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KC-Blätter · 1911-11-01 · Heft 2 (1.11.1911) · p. Seite 30

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Journal
KC-Blätter
Volume
1911-1912
Issue
Heft 2 (1.11.1911)
Date
1911-11-01
Page
Seite 30 (sequence 6)
Language
German
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30 schädliches, seliges, fröhliches Studentenleben, ernst und anSgelassen. zielbavnßt und doch angenblicksvergesjen. ..Sckion »vieder ein Semester um — Postjanselldelement! Osrad' wollt' ich in's Alollegiun», Tn hat die Lach' ein End!" (" in Studenten leben - uns der Alltäglichkeit hinansgeiioben diirc!, die Macht eines prosten l'öedankens. „(Dolden uns die Freiheit winkt, (fndziel unseres Strebens!" .ul) deute in diesem Augenblick der Bruder, die mit mi* in Stuten und Iälirnissett gestritten, mit i■ ho geiubelt und getollt haben. -- Ick) denke der Tahingeschicdenen: hermann Aloslo»vstv. Julius Alrüger, Bruno llnger. Ich must es mir versagen, hier ihren Anteil am Werke ,\\\ schildern, vor allem der kraftvollen Persönlichkeit Julius Alrügers. des ersten Bornstenden der jullgen Biadrina, gerecht .',»» werden. Ich gedenke auch derer, die, rein äußerlich unserem .Streife uidjf inehrzngehorend, im perlen dock) die niisern geblieben sind. Ich statte auch den Tan! unserer Jerze,» unseren Jeanen ab, die in Treue zu uns und unserem (Gedanken gehalten haben. - 'N»»r streikend kann ich am heutigen Abend die Ereignisse berühren. Bersvlgungen, Hebe», Denunziationen und Suspensionen kamen? Namen und Iarben wech'elten, und doch blieb ein Name und ein Begriff: Biadrina! Oh: war gleichermasten /»mit Wal rzeickien geioorden. 0fr blieb, auch als die lebte der Biadrina 'Berhindnngei» - - nicht im offenen Aiampfe, sondern durch dir Tucke unstudentisch vereinigter (Gegner siel. Das loar iin Jahre U»)O. - Ihre Tradition pflegte der A. H.-Verbaud Biadriua weiter bis zu»»» heutigen Tage. — Im Jahre 1 iX»1 nahm unsere liebe, mit uns feierndeAlane!! BerbindruigThnringia, deren Ja» ben wir heute ueu erglänzen sehen, den (Gedanken der Abtoebr und Organisation in Breslau mit Ohfolg auf und führte ihn zu unserer I-reude bis zun» heutigen Tage mannhaft durch. Wir beglückwünschen unsere liebe Xartell-Berbindung Thnringia an ihrem und unser»» Je st rage /gl dent Wege, den sie io Jahre lang znrnctgelegt hat. uub lvnnschen ihr von herzen (ülück alis deil Weg. den sie noch weiter gehen wird. Nicl>t leicht rvar ihr Werden und Entstehen! .Steine Anlehnung an 'Biadrina durfte — unter dem Drucke der Universitatsbehürden -- sein. 'Nene Leute -- Dskiziere und Soldaten - - unrstten ansgeboten iverden. Aus ("iguem urustte sie sich entwickeln. Ihr ist es gelungen, mir der jüdischen Bürgerschaft ständig engere Iühlung z»r geroinnen, und in ihr llicht gulebt mit uns. Das AlartellBerhältnis Biadrina- Tburingia ist glicht blost eine Berunnftehe gelvorden - in den ituniiiiiheti Breslauer Lehensheziehnilger» - -, es. hat sic!, bi-. zur Wärme einer Herzensiieigimg gesteigert, ja, es ist sogar Aussicht — wenn ich ein süstes lveheiuiuis laut .'gislüstern kann - - auf ein weiteres Bertvaudschaftsverhältnis vorhanden, indem mein ältester Sohn als erster der Al. -er Sohne in einem halben Jahre das Band der Thnringia zu tragen gedenkt. —- Bier Jahre nach der (Gründung der Biadrina — im Jahre lsito.- war fern im westlichen Deutschland - in heideiberg — die gleichgesinnte Verbindung Badenia, auch sie rvie wir in tvechselnden Schicksalen lämpkend und heute den Namen Bavaria führend - dir älteste der Akartellverbindnngen — emstaudeu. Spreu ia-Berlin. Licaria-Atüucheu, Nheno- L>ilesia-Boil»,('yhibellinia-Freiburg,Biadrina-Darmftadt folgten — sie alle mit ihren A. H.-Berbauden mit uns im Al. iS. (AlattelUhnuiciit der deutschen Studenten jüdischen (>>laubenverbunden - als Bertretnng von Drcj/Biertel T,.'nfeud jüdischer Atademiler der verschiedensten Berufskreise. — Ihn heim ist geschaffen - stolz und stattlich, darinnen die sckiönste Blüte geselligen BrrkeHrs gepflegt werden kann: Unbefangenheit! B..,»»» der M. lh fein »oeiteres Berdienst nusziuneisen!,ätte als nur dickes, es wäre wahrlich naht gering - mzuschästen. st'nch allen, »oackereii Brüdern im Al. (>.. alten und jungen. sei aus den, Munde eines alten Biadeinen tiefempsnndener Dank dafür ausgesprochen, dast ihr alle ohne Ansuahme mit inhnem Blute fiiv die (vl)vi' der jüdischen (vemrmschon wenn cs galt, ohne Besinnen eingetretrn seid. Ilg dürrt mit Necht die stolzen Worte ans <'nch bezielic i. die ans fremdem Munde über fell>stl>eionstte ind'iche Studenten gc sprachen lvorden find, Os tu,:, der bekannte Iran zose -Inret, inelcher in seinem 'Buche über die 'Berliner Eindrücke also schrieb: (zitiert in unserer A\. d'.-.»eitnng Jan. 'Nummer I'-'l l , ,.O's gibt Juden, die stolz ans ihre Abstammung sich ihrer Alrafr und ihres (hnfhtMco beionß.t m::o. Sie tennen die (">eschichte ihrer Nasse und der ginsten Persönlichkeiten in ihr. Sie erheben slol; i!n hnupt gegen dir- Bkajoritüt ihrer dentschenAir-mmilitonen. die gegen sie nur die (veioalt und die .'.hl p» stellen haben. Sie fühlen sich den besten völlig gleich und oft denjenigen überlegen, die ne für minderwertig halten. Sie scheu alle Alraft ihres L.: ns ein, um iulj mir Stolz und Würde z» erlreb. a und bemühen ficlr. tnckstig und ehrlich im stamvü .e-> Lebens zu bleiben. Diese Inden verdiene» alle Aäü.rug. alle Svmpathie. alle Bewundernng." Der (Gedanke der Biadrina mnstte doch wohl eine toerbende.Straft haben. ad) bevor wir auf die jetzige Literatur im .M. 0\ ürückblickeu fouutcu, hatte uufer Orrü»»d»rngsallsr»:k ..O^in Wort an unsere ONanbensgenosseil" die Obre. einen nicht nmvcsenr iichen Teil der geistigen Og in Wage zur Sammlung der bürgerlichen Breife geg.n den Autikemilism:, - zu bilden. Der B.entral B-n.'.n deutscher Staats bürger jüdischen hrlaubeus. d "'en große Bedeut'.:ng für das jüdische t'üriuciuicha'' eben wir unumwnnoeu auerteuuen. ist au.- den: -leichen Gedanken der Selbstachtung, der Würde, >"-r Selbstverreidiguna, erwachsen, Or hat die bürgerliche I-ormel für den Biadrina-kvedauleu gesund,,! politische (hdanke des .chisanimeuschluste-- ,-on Juden zum Iweste der Selbsthilfe hat weitere .'lnsdehnung erfahrco dnrch die lvründung des-hi!' Vereins der deutschen Inden und des BerHandeder deutschen Inden. Biadrina und s\. (v. l,iibnt einen Plast in dec jüdischen (h'schichtsschreibung gesunden — in Mactin Philivpson's Wert ,.'Neuest, <-g'schichte des jüdistlan Bolles", rvenn auch nicht den ihnen.'»»»kommenden. Bewegungen anderer '.'l:, find e»»ista»»der», die die Los»»»»»» der Indeusrage , »territorial suchen. Ich kann sie nur kurz berühren. Sic haben ihre Wellenbe»oeg»»»»gen bis hinein »»» den Al. iS. z»» erstrecken versucht. Der Al. (". aber in sich in seiner prog r a nc m a t i f ch c n S t e l l n n g — ich greife ans die bereits zitierte Stelle in unserer Denkschrift zurück — treu geblieben. Inrn Belege dafür gebe cch die Worte des fog. Tendeuzparagraphen nuferes Statuts »nieder. Sie lauten: ..Die Verbindungen im Al. iS. stehen ans dem B»>den deutsch-vaterländisch er(SZesinnung. Sie haben zun» ^rveckden Alanrpf gt'gen den Antisemitismus in der deutschen Studentenschaft und die (Erziehung ihrer Alitglieder zu fclbftbenuifitcii Juden, die in» Bewußtsein, daß die

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