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KC-Blätter · 1911-02-01 · Heft 5 (1.2.1911) · p. Seite 81

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Journal
KC-Blätter
Volume
1910-1911
Issue
Heft 5 (1.2.1911)
Date
1911-02-01
Page
Seite 81 (sequence 15)
Language
German
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81 nach lmtt)ou Mitheu ' erritngcne Einigkeit über die Tendenzen des St (£., die in der endlich durch geführte» Herausgabe der K. E. Blätter auch ihren äußern Ausdruck gefunden hat, hat ihm eine bisher nicht erreichte innere Geschlossenheit und Festigkeit gegeben. Die einzelnen Verbindungen sind durch--, iveg in einer bessern Verfassung als je zuvor. Von der Sprevia, Liearia und Thnringia sind wir ja eine stete gedeihliche Entwicklung gewohnt, die Bavaria hat die K risis der lebten Semester glücklich nberstanden, die Ghibellinia — lange Zeit ein Schmerzenskind des KE. — hat seht jedes Sominersemester eine größere Fuxenkorona, als irgend eine andere K. E. Verbindung je erreichte. Da die Korporationen an den technischen Hochschulen hier außer Betracht bleiben können, steht nur unsere Bonner Verbindung in der allgemein so erfreulichen äußeren Entwicklung zurück. Nicht, daß sie weniger leistete, als andere. Im (Gegenteil, sie hat schwere äußere Kämpfe erfolgreich und mit Würde durchgeführt, sie hat bei dem Ausbau des K. E. stets in der ersten Linie mitgearbeitet, sie hat es besser, als vielleicht irgend eine Kartell Verbindung verstanden, den K. E.ern im weiten Umkreis einen Mittelpunkt zn bieten, und der Umstand, daß sie sich als erste ein eigenes Heim schassen konnte, beweist, daß nichts an ihrer innern Fundierung versäumt würde. Die Ursache liegt an äußeren Verhältnissen. *) Denn trotzdem die Bonner Hochschule sowohl infolge der Bedeutung ihrer Lehrkräfte, als midi durch die Annehmlichkeiten der Scndt und die Schönheit der Umgebung zur zweitgrößten preußischen Universität herangewachsen ist, ist seltsamer Weise die Zahl der jüdischen Studenten in den ersten Studienseinestern ans. fallend gering geblieben, so daß nur selten eine größere Zahl von Keilfüxen vorhanden ist. und der Zuzug von Karteübrüdern nicht immer entbehrt werden kann. Die übrigen K. E.-Verbiudnngen liefern aber stets so reiches Material, daß eine neue Verbindung die wenigen in Bonn erforderlichen Kräfte wohl kaum in besorgniserregender Weise ablenken würde. In dieser Hinsicht werden die Schwierigkeiten wohl überhaupt stark überschätzt. Wenn die Badenia l8iH. lSUö und 18UU hintereinander die Verbindungen in Berlin. München und Freiburg ins Leben ritten konnte, wird unser großer, starker Verband b e n Kraftaufwand eine r Neu gr ünd ung sicherlich nicht zu s ch e u e n brauch e n. Wir dürfen auch nicht vergessen, daß neue Verbindungen uns auch neue Kräfte zuführen und daß die breitere Basis dem Verband auch größere Festigkeit verleiht. *) Devot, hierüber den Aufsatz von Dr. Alfred Alsberg m dieser Rümmer. (Anm. d. Red.). Die Frnge. ob wir zu Neugründungeck schreiten können und sollen, wenn sich irgendwo eine günstige Gelegenheit bietet, ist daher unbedingt zu bejahen: es fragt sich nur. wo irgendwo die Verhältnisse so günstig liegen, daß dort eine neue K. E.-Verbickdung lebensfähig ist und was wir schon jetzt nm können, um Neugründungen den Weg.zu ebnen. Bisher ist zur V o r b e r e i t u n g v o n N e u - g r ü n d u n g e n so gut wie gar nichts geschehen. Wenn heute irgendwo eine Verbindung gegründet werden sollte, müßten die Gründer wertvolle Zeit und Kraft auf Arbeiten verwenden, die schon längst hätten durchgeführt sein können. Diese Arbeit müßte in systemalhischer Weise von Ortsgruppen und Stammtischen in Angriff genommen werden, die in allen Hochschulstädten bestehen sollen. Wo ihre Gründung zur Zeit noch nicht möglich ist. sollten benachbarte Ortsgruppen und der Landesverband, in dessen Bereich die Hochschule fällt, die Aufgabe übernehmen. Zunächst wären überall die EHstenzmögiichkeiten einer K. E. Verbindung zu erforschen. Da' die erste Voraussetzung für jede Gründung ist, daß an der Hochschule so viele jüdische Studenten weilen, daß für die Dauer aus geeigneten Nachwuchs zu rechnen ist, sollten überall — zum Vergleich | auch, wo bereits K. ^.-Verbindungen bestehen —! Erhe b nnge n über Zahl. Studienalter, : Studienfach und Seßhaftigkeit der jüdischen Sluden-! ten deutscher Nationalität veranstaltet werden. | In fast allen Hochschulen sind Listen hierüber i leicht zu erlangen: wir erhielten ein — auch! sonst recht interessantes — Material, das eine > objektive Prüfung der Verhältnisse ermöglichte. ' Es wäre sodannn auch die Aufgabe der Orts- , gruppen, die studentischen Verhältnisse an der! Hochschule zu studieren und nach Möglichkeit bereits! mit der Philisterschast und Studetttenschast Fühlung? zu nehmen. i Die Vorbereitung von Neugründungen wäre i aber nicht der einzige Nutzen und die einzige ' Ausgabe der Ortsgruppen. Auch, wo keine Aus-! sicht ans Gründung einer K. E.-Berbindung besteht, I ist es Sache der K. E.er, in den Hochschulstädten, die! an der Hochschule studierenden K. E.er zn stiftematischer Arbeit im Sinne unserer Tendenz zusammenzufassen. Wo die Zahl groß genug ist, könnten sie durch Fechtkurse. Vortragsabende tlnd! soitstige Veranstaltungen ihnen die Verbindung - ersetzen. Neberall aber sollten sie sich bestreben, unter den jüdischen Studenten für unsere Ideen j zu werben und die jüngeren Kommilitonen mög-! lichst K. E.Verbindungen zuzuführen und für sie j zu keilen. Hier bietet sich kür den K. C. noch ein! weites fruchtbares Arbeitsfeld, das bisher fast > ganz vernachlässigt wurde. Er gewinnt dadurch ' die Möglichkeit, dem K. C.-Gedanken auch eine

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