KC-Blätter
- Journal
- KC-Blätter
- Volume
- 1911-1912
- Issue
- Heft 2 (1.11.1911)
- Date
- 1911-11-01
- Page
- Seite 32 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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und gegen eine Hydra van Feinden ruhmvoll begoiiuen wurde. In die beschichte des deutschen Judentums sollten die ">tamell der (Gründer der Biadrina mit goldenen Lettern eingetragen werden, damit noch eine späte Nachwelt weich mem sie zu Dan! verpflichtet ist. Vir selbst, d. h. meine Bundesdruder in Heidelberg, sind zrvar allein ans denselben (Gedanken getommen, ans den genialen, heroischen Gedanken der Selbsthilfe. "Ader in der reinen, unverletzlichen "Art ist er uns kurz nach unserer Gründung mm den Biadrinen übermittelt worden. Und darum danlen wir Ihnen, indem wir feststellen, dag von liier die Wiedergeburt des deutschen Judentums ansgegangen ist. Wenil sie, verehrte 'Anwesende, bedeuten. loas es geheigeu hat, vor 2-i Jahren als v\iti>e und deutscher Student auf einer Hochschule zu n'eilen, so werden Sie ein Ma'r von Respekt dekommen, das die Gründer dieser liorporation in Anspruch nehinen dürfen, und noch einmal mehr es ihnen danken, das^ sie es waren, die uns davor bewahrt haben, iu Feigheit und Sclnväche zu Grunde zu gehen. Doch mit dem Gedanken der "Abwehr gegen unsere Feinde haben sie zu gleicher Feil in uns die Ginkehr zur Erkenntnis geboren, das; es nicht nur ein "Aecht, sondern auch einen Grund giebt. uns Inden zu nennen. Der ethischen Qualitäten des Judentums können wir uns mit stolz rühmen. Unsere Eigenart nwllen mir beloahren, damit dereinst von uns der versöhnende Gedanre ausgehe, der stets und zu allen Seiten in uns gelvohut hat, damu es dereinst zur Wahrheit werde: das BermächV nis unserer heiligen Religion, das „liebe deinen "Nächsten wie dich selbst!" Wir silld als ein Ferment bezeichnet rvorden. "Auch ich akzeptiere dieser; "Ausdruck. Gin Ferment des Friedens und der Bleu scheu Versöhnung nwllen wir sein im .stampfe "Atter gegen "Alle. -Uiit dem Glückwünsche zum &». Geburtstage der Bcadriua verbinden wir herzliche Wünsche für Sie. verehrte Herren der Thnringia, die Sie nicht die Utechts-, aber die rechten "Nachfolger der Bia dritten sind. Bewundernd schauen wir ans das Werk, das: Sie, verehrte Biadrinen, geschaffen haben. In Ihnen sehen wir für alle Ankunft edle Borbilder und kraftvolle Führer in dem ungezwungenen Kampfe um unser Recht. Ich fordere alle .stnrtellbrnder auf, auf ein langes Leben der Herren von der Biadrina und ein ewiges Vivat, cresc.it, klore-rr der Thnringia einen donnernden Salamander zu reiben, dessen stonunando ich mir vom hohen "Präsidium erbitte. (Stürmischer Beifall.) Fröhliche studentische Lieder wechselten mit ernsten, inhaltsreichen Reden. Es fehlt hier der Raum, sie sämtlich wiederzugeben. Es seien nur die Namen der Redner genannt: Dipl. Ing. Remak (Biadrina-Darmstadt) für seine Verbindung. die bei ihrer Gründung zu Ehren der heutigen Jubilarin deren Namen angenomrnen habe, ein Vertreter der Vereinigung südlicher Theologen Amicitia, Herr Dr. Fabrian als Vertreter der Lesstngloge, Herr Dr. Brann für den Verein für jüdische Geschichte und Literatur, Dr. Hochschild (Fribnrgo-Ghibellmiae) für die K. C.er, die aus dem Westen Deutschlands nach dem fernen Osten geeilt seien, um das Fest der Biadrinen mitfeiern zu können, Herr Freund namens der Gaste, im Aufträge der jüdischen Gemeinde Breslaus Stadtverordneter Oberlehrer Professor Dr. Wohlauer. dessen begeisterte Ansprache in dem Wunsche ansklang, der St.., (5. möge lernen Kampf für Freiheit und Ehre siegreich bestehen. Eine besondere Aufmerksamkeit erwies der Zentraloerein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens den Biadrinen. indem er ein Mitglied des Vorstandes, Herrn Professor Dr. Neuberg aus Berlin, zu den Festlichkeiten ent'andte. Als einer der ersten Redner sprach Herr Professor Neukrerg unter lebhaftem Beifall der zahlreichen anwesenden Zentralvereinsmitglieder den Biadrinen den Glückwunsch des Zentralvere'.ns aus. Er wies darauf hin, daß die Biadrinen zuerst den Gedanken der Selbsthilfe auf ihre Fahnen ge chrieben. jenen Gedanken, den der Zentralverem aufgegrisfen und in der bürgerlichen Gesellschaft propagiert habe. Die Ortsgruppe Breslau des Zentralv.'reins war durch ihren Vorsitzenden Herrn Sanitärsrat Dr. Reich vertreten. Seine Rede interessierte besonders durch ihren Rückblick auf die Gründung der Viadrina, der die Bürgerschaft Breslaus nur geringe Sympathie entgegengc bracht habe. Er führte etwa folgendes aus: ..Die ('Ziele und Inlereü,u desFeulralv.reius silld dieselben wie die Ihrige.'. Gine grobe Idee verbindet uns miteinander. Tie Biadrinen sind es gewesen, die gegen den Aul' un'rismus zuerst mngerrekeu sind als stolze. >el> ' anuubte Juden. "Als die grobe Flut des Aunsei! : smus an uns Perus kam und wir mtf gebauter Faun in der Ta'lhc daftaildeu. da ist ans nnser-u: .Preisen nur ein ecu ziges Mal ein Mann gegen diele Schmach anfae standen: Uufer uimerge'-li-H» > Ioil war es. d>r gegen Treitschke vcirgiug aus ihil entlarvte als Berderber der Jugend nnd Berderber der Seele des deutschen Klater!,indes. Als l.sso "Abgeordnete wie Richter nnd Birchow fae die Iudercheir ein trateu. da glaubten wir. der Antisclnitisrnus tmicc begraben, lind darum faaden die Biadrinen bei uns kein Berstäudnis. als sie uns für ihre Bestrebungen zn gervinnen 'achten. lUiit Schluer; empfand ich damals, lvas die Herren mir sagten. Schulter an Schulter hatte ich mit meinen chrin lichen -stommilctonen gestunden nnd gestritten, treue F-renndschast halte aus umschlossen. Das sollte jetzt anders werd».i! Ich korinte und wollte es nicht verstehen. Aber die Jugend batte Recht, roie sie satt immer Recht hat. Tie Feit hat es gezeigt. Die Biadrinen waren die Borlänfer unseres Ber ias. Es ist mir eia Herzeiisbedürfrris. Ihnen za dankerl für die Treue, die Sie bisher als die treueren Begleiter des Jeu tralvereius bewiesen haben, ilnd dies lvünsche ich Ihnen, arbeiten Sie weiter mit uns zusammen, batten Sie fest au Ihrem Judentum, halten sie fest an Ihren Fahnen, bis einst der Tag kommen wird, an de,n.Inden und Gunsten sich als Freunde »rnd Brüder wieder znfammensinden. lLang anhaltende Bravorufe.) Es war Mitternacht vorbei, als die letzte der offiziellen Reden verklungen war und Dr. Periy den Dank der Biadrinen für die zahlreichen Glückwünsche aussprechen konnte.