KC-Blätter
- Journal
- KC-Blätter
- Volume
- 1910-1911
- Issue
- Heft 7 (1.4.1911)
- Date
- 1911-04-01
- Page
- Seite 108 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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108 scheu Studenten jüdischen ('Hauben* auf dem! Boden de* Zentralvereins in die Tat umgesetzt werden kann, ist eine Frage, deren entgültige Beantwortung einem praktischen Versuche Vorbehalten bleiben mutz. Wir wollen daher, da wir den Zelltrat-Bereill sich anschicken sehen, diesen Versuch zn Ullternehmen, unseren skeptischen Gefühlen weiter nicht Ausdruck geben. Wir wollen vielnrehe seinem Vestreben cinca reichen nnd ganzen Erfolg wünsche» nnd ihn unserer Mitarbeit gerne versichern, wie wir immer an seiner Seite stehen iverden, wö es sich handelt um den.Hamps für die gemeinsamen hohen Ideale. Tenn sein Sieg ist unser Sieg nnd „eine Freiheit macht nn* alle frei". MKaLrmische Wachrichren. Moderne Jtniverlitäten. l. Frankfurt a. M. Es dürste nicht mehr daran zu zweifeln sein, das; Frankfurt! am Main nun die ersehnte Universität erhält.! Als Zeitpunkt der Eröffnung ist, wie wir hören, j da* Sommersemester 11114 vorgesehen. Ter j Frankfurter Magistrat hat vor kurzem der Stadtverordnetenversammlung eine Vorlage über die Ausstattung der Universität zngehen lassen. Es sollen alle Fakultäten, mit Ausnahme der theologischen vertreten sein. Tie zahlreichen, in Frankfurt bereit* vorhandenen Institute nnd klinischen Anstalten sollen zn eitler Universität znsannnengeschlossett werden. Es find die* die Akademie für Sozialnnd Handelswissenschaften, die naturwissenschaftlichen Einrichtnngeti, die chemisch phnsikalisch elektrochemischnneterologischen Institute, dieMiniken nnd sonstigetl nledizitiischen Anstalten, endlich die Stadtbibliothek nnd die Dr. Senkenbergische Bibliothek. An etat*mäs;igen Stellen für Ordinarien sind zn besehen: vier Lehrstühle für Juristen unb neunzehn für Dozenten der philosophischen Fakultät, darunter drei 4!ationalökonomen, ein Geograph, ein Ger-- mallist, ein Romanist, zwei Philosophen, ein Historiker, ein Ehemiker, ein Phrisiker, eilt Elektrotechniker. ein Dozent für phtzsikalische Ehemie: Dazu kornmell die Direktoren der.Üliniken und der Bibtiothekelr sowie zahlreiche Privatdozentell. Was die sinairzielle Seite anlangt, so lvird der ganze .Hostenanswand, der, abgesehen mm den eininaligen Ausgaben, die Zinsen eines .Kapitals von elf nnd einer halben Million darfteltt, allein durch die Stadt irrrd die Stiftungen aufgebracht. Der Staat hat keinen Pfennig für' die Universität zn zahlen. Schtietzlich sei noch erwähllt, das; die neue Universität sich „vorr allen abgestorbelren fliesten veralteter Zeiten" frei rlrachen will, mit denen die Satzungen der Hochschulen zum Teil noch belastet sind, dafür aber illallche Tiirge in ihr Arbeitsprograilnn anfnehmell ivird, die für das lnoderne Volksnnd Wirtschaftsleben rvertvoll sind. Man strebt znlll Beispiel ansgedehllten Fortbildnngsnllterricht für die im praktischen Vfcbcii stehenden Akademiker nnd die Ansbildnngsillöglichkeit für ältere ^lichtakademiker an. Der .Hnrheffifche Uonlmnnallandtag hat sich eillstimmig für den Antrag der Abgeordnetell an* delll .Urei* uub der Stadt Viarbnrg ausgesprochen nnd den Entschlns; gesaht. bei der Staatsregiernng Schritte gegen die Errichtung einer Stiftllllgsnniversität iil Frailksllrt a. M. zll tlm. Der Beschlnstsassnng ging eine längere Aussprache voraus, in der der Oberbürgermeister Troje an* V'arbnrg deil Antrag begründete. Er führte an*, zunächst habe man gedacht, es sollte sich darinn haildetll, die vielfachen wissenschaftlichen Institute Frankfurt* znsammenznsassen. Iill 'iQiai 11U0 sei aber scholl von Geheilllrat Pfister hu Herrenhanse bekamltgegebell worden, das; man eine Universität zn griinden beabsichtige, "liiui l)abe sich allerdings die Zahl der Stlldenten in, letzten Jahrzehnt an allen Ulliversitäten ganz gewaltig erhöht, nichtsdestowelliger aber lasse sich sagen, das; ein Mangel au Üniversitä-en nicht bestehe, auch seien die Universitäten durchaus llicht etlva überfüllt. Was den Plan der Gründung einer Hochschule ill Frankfurt a. Bk. betreffe, so niiisse mau berücksichtigen, das; diese iit einem Gebiet liegen; würde, iil dem an Illliversitäten wahrhaftig kein! Mangel sei. Abgesehen von Bolln befällden sich nln Frankfurt herum die llniversitäten ('Hetzen, Marburg, Tübingen, Erlangeli, Würzbnrg lilid Heidelberg; alle diese Universitäten seien gut besllcht, jedoch nicht überfüllt. Ten Bedürfnissen nach Grotzstadt-Universitäten werde durch Berlin, München, Breslau itub Leipzig in genügendeiri Matze entsprochen. Tic Erfüllung der Frank-