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KC-Blätter · 1911-04-01 · Heft 7 (1.4.1911) · p. Seite 106

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Journal
KC-Blätter
Volume
1910-1911
Issue
Heft 7 (1.4.1911)
Date
1911-04-01
Page
Seite 106 (sequence 8)
Language
German
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106 vor einigen Monate» halvr. ^yrlir (ttolbnuuuu Oppeln in einer Zeitschrift des ZentralVereins in lüngereil Ausführungen ans die ^Rotmendigfcit und den Nutzen einer Zusalnmenfassnng aller.strüfte für die gemeinsame Sache hingewiesen und der Bildung akademischer OrtSprnppen des Vereins kräftig dos Wort geredet. Diesem Ziele strebt auch die Resolution zu; denn, ivos sie verlangt die Veranstaltung einer Versamm jung zwecks Aussprache über die Ziele deS Vereins und die Aufforderung zu seiner Unterstützung, ist nicht ihr letzter Zweck und ist offensichtlich nur Mite! zur Vorbereitung und endlicher Grün dnng akademischer Organisationen des Vereins. Die Resolution entspringt dem Gedanken, das; alle deutschen Studenten jüdischen Glaubens sich in dem neutralen Hanse des Zentralvereins zusammenfinden, hier den Geist seiner hohen Tendenz atmen und ihn mit hinansnehmen sollen ins akademische und — dies des Stredens tiefster Sinn — ins bürgerliche Leben. — Wir .st. C.er begrüßen diese Resolution und wünschen dem Werke gutes Gelingen. Wer für eine Idee im .stampfe steht, dem ist auf dem Wege zum endlichen Siege Werben erste Forderung und leister Inhalt des Ctrebens, das Werben für den Gedanken, für seine Verbrei tung; dem ist es sehnlichster Wunsch, das; die Idee alle, die es angeht, beseele und der Funke, entzündet im Herzen und in der Seele weniger zur helllenchtenden Flamme im Herzen und im Geiste aller werde; denn ihm wird, wenn er mit einem Häuslein Gleichgesinnter den käst lichen Funken sorgsam hütet, gar bald die Erkenntnis, daß nur die lodernde Flamme, ge nährt durch die Begeisterung und die lieber zengnng aller, zum Siege führt. Wir .st. E.er wissen und suhlen es; wir kämpfen schon jahrelang den schweren stampf um unsere gesellschaftliche Gleichberechtigung im akademischen Leben und ringen in all dieser Zeit nicht nur iim den Sieg unseres Rechtes im Lager der Gegner, niäst nur mit häßlichem Vorurteil und gedankenloser Gewohnheit, nein, auch um die Verbreitung unserer Idee iu den Reihen der eignen Glaubeitsgenossen, ringen mit seelenlosem Indisserentismns rmd mit Schlinrmerem. Drum wissen wir am besten, wie weit entfernt so viele unserer Studierenden Glaubensgenossen sind von dem Verständnis für das. was not tut. wieviele so garnicht die Ehrenpflichten eines deutschen, jüdischen Studen teil kennen. Und drum müssen gerade nur eine Bestrebung unterstützen, die. der Tendenz des Zentral-VercinS deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens neire und viele Althänger auf unseren Hochschulen werben will. Denn seine Terrdenz ist die unsrige. Aus dern st. C. sprang der werbende Funke, der die Gründer des Zentral- Vereins begeisterte, der zur lodernden Fackel entbrannte, die heute Tausenden und Abertausenden deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens im .stampfe nm Recht und Gerechtigkeit voranleuchtet. Ans dem .st. E.'li'.edunken ward der 'Zentral Verein geboren und die hohe Idee verbindet für imlner die Beiden; der unverrückbaren Tendenz der Selb st v e r t e i d i g u n g i m vollen L i d) tede r O? f f e n t l i ch k e i t a n f d e m B öden d e n t s ch va 1 er l ä n d i s ri)e r 6) e s i n n n n g gilt beider Streben imb ^Arbeit. ''Rur eine natürliche Teilung des praktischen Wirkens ergab sich. Wir steheit nach wie vor ans dem stampsplahe des akademischen Lebens, nm hier in den besonderen studentischen Formen zu kämpfen für die Idee lind uns so vorzubereiten für den .stampfplatz des Zentral Vereins, für das bürgerliche Leben. Aber nur kämpfen, da nur es als Studenten und ans akademischem Boden Inn, in eng geschlossenen, durch besondere Gestaltung gekennzeichneten Vereinigungen, und es ist nicht immer mangelndes Verständnis für die Idee, nicht immer gegenteilige Vtirfidjt in der Frage der Tendenz, die jüdische Akadentiker unserem Bunde uiib der besonderen Art seines.stumpfes fernhält. Sollen nur uns nicht freuen, wenn sie und alle die Indifferenten dem Gedanken des Zentral- Vereins, nuferem (Gedanken nähergeführt. imb ihm für den .stampf im b ü rg e r l i ch e n Leben wenigstens erhalten rverden sollen! Müssen mir uns nicht freuen, wenn der Zentral Verein seine Wirksamkeit im .stampfe nni die Verbreitung der Idee in der akademischen Jugend dort entfallen null, da wir nichts oder nicht mehr in dieser Richtung tun können, da die besonderen Verhältnisse des .stoporationswesens, da insbesondere andere Formen uns an der Werbetätigkeit hindern. Sollen nur nicht freudig mittnn ivollen, da es fid) mn nithts weniger handelt, als um das Streben, allen reichsdenIschen Studenten jüdischen Glaubens den Geist zu vermitteln. in dem allein unserer ''Ansicht nach gesiegt werden kann? ''Ans der Tendenz heraus ist der .st. E. entstanden, für sie sind tvir da. Und tvenn mir auch der Ansicht sein müssen, daß der .stampf hu akademischen Leben, der stampf gegen bcu Antisemitismus auf unseren Hochschulen selbst nur in der von uns gewählten Form erfolgreich dnrchgeführt werden kann, so sehen mir doch über diesen nur für die kurze Uebergangszeit des akademischen Bürgertums notigen stampfesformen als den seelischen Teil unseres.st. E. die I d e e. Rnr nm die Idee aber und ihre Verbreitung kann imb wird es sich, wie noch ausgeführt werden wird, bei der; akademischen Ortsgruppen des Zentral-Vereins handeln und wir

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