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KC-Blätter · 1911-06-01 · Heft 9 (1.6.1911) · p. Seite 136

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Journal
KC-Blätter
Volume
1910-1911
Issue
Heft 9 (1.6.1911)
Date
1911-06-01
Page
Seite 136 (sequence 6)
Language
German
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136 schnöde mißgönnte Anerkennung durch ein und) jeder Richtung hin ehrbares, mustergiltiges Auftreten, durch tatkräftiges positives Zustreben zmn Ziele zu erzwingen?! War also die jüdische akademische Jugend Deutschlands, sofern sie nicht ihr Hauptideal in der Wiedervereinigung aller Juden in Palästina oder einem andern Lande sah. überhaupt noch wert, als achtbare Menschen zu gelten, so mußte ein Verband entstehen, der diesen Gedanken als Tendenz hochhält und fortdauernd ganz zu verwirklichen bestrebt ist. Das ist die weltgesetzliche Vorbedeutung für den K. C., dieser Gedanke wird ihn mit Ratnrnotwendigkeit aufrechtund am frische n Leben erhalten, bis dereinst alle Pläne und Ideale derer, die auf dem Boden unserer Gesinnung stehen, in Erfüllllng gegangen sind. Wir können die ganze Ausführung unter dem hier betrachteten Gesichtspunkt kurz zufammenfassen, etwa in die Worte: Der K. C.-Gedanke entsprang aus dem Bedürfnis der W a h r u n g des h ö Here u Lebe n s - triebes in den jüdischen Akademikern, er wird — später vielleicht einmal in etwas geändertem Sinne — lange, lange Zeit sortbestehen in dem Streben, dieses Bedürfnis zu größter Vollkommenheit fvrtzuentwirkeln, bis zum allgemeinen Aufschwung freien Menschentums, bis zur unbedingten Anerkennung jedes rein menschlichen Ehrgefühls. Der Furenunterricht.*) Von Dipl. Ing. I. Jacobowics (Viadrinae-Darmstadt). Stets nmß es die wichtigste Aufgabe der Verbindungen bleiben, eilte starke, erzieherische Einwirkung auf ihre Mitglieder anszniiben. Diese Einwirkung, die voni ersten Augenblicke der Angehörigkeit zur Verbindung beginnt, ilnd die während der ganzen Aktivität niemals aussetzen darf, hat nach verschiedenen Richtungen zu erfolgen. In erster Linie muß sie dazu dienen, die ganze Persönlichkeit des Verbindungsangehörigen auf eilt hohes Niveau zll bringen. Die folgenden Ausführungen bilden das Vorwort einer grösleren, noch im Entstellen begriffenen internen Arbeit der Verbindung Viadrina-Darmstadt. Die hier entwickelten Prinzipien sind allgemein gehalten und bi'uftcu das Interesse aller Verbindungen im K. (5., insbesondere das Ihrer Fuxmajore, erwecken. Von diesem Standpunkt rechtfertigt sich die Veröffentlichung. also seine körperlichen, intellektuellen und ethischen Anlagen zu bilden, pflegen ltnd zu festigen, danit aber soll sic den „Verbindungsstudenten" heranziehen — einen Menschen, der nicht nur fähig ist die Teitdenz der Genteinschaft, in der er lebt, zu vertreten, sondern der auch in allen Lebensumständen den Grundsätzen der Korporationen gemäß seinen Marin zu stellen verrnag. A!it dieser llmgrenzung der willkürliches lind absichtlicheit Eiliwirkung auf das Werden der jungen Männer ist das Feld der Erziehungsaufgabe der Verbindung noch keineswegs erschöpft. Vielrnehr komnlt als wichtiger urid besonderer Zweck »loch hinzu die Heranbildung gewisser Gefühls- und Gemütswerte, die dann in der Freundschaft und im treuen Zusammenhalt der Verbindllngsallgehörigen. sowie in der Pflege jugendlicher Begeisterung und im Streben «rach echter, höchster Mannestugend ihren Ausdruck finden. Gerne wird jeder die Aufgaben, die hier der Verbindungserziehllllg zunächst ganz «ltgeniein gestellt rverden, als ideal anerkennen, zugleich aber ivird ein berechtigter Skeptizismus sagen, daß das Ziel doch zu weit gesteckt sei, um es jemals ganz erreichen zn können. Möglich, ja wahrscheinlich ist es, daß im vollen Umfange die Aufgabe kamn gelöst iverden dürste, aber die Forderungen, die hier gestellt werden, müssen der Verbind« tgserziehung stets als Leitstern voranleuchten. Das Maß der Annäherung an sie soll den vornehmsteil Gradmesser für die Tüchtigkeit der ausübenden Vcrbindnngsgeneratioucu sein. Wir müsse l uns nun weiter die Frage vorlegeii, wie ein;' so weit gehende Erziehung überhaupt zilr Durchführung gelangen kann. Hier sind es im wesentlichen zwei Faktoren, die durch ihr Zusammenwirken die Bewältigung der Erziehungsaufgabc ermöglichen. (Sunnaf muß ein besonders geeigneter älterer Bundesbruder zliiii verantwortlichen Lehrer der jungen Leute bestellt werden, zum zweiten aber nmß die Organisation der Verbindung in allen ihreir Betätigungen erziehend wirken, und keine Veranstaltung vom Convent und Fechtboden bis zur fröhlichen Kneipe darf eines gewissen erziehenden Momentes entbehren. Ein Verbindnngslehrer also, dem wir des lieben Herkommens wegen nunmehr den üblichen Titel Fuxmajor beilegen, hat den einen schweren Teil der Verbindungserziehnng auf sich zu nehmen. Es soll Zweck der folgenden Ausführungen fein, das „Wie" und „Was" *) seiner *) Der Lehrinhalt wird in einem späteren Artikel als ausführliche Disposition gebracht werden. Liehe auch K. C-Iahrbnch 19UU den einschlägigen Anfsah von Dr. Holländer (Licariae).

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