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KC-Blätter · 1911-04-01 · Heft 7 (1.4.1911) · p. Seite 105

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Journal
KC-Blätter
Volume
1910-1911
Issue
Heft 7 (1.4.1911)
Date
1911-04-01
Page
Seite 105 (sequence 7)
Language
German
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105 das; sie kleinlichen; Zwist keinen Spielraum ivähren lverden. Die Altherrenschaft. die an beiden Orten .zahlreich vertreten ist, würde einsichtig und einflußreich genug sein, um nicht nur einen scheinbaren Frieden, sondern freundschaftliche Beziehungen zwischen den Verbindungen herzustellen. Da aber die (Nröße unseres Verbanden nicht als Endziel unseres StrebenS uns vor Angen steht, sondern nur als Etappe ans dein Wege zum Liege unserer Tendenz, so müssen wir auch bemüht sein, außerhalb des Verbandes unsere Ideen zu verbreiten. Als ein in diesem Sinne geeignetes Arbeitsfeld sind die Iugendvereine anzusehen. Die jüdische Jugendbewegung. die in Deutschland in kurzer Zeit zu großer Bedeutung gelangt ist, hat in; großen und ganzen von Leiten unseres Verbandes nicht die Beachtung gesunden, die sie verdient. Ihre geistigen Führer sind n. a. Mitglieder der F. W. V. und des V. I. Et. Erst in jüngster Zeit tritt hier und da ein Verbandsmitglied hervor. Daraus ist ersichtlich, daß die Jugendbewegung nicht das Programm einer bestimmten Partei vertritt. Eie erstrebt lediglich Hebung des j ü d i sch e n Selb st b e w u ß t; ei n s und Lanunlnng der zerstreuten Einheiten, die ohne Rückhalt leicht dem Indentnnl verloren gehen können. Der Einfluß der Akademiker in den Ingendvereinen ist groß. Er macht sich geltend in der Auffassung, die über jüdisches Wesen verbreitet wird. Wenn der At. E. sich hier selbst ausschaltet, dann darf er nicht erstaunt sein, wenn die Ideen anderer Organisationen hier die Oberhand gewinnen. Denn der Orthodoxe wird die Berechtigung jüdischen Lelbstbewnßtseins anders begründe;; als der Religiös-liberale, und der .ft'.' Z. V.er anders als der K. C.er. Dieser Hinweis wird die Bedeutung der Teilnahine des .ft. E. an der Jugendbewegung hinreichend delnonstrieren. Ich nmche jedoch darauf anfinerksaul. das; es weniger darauf ankounnt. daß unser Verband durch seine Aktivitas in den Ingendvereinen vertreten ist, als durch redegewandte und mit jüdischen Fragen durchaus vertraute alte Herren, die im .ftampse der Meinungen ein Wort mitsprechen können. Ihr Einfluß wird um so größer sein, als die Ingendvereine fast dnrchiveg junge Leute von 10 Jahren an ausnehmen. In diesem Alter haben sich die ineisten noch nicht für eine bestimmte Richtung entschieden. Hier besteht also die Möglichkeit, unfern Ideen in weiten .ft reisen, nicht nur bei den zukünftigen Akademikern, Eingang zu verschaffen. Diese letzteren müßten natürlich noch ganz besonders gekeilt iverden. Was in dieser Hinsicht von einigen Organisationen geleistet ivird, istzbewnndernswert: So ist z. B. an einen; Uchmnasium. ans dem viele ältere Verbandsbrüder hervorgegangen sind, jetzt beinahe die Hälfte der jüdischen Schüler für einen anderen Verband vorgekeilt. Ein nachahmenswertes Vorbild, das zu erreichen opferwilligen Fleiß und eine Verbesserung unseres .fteilbetriebes voranssetzt. Wir dürfen nicht nur zu Beginn des Semesters für unsere Ideen werben, sondern müßten und könnten mehrmals im Semester und in den Ferien die jüdischen (Minnnsiasten der größere;; Städte zu Vortragsabenden und .fteilkneipen heranziehen. Das wäre ein zwar nicht müheloser, aber Erfolg versprechender Weg zur Ausbreitung des Ai. E.-(R'dankens. An diesen Bemühungen müßten sich auch unsere alten Herren lebhaft beteiligen; ohne ihre energische Mitwirkung ist die eifrigste und arbeitsfrendigste Aktivitas nicht in der Lage, in dieser Hinsicht (Genügendes zu leisten. (Gelegentlich der Feier des zehnjährigen Bestehens des V. I. E. nmrde das Wort vom „aktiven alten.Herrn" geprägt, dem man vieles verdanke. Möge der „aktive Inaktive" und der „aktive alte Herr" auch bei uns eine häufige Erscheinung werden. Akademische (Ortsgruppen des Zentral-Vereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens. Acm r>r. (yririj -Ucljr (Marine) ans Ainisersiniiteril. In der diesjährigen.Hauptversammlung des Zentralvereins deutscher Staatsbürger jüdischen (Glaubens in Berlin wurde n. a. folgende ^Resolution angenommen: „Die Hauptversammlung ersucht den Vorstand. die Vorsitzenden aller Ortsgruppen in Städten mit Universitäten, technischen oder tierärztlichen Hochschulen auszufordern: eine Versammlung der reichsdeutschen studic cenden Inden zwecks Aussprache über die Ziele des Zentrnl-Vereins zu veranstalten und sie zu seiner Unterstützung ansznfvrdern". 1. Die Frage, welcher diese Resolution bejahend nähertritt, ist nicht neu. Der Zusammenschluß aller deutschen Studenten jüdischen (Glaubens auf dem Boden des Zentral-Vereins ist bereits im Jahre 190J in Berlin, allerdings ohne jeden Erfolg, versucht worden und erst

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