KC-Blätter
- Journal
- KC-Blätter
- Volume
- 1910-1911
- Issue
- Heft 10 (1.7.1911)
- Date
- 1911-07-01
- Page
- Seite 157 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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157 Im Kausch. I Es war ein armer Bursche, Dell fraß anr Herzeil was. Da ging er in ein Wirtshaus Und trank ein tiefes Glas. Er leerte wohl an zehne Dann trank er noch einmal Und plötzlich ftrtnb er drunten. Im offnen Neckartal. Der zarte Mond unlglünzt.e Die schlafellde Bergesreih', Dran schlängelte sich glitzernd Der kühle Strom vorbei. Uild scholl llicht wie von ferne Eill bilntes Stimnlgewirr Von überlnüt'gem Lärmen Und frohem Zechgeklirr? Dort um die Bergrvand lenkte Auch schon ein Schiff hervor Mit sillgellden Studenten Ulld farb'gem Lichterflor. Ulld vorn ain Bug der Eine, Der frei im Dlmkel stand. Er selbst, sein Abbild war es Alls lvitdenl Illgendland. Der sah den Fluß hinunter. Kühn und gedankenvoll, Als dächt' er an die Zukunft, An Liebllnd Nuhmeszoll. Das Schifflein glitt vorüber, Entfernte sich gemach. Die Lieder der Studenten Verhallten nach und nach. Der Bursche horchte gierig. Er war so voll ulld schwer. Ist dalln vom Stuhl gesunken, Mußt' von sich selbst nichts mehr. II Nun ist sie hin die schöne Zeit, Die Zeit der frohen Lieder, Der sel'gen Ungebnndenheit, Und llienlals kehrt sie wieder. In lllcillem neuell Wirkungskreis, Da nnlß ich bald erschlaffen. Im ausgefahrenen Geleis' Bewegt sich alles Schaffen.! Die Menschen silld so leer und kalt, . Gezwängt in enge Sitten, Und der entfremdet sie sich bald, ' Der diesem Zwang entglitten. Ich leb' mit ihnen stumm und still, Nur in mir klingt es leise, Das Lied, das nimmer schweigen will Der Sebnm-cht zarte Weise.