboren, und, weil wir eS sind, haben wir keinen Anspruch anderswo aus eine Heimat; wir sind entweder Deutsche oder wir sind heimatlos. (Gabriel Niesser.) Unsere Tendenz ist nach detn Breslauer K. C- Tage im Grunde dieselbe geblieben, die sie vorher war. Der überaus glänzende Verlauf der Festlichkeiten mnß auf jeden Teilnehiner einen ttefcn und dauernden Eindruck gemacht haben; die Gedankenfülle der trefflichen Reden, die froh begrüßte, rege Anteilnahme der jüdischen Philisterschaft, das freundschaftliche Zusammenhalten unserer Mitglieder wurden uns zum stärksten Beweise für unsere Erfolge, für die Lebensfähigkeit des Werkes, dem