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KC-Blätter · 1911-02-01 · Heft 5 (1.2.1911) · p. Seite 72

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Journal
KC-Blätter
Volume
1910-1911
Issue
Heft 5 (1.2.1911)
Date
1911-02-01
Page
Seite 72 (sequence 6)
Language
German
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Volk infiziert haben. Möge das deutsche Volk , sich stark fühlen wie die stammverwandte > britische Nation, welche durch den Mund ihres! Minister-Präsidenten Eampbell-Bannermann ver- I künden lies;: Mägen so viele Inden nach Eng- ■ Land kommen wie möglich; wir fühlen uns stark genug, sie in unfern nationalen Organismus anfznnehmen und ihre Alrüfte der Entwicklnng des britischen Reiches dienstbar zu niachen. 4. An vierter Stelle »rennen wir das Moment der Rentralitüt gegenüber politischen und religiösen Sonderbestrebnngen innerhalb des Judentums. Religiöser Liberalismus und Orthodvrie, selbst Religionsnegierung sind für den At. E. gleichberechtigt: entscheidend ist lediglich die formelle, aber gewollte Angehörigkeit zum Judentum. — Dem Al’. CS. liegt weiterhin fern die Stellungnahme zu den deutschen politischen Parteien. An dieser Stelle ist auch die Frage zu besprechen, ob ein Al. C.er Zionist sein kann. Run ist ja der Begriff des Zionismus «trat; des Baseler Programms) durchaus kein feststehender. Ziehen wir aus den manigfachen Stimmen im zionistischen Lager die Diagonale mib sagen: „Zionismus ist die Gesamtheit derer, welche für das internationale Judentum, soweit es sich innerhalb seiner Gastvölker nicht assimilieren will oder kann, eine möglichst gesicherte Heimstätte in Palästina schassen null." Man kann nun der Ueberzeugung sein, das; der Atern der deutschen Juden mit dem deutschen Volke unlösbar verknüpft ist und das; man darum eine Lösung der deutschen Indenfrage nur in Deutschland erstreben soll, und man kann zur . gleichen Zeit sich mit Bestrebmrgen identifizieren, j welche die gesamte internationale Iudensrage dadurch lösen wollen,, daß sie unterdrückten Stammes- und Glaubensbrndern halbknltivierter Länder und sonstigen ihren Mitbürgern entfremdeten jüdischen Individuen in der alten Heimat des jiidifchen Volkes eine Zuflucht gewähren »vollen. Ein eingestammter christlicher Deutscher kann in diesem Sinne Zionist sein l»vie etwa ehemals Polenschwärmerl. also auch ein deutscher Jude. Mit uicldjei* Liebe haben die Deutsch-Amerikaner den Aufstieg ihrer Stammnativn verfolgt! Darum aber waren sie doch mit Leib nnd Seele Amerikaner. Die satte Moral, das; durch jüdische Alonglonn'ration in der Levante unsere eigene Stellung in Deutschland noch mehr erschüttert wird, indenl man auch uns dorthin weist, dürfte utlser Urteil nicht bestimmen. Ein At. CS.er kann nicht Zionist sein, soweit der Zionismus jedes Meichberechtjgnngsstreben der deutschen Juden als unnütz, jedes Richtlnfsenwvllen vom deutsch-vaterländischen (Gefühle als verwerflich betrachtet. Dagegen verwehrt das Ak. E.-Statnt dem Ak. C.er keinegsivegs, kolonisatorische Bestrebtmgen zur Lösung der gestunken Iudensrage in den Ländern des östlichen Mittelmeers zu unterstützen, in den nnendlich zuknnftsreicheu Ländern der Levante, mit Palästina, mit Jerusalem als Mittelpunkt. Ob diese Bestrebungen ausgeprägt völkischen lSharakter tragen, ist eine Cache des wandelbaren Temperaments der Bewegung und vor allem eine Frage der Zweckmäßigkeit. Der Ar. C5. nimmt zu diesen Fragen feine Stellung. Er nimmt lediglich! Stellring ,\m* deutschen Iudensrage; er erstrebt j für den Akern der deutschen Juden die tatsäch-! liche Dnrchfiihrrmg der (Gleichberechtigung im! deutschen Gleiche. 5. An letzter Stelle nennen wir das ( ft udentisch - k o r p o ra tive Moment, obwohl es hervorragend die Form der At. E.-Verbi»»- 1 düngen bestimmt. Wir sahen bereits, wie es gerade die verbindungsmäßige Organisation ist, welche den Ai. E. über gewisse bisher unerfüllte Hoffnungen hinaus erhält und seiner Eristenz einen Selbstzweck zu geben hilft. In dem großen Regenerationsprvzesse der deutschen Inden sind die jüdischen Stndentenverbände einer der schönsten Züge, nnd es ist lebhaft zu bedauern, wem» hier und dort zwischen ihnen Differenzen entstehen. Ein jeder von ihnen hat seine Aufgabe und Existenzberechtigung. »r»»d für alle ist Raum. Ein jeder hat im allgemeinen seine nur ihm znfallende Rekrulieruugsmannschaft. Wir haben die wesentlichen Züge der Ai. C.- Tendenz betrachtet. Unter ihrem Zeichen ist dieser prächtige, bliihende Verband entstanden, der mm über dreiviertel Tausend Mitglieder zählt. In ihm verkörpert sich der Wille, der znrückgesetzten jüdischen Minorität, in de»; Formen derMajoritäts-Organisationen studentischtraditionelles Leben zu führen. Ihn trägt der uralte, von moderner Atultur befruchtete (Rüst. | der das konservativste aller Völker der westlichen Welt drei Jahrtausende hindurch erhaltcm hat, der tief gebeugt »vor in den Zeilen deS Ghettos. der neu getröstet sich überall im Lande erhebt und alles Schwache und Faule von sich abschüttelt. Ins Ghetto gehe»; die deutschen Inden nicht zurück. Z n s a m m e n f a s s il n g. Für die Zwecke einer ersten Darkegtlng der Al. E.-Tendenz ist der § 3 des AI. E.-StatntS anerkan»»ter»naße>» unhandlich. Ich »»»ächte daher folgende kurze Definition des Ak. C. Vorschlägen: Der Ak. E. ist ein deutscher Hochschulverband, der dem jüdischen Studenten traditio»»elles BerbindungSleben bietet, und der ein Protestverbanö

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