KC-Blätter
- Journal
- KC-Blätter
- Volume
- 1910-1911
- Issue
- Heft 8 (1.5.1911)
- Date
- 1911-05-01
- Page
- Seite 119 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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119 Die Disposition der folgenden Abschnitte des 1. Teils ergibt sich nnnniehr daraus, daß die einzelnen, hier znsammenfasseud aufgeführten Punkte der Reihe nach durchgegaugen werden. So werden dann in einzelnen Kapiteln als jüdische Werke gezeigt: 1. Die Belebung des internationalen Warenhandels. (S. 25-30.) - 2. Die Begründung der modernen Kolonialwirtschaft. (©. 30—49.) 3. Die Begründung des modernen Staates. (S. 4!)—f>0.) 4. Die K v m merzialisier n n g des Wirtschaftslebens. (S. Oll—136.) 5. Die Herausbildung einer kapitalistischen Gesinnung. (S. 130—183.) Das Problem des 2. Teils ist der Nachweis der B e f ä b i g lt n g der Inden zum Kapitalismus. Auch in diesen: Teil legt S. das größte Gewicht daraus, daß seine Untersuchung' vom methodischen Standpunkt aus als einwandfrei erscheint. Die Methode, die er anwendet. ergibt sich aus folgenden Sähen: Wodurch aber fauu jemand l> c f ii 1} i rt t werde», eine Voiflmirt .’>» oollbvinnen! Weint einer einen (yvtviitfenOen lut in Hobe rettet, so konnte er dieses -Glfswerk oollbrittne», weit er gerade an der Stelle des Ufers stand, wo ein.Naim annebnnben war, ober auf der Brücke, wo ein Rettniigsgürtel hing: seine .„mfölline" Anwesenheit an jenen Orten fehle ihn in den Stand, mit dem Nah» hinaus.',nrndern, den lHettutnv3ni'tvtel l)inab,',moerfen. Oder er tonnte die Tat tun, weil er unter •Vutnberteii, die am Ufer standen, derjenige tvar, der den Mut hatte, ins Wasser zn springen, und der so flut schwimmen konnte, das; er zu dem Ertrinkenden hin,gelangte und ihn lebend ans User;,ofl. v'm jenem ,Ta Ile ist das:>iettnngswet k in ..objektiv e n" Umständen, in diesem ,Ta Ile ist es in der „subjektiven Eignung" des Menschen begründet gewesen. Und genau dieselbe Unterscheidung lässt sich treffen, wenn wir eine «Trage wie die nach der Befähigung der v\nben Sunt .Kapitalismus beantworteil wollen. Auch diese Besähignng kann grnndsätstich eine objektiv oder eine subjektiv bedingte gewesen sein. Meine Ausgabe wird es nun sein, »nächst nach jener deren Feststellung also eine ob;et* tivisti s cli e Dentnng des sttidenproblems sein würde - Ausschau zn halten. (S. Erst wenn sich heransstelten sollte, das; eine vollständige Abteilung der Leistungen des Fndentnms ans ihrer änsteren Lage nicht nt ö g t i ch ist, wird man zur Erklärung ans subjektive Momente znrückgreifen dürfen untd tttüssen >. Dann erst ist eS an der Feit, das Problem einer „jüdischen Eigenart" zu erörtern. Dieser Ausgabe untersteht sich das zwölfte -Kapitel. (S. isr>.) Demgemäß zerfällt das Folgende, nachdem zunächst davon gehandelt ist, welches im allgemeinen die Funktionen der kapitalistischen Wirtschaftssubjekte sind (S. 186—198), in Kapitel, die von der objektiven Eignung der Juden zum Kapitalismus und solche, die von ihrer subjektiven Eignung handeln. Die objektive Eignung der Juden zum Kapitalismus findet S. in folgenden Momenten: 1. In ihrer räumlichen Verbreitung. iS. 199—205.) 2. In ihrer Fremdheit als neu Eingewanderte im sozial-psychologischen Sinn. (S. 205—207.) 3. In ihrem „H a l b b ü r g e r t u m". iS. 207—212.) Darunter versteht S. die gewerbliche und polizeiliche Benachteiligung der Juden vor ihrer Emanzipation, die nach seiner Ansicht allerdings zumeist übertrieben wird. 4. Ihr Reichtum. (S. 212—225.) 5. Die jüdische Religion. iS. 225—296.) Das wird von S. in einem besonderen Kapitel behandelt, weil die Religion nach seiner Ansicht gleichsam zwischen den objektiven und subjektiven Besähigungsgründen zum Kapitalismus steht. sintemal die Religion selber ja schon deutlich als der Ansdrmk einer besonderen (Heistesrichtung, also einer ' n b j c k t i v e tt Eigenart, erscheint i wie freilich hier noch nicht des näheren ansznsühren ist). Andrerseits tritt das Religionssystetn, in das der Einzelne hitteingeboren wird, diesem doch als ein fest gegebenes „Objektives" gegenüber. Und was die Ausübung religiöser Pflichten etwa an Wirkungen aus das wirtschaftliche Vollbringen iui (üejulpe hat, kann in gewissem Sinne ebenso zn den objektiven Ursachen gerechnet werden, wie die Wirktittgen. die ans einer bestimmten Rechtslage folgen. Schliefstich aber erscheint das Religionssystem in häufigen mitten selbst als Ursache, sei eS bestimmter äusterer Schicksalsfügungen des jüdischen Bolkes (eben der von uns hervorgehobenen „objef* tioeu Umstände"), sei es bestimmter Eigenarten des jüdischen Wesens. iS. 22.'»--22<i.) Zunächst ist innerhalb dieses Kapitels von der Wichtigkeit der Religion für das jüdische Volk, von den Quellen derjüdischen Religion und ihrerGrundideen die Rede. Schon bei Erörterung der (Grundideen wird dabei die Verwandtschaft der jüdischen Religion mit dem Kapitalismus erörtert. Besonders wirdaberdiesesProblemindenPartiendes.Kapitels znm (Gegenstand der Betrachtung gemacht, die nunmehr folgen. Es sind dies: Der „B e w ä h ru n g S - gedanke" d. h. daß sich im „Wohlergehen auf Erden" die tätige Frömmigkeit bewähre, die Rationalisierung des Lebens, die durch das (besetz bewirkte Abschließung von den Fremden, die die Entwicklung eines eigenartigen Fremdenrechtes (ZinSgestattung diesen gegenüber) begünstigte. So kommt es, daß sich nach S'. Ansicht Judaismus und Puritanismus außerordentlich ähnlich sind. Die Präponderanz der religiösen Interessen, die Bewährnngsidee: (vor allem!) die Rationalisierung der Lebensführung; die innerweltliche Askese; die Verquickung religiöser Vorstellungen mit Erwerbsinteresfen; die rechnerische Behandlung des Suudenprvblemä und manches andere sind in beiden Fallen dieselben.