KC-Blätter
- Journal
- KC-Blätter
- Volume
- 1910-1911
- Issue
- Heft 11 (1.8.1911)
- Date
- 1911-08-01
- Page
- Seite 169 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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169 ixirten Bestreben, die Stärkung des Selbstbewußteins ibrer Mitglieder als - Inden und ihre geistige, ethische und körperliche Fortbildung zu fördern. War's notwendig, fragt mancher, die Kliist zwischetl Ind' iiiid Christ, die bei den Adolesrenten oft eiiligernlaßetl verwischt war, durch solche Rassenorganisation zu warkiren und auf Gegensätze hiilzllweisen? Beinr Akadeuriker hatte man's langsaln begriffen, beim-erwachsenen Bürger als Notwendigkeit eingesehen; beim jungen Schüler, Handwerker und Kbnfmannslehrlinge verstand man's nicht; und doch, mich dünkt es der klügste und beste Schritt, der seit langer Zeit in rebus judaicis gemacht wurde. Besteht etwa keine Kluft zwischen Inden- und Christen- Jünglingen? Wenn sie auch im Geschäft oder im Fußballvereine einander mit „Dil" traktieren, glaubt der Skeptiker, die Jugendfreundschaft danre länger als die schnilrrhaarlose Zeit, mit der zugleich mich die Toleranz endet? Mit dem Begreifen des Rechts, nüt. den: Verstehen des täglichen Lebens, mit dem Erlangen der eivis-Würde, hört zugleich bei bcn meisten Germanen vorläufig noch Objektivität bcn Inden gegenüber ans. Es wird ihnen der Mitschüler und Genosse der Werdezeit, ziml — mm eben zum Juden; und ivie wenig dem erwachseiien Volksgenossen gegenüber Vernunst uub stecht predigen hilft, sollte ja bekannt sein. Da nützt ilnd nützte nur ein gewiß ilicht jedem » ptiori gleich sniilpathisches Rlittel, — das des Abschlusses. Ein Gewaltsmittel, „der Not gehorchend, nicht dem eignen Triebe"! Die jetzigeii strugglefor-iifers soll man nicht etiva, Ivie dumme und zugleich unwürdige Assimilanten es wollen, von heilsanier Erkenntnis fern halten; nur keine falschen Ideale züchten, die die harte Wahrheit verhüllen. Lieber früh Iung-.Iuda aufklären, wie bitter das Recht in deiltschen Landen getreten, wie grau sich uns lustrum um lustrum entschleiert! Um keinen Preis keine Allzufrohen, aber bei allen Heiligeil, imr feine Werther's. Die Zukunft uiiserer Jungen rechtfertigt nicht mir, nein heischt gebieterisch ihren Zusammenschluß nub ihre Aiifkläniiig. Rur so ist es möglich, sie vor dem zu bewahren, was unser und der verflosseneil Gelleration „Stein am Bein" war, vor der Enttäuschung. Wer die Gefahr keniit, lernt rasch die Methode, ihr zil begegnen. Glicht in dumpfer Untätigkeit soll unsere Jugend der harrenden Isolierung entgegensehen, sonderli die Waffe des Geistes, des Wortes, der Schrift, des Handelns gegen die Gegnerlernten lernen, ihre Stärke und ihre Schwächeti erspähen. Jener Kraft lag mld liegt ja stälidig in unserer Schwäche. Eines vor allein heißt es eülsehen lernen: Jur mangeliideil Bewußtsein des Wertes der ^Abstammung und Tradition waren wir ohnnlächtig, den ahiieiifroheil Germanen Widerpart zu sein. Darlim Aussprachen lind Vorträge über Fragen jüdischer Geschichte und Ethik. Diskussionen über Tages-, Berufs- und allgemeine Fragen bienen, die allgemeine Bildung zu vertiefen. Pflege von Körper, Kultur und Geselligkeit vervollständigen das oft zu voluminöse Programm einzelner Jugend-Vereine. Es ist klar, daß all die Vestrebitligen, die im Judentnme gegenüber und nebeneinander stehen, sic') in diesen Iungbornen Rertdez-vous geben. Liberale, Orthodore, Zivilisten und Anti-Zionisten, Monisten und Areligiöse, kurz Dilles vers lcht, an den Stricken dieser silberhell, aber doch lmit klingenden Glöcklein zu ziehen. Ungeschicklichkeiten, wie Versuche, dem einen oder andern Verein eine positiv religiöse Färbung zu geben, mußten bald scheitern. Die Wurzeln liegen tiefer. Familie, Erziehung, Gemüt, Milien werden eine derart au fand unwichtige Frage — unwichtig nur für das Iudentllm, da sie hier ja nicht mit politischer Reaktion oder mit Fortschritt kontagirt — mehr entscheiden, als zielbevußte Arbeit jenes Sinnes. Man nluß die religiösen Gesichtspunkte hier strenge vernieideu, weil sie zu leicht böse BerkehrSfvrmen zeitigen lind schlechteil Beigeschnlack geben. Wichtig ist's zu erörtern, ob Zionismus oder Anti-Zionismus sich an die knospendell Vereine heranniachim und ihnen einen Stempel aufdrücken dürfen. Man sollte füglich glauben dürfen, eine jede Bewegung, die die Lösllng der sogenannten Indenfrage erstrebt, habe das Recht, ein ihr geeigltet erscheinendes Streben zu oceilpiren, und niemaild habe es ihr zti wehren, vor allein nicht mit deut Deutelworte der Reutralität. Was heißt aber Lösung der Indenfrage? Einer der feinsten fralizösischen Köpfe. Renan sagt einmal: „Es gibt iHtifel, die man ilicht lösen, Konflikte, die ilian nicht entwirren, sondern die mail rtlhig der Zukunft überlassen soll. Heißt es nicht willkürlich in das Rad der Geschichte eiilgreifen, wenn man, wie die Zionisten, eine Eentralisierung der Juden und Schaffung eitler eigenen Kultur erstrebt; ebenso wie es ein Getvaltakt ist, unser Heil in einer beschleunigten körperlichen VerschiiielziUig mit ilnsern Wirtsvölkern zil sehen. Das erste Extrem ist praktisch ftuim durchführbar; dem zweiten widerstrebt Wille, Blutsdiillkel Ulld rassetheoretische Erwägilng. Das einzige, was wir fiiglich dürfen, sogar müffen, ist Bekämpfung des Krankheitsymptome anl jiidischen Körper und dann Stärkung des Organismus gegen die antisemitische Insertion. Ob wir als reine Rasse bleiben werden oder iücht, das darf der eine wünschen, der aridere vers hmähen. Wir, die eines von beiden Wollellden, werden's doch nicht entscheiden. Das