KC-Blätter
- Journal
- KC-Blätter
- Volume
- 1911-1912
- Issue
- Heft 2 (1.11.1911)
- Date
- 1911-11-01
- Page
- Seite 31 (sequence 7)
- Language
- German
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31 deutschen Juden t*iucu dnrch G eschichte, 5tultur- und Rechts gemein schuft mit dem deutschen Vaterlaiide unlöslich verbundenen Volksteil bilden, jederzeit bereit und imstunde sind, für die politische und gcwllschaslliche Gleichberechtigung einzntreten." «vroi i>on ^Imiiuiiiiomiio, zu bom n»ir um aller* wenigsten Veranlassung haben. über zäh und zielbewusst — so wollest nur uns unseren Anteil cu« Vaterlande erlämpsen. 2u'ieu Tie mich an diese historischen Anseinandersel.nngen einige tnrze Betrachtungen allgemeiner An unschliesren! buchen wir den Dingen ms Besicht zn jrhen und prüfen nur, ob wir in ihnen Grund zur Gedlückkheit oder Autos; zur Erhebung Huben. A'etchec' sind die lebten (Gründe des Judenhasses^ Wir müssen eNouS tiefer schürfen. Dem; das; die Gründermispoirtscliost der 7Ner ^ohre des vorigen Iohrhniiderts, die geioollie Tchioächnng der liberulen Partei durch die Abdrängung der Inden zu Bismorct's;U'it und nnv:> dergleichen mehr ist, nur der üns'.ere Autos; für die antisemitische BelveglMg geweien sind, bedors für den tiefer Blickenden keines Beweises. ly ine übeln'ollende E> e s ch i ch t s d o r st e! l > > > l g h o t den Anden oho der Tatsache. dos; sie bei ulten Völkern Gegenslund voll Anurissen, nicht selten von V>af{ und Bllstochtung geiveien sind, einen chorutterlichen Mole! onhongen wollen. Dem gegenüber möchte ich ganz kurz die Goethe'schen Berse uns den „Zahmen Genien" vom Teufel hierhersetzen, die ein moderner Antor geistvoll uns die Anden aiigelvondt Hut: Ach tonn mich nicht bereden lassen! Macht mir deil Tensel nur nicht klein! Ein Alerl. den ulte Bienschen Hussen. Der m,ls; — wus sein! Der,A>>de — ivor wus! Ist es noch! Alle Gegen sähe. selbst die höheren nutionulen, religiösen taffen sich im letzten Grunde uns irgend ein.stoistiirrenznsteresse znrückführen, schließlich enden sie viels.uh in rein lvirtschustlirhen Dingen. Ter ivirtschoistickie stampf der Andividnen über wird im sterne mt! niiijt geringerer Schürfe — nur in anderer Iorm — gefübrt ols der Existenztampf der Böller: dus. was droht, ist du ein lungsumes Hinsiechen und dorr ein schneller Tod. Man tonn füglich zweifeln, ivos vor;,«ziehen sei. Was ist nun der lebte überult wirkende Grund jener schürfe im Wirtschaststampse. jener fürchterlichen Erbitterung, die nur mehr oder weniger uuüerlich verdeckt ist'r Zur Antivort ein Gleichnis: Die Güter dieser Erde denke »ton sich zusoininengesont in eine wurme schützende Decke, unter der sich die fröstelnden Menschenkinder mil ihren -Bedürfnissen und Wünschen wohlig zu strecken suchen. Aber die Decke ist zu kurz, und der Menschen zu viele. Tuchen die einen un jener Ecke sich ivurnl znzndecken, dann werden die underen drüben entblößt. Blon friert und zerrt. To zerren Eiiigstne. Gruppen, Böller. Jeder zerrt noch seiner Alraft, der stärkste um erfolgreichsten. TuruuS kunn mou ein Wettgeieß ubleiten, dus in die einfachen Worte formuliert iverden tonn: Majorität unterdrückt Minorität! Borunsgeseht natürlich, das; Blajorilot die Airost dazu hot. Wo diese Alraft fehlt — dilrch lnltnreile Ungleichheit — gelingt es der tnltnrell höher stehenden Blinoritüt obznsiegen. Alle -Uoloiliulgründilnz beruht darauf. Man min'; fick) Normachen, welches die letzten Ursachen der Feindseligkeiten sind, man mus; ivissen. mit welchen Biitieln diese jyeindseligkeiten ansgefochteu iverden, nm beispielsweise der Delire von der Minderwertigkeit der jüdischen Stusse, die selbst ans einzelnen jüdischen .stopfen noch nicht ausgetrieben ist, die nötige Verachtung entgegenzubringen. Die wahre Erkenntnis der Dinge wird uns nicht Niederdrücken. Am Gegenteil: nur werden anS ihr die.straft der Erhebnilo schöpsr» Bian kann sich frei suhlen von sträflichem Optimismus und doch feststellen, welche anfsteigenden Baasen die jüdische Geschichte durchlaufen hat. blechtlongteit, Entehrung — äußere Gleichstellung - Widerstand, Organisation gegen den Aunb un der lunächlichen Gleichstellung. Widerstund über — du' ist sich selbst empfindende Macht. Biudrinu und st. E. — das wor der erste Schritt des Willens zur Muckst. Dus Judentum selbst aber ist eine Macht von unvergeßlicher spiritueller Alraft und nicht mir von solcher. Und durum brauchen wir nicht zu verzweifeln. biudvlf .Huch — selbst ein alter EorpSstudent. der den korporativen Ausschluß ,rstscher Studenten mißbilligt, sagt in einem Anfsub: ..Ein Blick uns die Wirllichteit lehrt, das; oller Antisemitismus das Judentum als Atucht im ^iaatr onr gestärkt hat." Dieses I n d e n t n m Hut st-!> «! s Ganzes gegerlüber dem Ansturm der Iob> uunderte wunderbar gehalten — trob Aot tind Tun mtb Verlockung! Blau vergleiche es nur einmol mit anderen geschichtlichen Beiwielen! Ich will mir > ins turz ansnhren: Ludwig XIV. von Jurist reich im 17. Jahrhundert mit Gewalt die protestanlischen Aletzer zurückziigeioimien. Zuerst glaubte er. es genüge, ihnen, — ohne Gefebesperlebiiilg — alle besonderen Ltaatsvorteile - Orden. Ttelllingen vorzuenthalren, schließlich aber entzog er ilmvi: »oft alte Berufe, 'linr Handel und Andnstrie loar ilmen zugänglich. Welche Aehnlichleit mit dem Dckuckt'al der Inden, welch' tlassisches Beispiel für dos von uns rormirlierte Weltgefetz! Es gab eine furch! rliche Teronte! — Ans Vergangenheit und Ge;a wvart dürfen wir n e n c Al r o ft z n n e n c m v..; m n t c schöpfen. Unser — der Alten - Ho'stiuua der ist das Vertrauen zu unserer Äugend. To gehe denn rastlos Teilten Weg ans rauher Bahn zu .stampf und Tieg: Al. E. i ub in ihm unsere jngendsrische Thnringia — angetan mit dem schmucke Deiner neuen Iurben — treu und tiihn und unverzagt zur Ehre des deutschen IudeuNnus. zum Anhme des deutschen Vaterlandes! — «Ibhaster Beifall!) Im Aufträge sämtlicher Vertreter der Kartellverbinduugen und Altherrenverbände sprach vr. Rothschild-Soden (Badeniae) zu den Diadrinen: Ich habe den ehrenvollen Anstrag, im Namen der hier in Breslau vollzählig o> - tummelten Alartelltorporatiunen Ihnen vor altem, verehrte Herren, vvn der Viadrina. unseren innigl-n Tank auszusprechen, das; Tie es uns ermöglickst haben, dieses herrliche Iest mit Ihnen zu feiern. Wir haben das Bedürfnis, Ihnen vor allem dafür Tank auszufprechen, das; Tie uns wieder gemacht haben zu ch nr a t t e rv o ll e« Brenschen, deiten es möglich ist, mit Telbstachtntlg als deutsche Anden und als jüdische Ttttdenten deutscher Bistionnlitüt nuszntreten. Es ist das tlnvergängliche Verdienst der stUründer der Viadrina, das: sie für olle Beit erreicht haben, das; deutsche Studenten jüdischen Glaubens mit Stotz sich als das bekennen tonnen, was sic sind und loaren: als treue Söhne ihrer Eltern und Voreltern Lebhaftes Bravo!> Wie Helden erscheinen ultü heute nach 2.". Jahren Ihre ehrwürdigen, achtunggebietenden Gestatten, weuo wir bedenken, das; Ihr Werk nur mit Einsctnmg der eigenen Person im tvahrsten Sinne des Wortes vollbracht