KC-Blätter
- Journal
- KC-Blätter
- Volume
- 1910-1911
- Issue
- Heft 7 (1.4.1911)
- Date
- 1911-04-01
- Page
- Seite 104 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Die Ausbreitung des K. C,.Gedankens. SJoncand. med. Niar Schönenberg, (Nhcnv-Silcfiae) in B.'Wilniersdvrf. Obwohl nur der stärkste jüdische Verband in der deutschen Studentenschaft sind, glaube ich. daß meine Anregung, die der Ausbreitung des Ai. E.-Gedankeils dienen soll, nicht überflüssig ist. Den»» wir dürfen nicht vergessen, daß einzelne der in Betracht kommenden jüngeren Organisationen sich unbestreitbar rascher entwickelt haben als wir. Das läßt die Bernmtnng zu, daß von unserer Seite nicht mit den richtigen Mitteln gearbeitet wird, oder nicht mit dem gleichen Eifer, den andere an den Tag legen. Dies zu zeigen, ist der Zweck der folgenden Zeilen. Von detl vielen im Sinne des Themas wesentlichen Punkten will ich nur wenige behandeln. In Nr. 4 derAi. E.-Blätter ist die Irage der Neugrülldrulgen einer näheren Betrachtung unterzogen worden. Obrvohl ich jenen Ausführungen zmn Teil beistimme, kornme ich doch zu dem entgegengesetzten Schluß. An Universitäten, an denen das Gedeihen jüdischer oder paritätischer.Korporationen den Beweis erbringt, daß das notwendige Material vorhandelt ist, können lind müssen wir all die Gründung von Berbindungen oder zunächst voll Stammtischen heralltretell. Diese werden sich teilweise als lebenskräftig erweisell ulld sich zll Berbindungen ausbauen lassen. Sollten die Verhältnisse dafür nicht günstig liegen, so bienen die Stammtische dazu, junge Semester mit dem K. E. bekannt zu machen und sie für unsere Verbindungen zu keilen, besonders wenn die an den Stammtischen verbrachten Semester in irgendeiner Weise auf die Aktivitätszeit in Anrechnung gebracht lverden. Ich verhehle mir nicht, daß solche vorge schobenerl Posten oft mit großen Schwierigkeiten zu kämpfen haben und den einzelnen Leuten große Opfer an Zeit und Arbeitskraft auferlegen werden. Aber das kann für den Ai. E. kein Hinderungsgrund sein, diesen Gedanken, sobald er ihn für richtig erkannt hat, in die Tat umznsetzen. Die Wichtigkeit von Neugrüudungen im Allgemeinen für einen jeden Verband, bem nicht nur an dem Gedeihen der schon bestehenden zu ihm gehörenden Korporationen liegt, solidem an der Ausbreitung einer Idee, stiller Tendenz, wird einem jeden einleuchten, besonders wenn er bedenkt, daß diejenigen, die bom Verbände verloren gehen, seiner Tendenz später nicht nur gleichgültig, sondern oft feindlich gegenüberstehen werden. Ich will noch darauf Hinweisen, daß es notwendig ist, eventuell auch an Universitäten, an deneil der Al. E. scholl vertreten ist. mit Neugründungen hervorzlltreten. Iil Irage kommen vorlällsig mir Bl ü n ch e il uub Berlin. All beiden Universitäteil ist die Zahl der jüdischen Studierenden groß, und Korporationen jeder Richtung sind vertreten. Es ist nun zu erwägen, ob zwei Ai. E.-Korporationen an einer llniversität mehr Studenten an sich ziehen werden, als eine, und ob das Verhältnis der beiden Verbindungen zu einander ein derartiges sein wird, daß der Ai. E. ans das Bestehen einer zweiten Wert legen kann. Die erste Irage dürfte für M ii n ch e n wohl ohne weiteres bejaht werdeil. Es fehlt dort geradezu eine Verbindung, welche das reichliche Iilchsen Material in sich aufnimmt. Allerdings dürfte llicht, lvas ja allch der Verfasser des schon erwähnten Aussatzes als aussichtslos ablehnt, eine Nengründnng an der technischen oder tierärztlichen Hochschllle verflicht iverdell. Unsere Münchener Ai. V. lvürde beim Bestehell einer Schwesterverbindnng gen,iß den einen oder andern in ihrer stattlichen Iuchscnkorouaeutbehrenmüssen; jedoch könnte dahin gewirkt werden, das; die Verbindungen sich beim .Meilen nicht ins Gehege künn'll, daß sie vielmehr miteinander arbeiteten, sodaß erfolgreicher gekämpft werben könnte. Dieses würde lloch mehr für die Berliner Verhältllisse zutressen. Ireilich kann man hier bei deil anerkanilt großen Widerständen, die beim Aieilen zu überwinden silid, nicht davon redell, daß etwa die Inrenzahl unserer Berliner Ai. V. einer Neugründung an sich ein günstiges Proglloftikoli stelle. Hier ist es eben der geringe Aieilerfolg bei verhältmäßig großem aber schwer zll behandelildeil Material, der eine zweite Ai. E.- Berbindllllg lvüllschenswert erscheinen läßt. Daß sie florieren könnte, dafür sprechen die in den letzten Jahren in Berlin gegründeten jüdischen Berbindlmgeu. Ihr (gedeihen muß uns hindern, die Schlvierigkeit des Keilens, zll überschätzen. Daß die neue Ai. (5. Verbindung etiva auf Ai osten der ersten leben würde, darüber brauchen wir uns keine Sorgen zu machen; ist doch bisher die ziemlich gleichmäßige Entwicklnng unserer Berliner Ai. V. durch das Entstehen anderer Atorpvrationen ilicht beeinflußt worden. Befürchtungen, rvie sie meille zweite Irage andenten, iverdell von ulallcheil Seiten gehegt. Ich bin in dieser Hinsicht durchaus optimistisch; llicht znm wenigsten im Hillblick mlf das gute Eilwernehlllen, ill bem viele andere Korporationen, bei deneil Streitigkeiten unter einander allch nicht mit der Waffe beigelegt werden köilnen, zu einailder stehen. Wir dürfen ullseren Berbandsbrüdern das Vertrauen entgegenbringen,