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KC-Blätter · 1911-04-01 · Heft 7 (1.4.1911) · p. Seite 107

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Journal
KC-Blätter
Volume
1910-1911
Issue
Heft 7 (1.4.1911)
Date
1911-04-01
Page
Seite 107 (sequence 9)
Language
German
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107 wären schlechte Diener unserer Tendenz wenn ivir nicht allzeit gerne mit Rat nnd Tat dafür eintreten wallten, das; ihr edler Geist auch außerliald unserer, durch ein besonderes Band verschlungenen Korporationen in den Herze»» Verdeutschen Ltudente»» jüdischen Glaubens verbreitet würde. 2. Ban dem Geiste, dem Zeile der Resalntian zu ihrer praktischen Durchführung! Geivichtige Zrveifel mit» Bedenken gar mannigfacher Art drängen sich da mlf. Ruch Dr. Gold mann bat a. a. O. ans die vielen Schivierig: teilen biugewieseu. die sich der ersalgreicheu Bildung akademischer Ortsgruppen des Zen trat Vereins entgegenstellen. Wer erst selbst tväbreud seiner Studienzeit die Mühe einer jüdische»! Verbindung getragen und in mancher hihigen Wartschlacht gestritten bat über SJlrt nnd Wesen jüdischer Verbindungen, der kennt nicht nur genau die vielen rein studentisch-prinzipiellen Wesen sversch jeden hei t en der jüdischen .Uarparatianen, der »veis; auch, in welch' tief einsä)»»eidender Weise die verschiedenartige Ten denz die einzelnen jüdischen und nichtjüdisch' jüdischen akademischen Vereinigungen scheidet. Diese Zersplittcrnng der .Uraste findet der Zentral Verein bei der Dnrchfübrnng der ^»'esa lntionvornndermnßsichmitihranseinandersehen. Reicht »vird ib»n dies »verden nach der rein st u d e n t i s di - k a r p a r a t i v e n Seite. Die Sdpvierigkeiten, die ans diesem Baden »vael)sen, kann und wird er sicher umgeben durch die "Art der Organisation. Ban einer „studentischen .Korporation" »vird bei den in T»nge stellenden Gebilden nid)t die Webe sein können. Eine Tarn» wird geiväblt »verden »niissen, die Tragen wie: Verbindung oder Verein, farbentragend oder schwarz, bedingte oder unbedingte Satisfaktion van varnelierein nnd für immer ans schließt. Die akademische Ortsgruppe des Zentral- Vereins wird nicht als eine neue jüdische Studentenverbindung den bisberigen jüdischen Vereinigungen an die Seite treten dürfen, — davon war auch selbstverständlich nie die Rede, sondern sie wird van Anfang an ihren Charakter zu waren haben als eine neutrale, über allen stehende, lose, lediglich durch den Geist des Zentral Vereins znsammengebaltene Vereinigung aller deutschen Studenten jüdischen Glaubens, gleichviel ab sie einer nnd welcher Verbindung sie saust immer angebären. Sie werden also ihrem. Wesen nach Abteilungen des Zentral- Vereins, dessen Wirkungskreis, wie gesagt, in» bürgerlichen Oeben liegt, sein nnd es »vird sich um" nichts anderes handeln, als um die Eingliederung der deutschen Studenten jüdischen Glaubens in der» Zentrat-Verein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens. Rechtlich wäre, wie vr. Goldmann a. a. O. dartut, gegen diese Fvrm der Organisation nichts .einzuwenden. Prinzipiell aber ist sie die einzige Möglichke t. einen neutralen Baden zu schassen, ans de»»» sich, van der Trage der Tendenz noch abgesehen, alle treffen könnten. Diesen» Wese»» der akademischen Ortsgruppen entsprechend »vird and) ihre Leitung, womit nach a»»s;en »n»d innen die Renrralität in studentischen Dingen znm Ausdrucke gebracht ist, in de»» Hände»» einer neutralen nick)t mehr im studentischen Volu'it stehenden Persönlichkeit liegen »»lüssen. Und d.'ingeniäs; ivird auch van varnehercin die Tätigkeit dieser neuen Gebilde »»»dp in dem .Kampfe gegen den Antisemitismns ans akademistchem Bade»» erblickt werden dürfen.- Es ist z»»»ar richtig, das; jeglidrer .Uainps gegen den Antisinnitismns auch ein .Stampf gegen den besonderen Antisemitismus ans unseren Hochschulen ist. "Aber es ist and) richtig, das; der stampf in» akademisdie»» Oebeu. sofern er nicht um* mit den Waffen des Geistes geführt »verden soll, ein besonderer ist. Zhn soll die akademische Ortsgruppe als solche nicht führen: sie »vürde sonst all' die Sdpvierigkeite»» studentischer Art heranfbeschwören, deren Umgehung die erste Voranssehnng einer erfolgreichen Entwicklung sein nnd bleiben wird. Der Kernpunkt ihrer Wirksamkett soll vielmehr in der Verbreitung der Tendenz des Zentral Vereins und in einer sachgemäßen Vorbereitung der dentsdien Studenten jildistgen l^lanbens für den .ttampf in» bürgerlichen ^eben liegen. Drum bedarf sie keinerlei stl»de»»tischer Organisation n»»d drum kann sie and) in den stndentisdien Tragen, mit denen sie sich gar nid){ zu befassen haben »vird, leicht einen neutralen Baden für alle angeben, für alle, die sich belvnstt als Zuden und Deutsche fühlen, die sich jederzeit affen nnd ehrlich als solche bekennen nnd bereit sind, den.ttamps für stecht nnd Gerechtigkeit gegen Ungesehlichkeit. Unrecht ni'd Unterdrückung mit ganzen» Herzen ansz»»neh»ne»l. Und damit sind »vir bei der Trage der Tendenz nnd bei den größeren nnd zahlreicheren ' Schiuierigkeiten, die sich hier in der Bildung »lud Entwicklung der akade»»»ischen Ortsgruppen entgegenstellen. Das; fid) mit ihnen der Zentral- Verein bei der Dnrchsührnng der Resolution anseinandcrznsehen haben wird, ist nicht nur eine Tilge der Resolution, sonder»» ist Mitnrsache ihrer Entstehung nnd ihres Wollens erstes Ziel. Ob dieses je erreicht »verden »vird, ob bei der bestehenden Zersplitterung in den Kreisen der jüdischen Stndentenschaft, bei der Feindseligkeit z»vische»» den einzelnen jüdischen » Korporationen die Vereinigung aller reichsdeut-

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