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KC-Blätter · 1911-08-01 · Heft 11 (1.8.1911) · p. Seite 174

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Journal
KC-Blätter
Volume
1910-1911
Issue
Heft 11 (1.8.1911)
Date
1911-08-01
Page
Seite 174 (sequence 12)
Language
German
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174 Universitäten gegründet worden, SBou allen ihren alten Mitgliedern ist aber kein einziger Beamter in der Negierung geworden, und nur einer ist Richter. Diese Tatsache ist selbstverständlich kein Zufall. Sie spiegelt nnr die Verhältnisse, unter denen die Inden im Deutschen Reiche noch immer zu leiden haben, im hellsten Lichte wieder. Die Statistik ergibt weiter, daß von den 92 „fertigen" Juristen nur 12 noch gegenwärtig den Versuch machen, in der Staatskarriere zu bleiben, während 80 sich bereits als Rechtsanwälte niedergelassen Haben. Interessant sind auch die Allgaben über die AngeHörigell, die beim Militär gedient haben. Unter den 140 Acrzten sind 28 Sanitätsoffiziere der Reserve, unter den 18 Apothekern 2 Oberapotheker d. R., unter den 12 Tierärzten 2 Oberveterinäre d. R., lvährelld unter den 17» Angehörigen der übrigen Berufe sich nur sechs Reserveoffiziere befinden, wovon indessen keiner ut einem Heere der preußischen Militärkorivention gewählt wurde. Kann man sich wundern, daß in der höheren Beamtenschaft immer noch antisemitische Instinkte vorherrschend sind, wenn man weiß, daß diese Beaniteil in ihrer Studienzeit durch antiselllitische Verbindungen hindurch gegangen fiiib V Darum ist es Pflicht der liberalen Politiker, noch vielmehr als bisher sich gerade der Studentenschaft anzilnehnlen, und dafür zu sorgen, daß die jungen und alten Burschen wie in früheren Tagell wieder ein freiheitlicher mallllhafter Geist beseelt." „Saalezeitung v. 13. Juli 1911 (Abensausgabe). MaSemische Nachrichten. & In Berlin hat sich ein Studcnten-Ausschuß zur Abwehr des Lateinschrift-Zwanges gebildet, der folgenden Arrfruf an die deutsche Studentenschaft veröffentlicht: Kommilitonen! Von jeher ist die deutsche Stirdentenschaft tatkräftig cingetreten, wenn es galt, nationale Güter unseres Volkes vor dein Ulltergange zu bewahren. Kommilitonen? Die Petitionskommissivn des deutschen Reichstages hat ben verhängnisvollen Beschluß gefaßt, eine Eingabe lim. alleinige Einführung der Lateinschrift in den unteren drei Schulklassen dem Reichskanzler zur Berücksichtigung zu überrveisen. Sollte dieser Beschluß Erfolg haben, so würde dies nichts anderes bedeuten, als die allmähliche Altstilgung der deutschen Schrift' denn ein Volk benutzt diejenige Schreib- und Leseschrift, an die es in den ersten Schuljahren gewöhnt worden ist. Kommilitonen! Wie unsere Sprache, ist auch unsere Schrift ein echtes vaterländisches Volksgut: seit einem Jahrtausend hat sie sich in wunderbarer Anpassung an die deutsche Sprache und den deutschen Charakter zu dem entwickelt, was sie heute ist. Sie birgt nicht zu unterschätzende nationale Kunstwerke. Die deutsche Schrift ist das einzig sichtbare Band und neben der Sprache das eigentlichste äußere Wahrzeichen, das alle deutschen Stämme verbindet; sie ist eine StützezurErhaltung des Deutschtums im Auslande. Kommilitonen! Wir dürfen uns dieses Erbe unserer Väter nicht entreißen lassen, von welcher Seite es auch sei. Um dieses angestammte Stück deutschen Volkstums unserem Volke zu erhalten und gegen das ungeheuerliche Vorgehen der Petitionskonmnssion Verwahrung einznlegen, haben sich Kommilitonen aller Hochschulen zusammcngefund'M; ein allgemeiner Studentenausschuß ist gebildet, der durch eine Masseneingabe der deutschen Studentenschaft die vollständige Beibehaltung der deutschen Schrift bewirken will. Alle Kommilitonen werden hierdurch aufgefvrdert, unsere Kampfesweise zu unterstützen. Zuschriften sind an den 1. Vorsitzenden stud. iur. W. I. Jentzsch, Berlin-Charlottenburg, Bismarckstraße 19, zu richten. Mit studentischem Gruß! Allgemeiner Studenten-Ausschuß zur Abwehr des Lateinschrift-Zwanges. I. dl. Der Vorstand: Walter Joachim Jentzsch, stuck, iur., Luise Krieg, stuck, phil., Hellnn th Lantzke, stuck, iur., Hermann Roth, stuck, pdil., HanS Wollauke, stuck, d. Echiffb. Pie Auiversttat Tranlifurt a. Main. In der Sitzitltg der Stadtverordneten vom 28. Juni in Frankfurt a. M. wurde nach achtstündiger eingehender Debatte mit 47 gegen 19 Stimmen'beschlossen, den Magistratsantrag auf Errichtung einer Stiftungsuniversität in-Frankfurt a. M. an zu nehmen. Bereits vor einigen Monaten hatte der Magistrat der Stadt Frankfurt a. M. bei der Stadtverordnetenversammlung einen Antrag zur Errichtung eiirer Stiftungsunwersität in Frankfurt a. M. eingebracht. Die Universität war derart gedacht, daß die in Frankst:rt bestehenden Institute sowie

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